Finanzreport deutscher Profisportligen 2015

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Profisportligen mit neuen Rekorden

Deloitte-Studie: BBL, DEL, HBL und 3. Liga wachsen weiter

Frankfurt/München, 30. November 2015 – Die deutschen Profisportligen Beko Basketball Bundesliga (BBL), Deutsche Eishockey Liga (DEL), DKB Handball Bundesliga (HBL) und 3. Fußball-Liga generierten im Geschäftsjahr 2014/2015 einen kumulierten Umsatz (exkl. Transfererlöse) von 444,2 Millionen Euro.

Laut dem „Finanzreport deutscher Profisportligen 2015“ von Deloitte und dem ISS Institut für Sportmanagement kletterten die Umsätze insbesondere abseits des Fußballs auf neue Rekordwerte: Die BBL erlöste 97,8 Millionen Euro (+8%) und erreichte damit den zwölften Umsatzrekord in Folge. Die DEL konnte ihren Umsatz auf 107,4 Millionen Euro (+1%) steigern und auch  die HBL erwirtschaftete mit einem Umsatz von 96,1 Millionen Euro (+8%) ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die DEL als auch die HBL stellten Zuschauerrekorde für einzelne Spiele auf und die 3. Liga konnte sich mit einem Schnitt von über 6.700 Zuschauern pro Spiel erstmals als deutsche Nummer drei in Bezug auf die Zuschauerzahlen etablieren. Dennoch kam die 3. Liga – beeinflusst durch den Durchmarsch von RB Leipzig in der Vorsaison – nur auf einen Umsatz von 142,9 Millionen Euro und damit auf ein Minus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„BBL, DEL und HLB haben ihre Einnahmen zum Teil deutlich gesteigert, während auch die 3. Liga generell einen Wachstumstrend aufweist. Zudem konnten Eishockey, Basketball und Handball erwartungsgemäß ihre hohen Zuschauerwerte halten. Die 3. Liga legte hierbei sogar noch einmal deutlich zu und kann auch für die laufende Saison mit neuen Rekorden rechnen. Bis zum 16. Spieltag kamen im Schnitt fast 7.100 Fans pro Match, was nicht zuletzt an publikumsstarken Ostvereinen wie Dresden, Rostock und am Aufsteiger 1. FC Magdeburg liegt“, sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Beko Basketball Bundesliga (BBL): Die Wachstums-Liga

In der Spielzeit 2014/15 erreichte die BBL im zwölften Jahr in Folge einen Erlöszuwachs. Dabei stieg der Umsatz um 7,0 Millionen Euro auf 97,8 Millionen Euro, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 10 Prozent in den letzten fünf Jahren entspricht. Rund zwei Drittel der Einnahmen entfallen dabei auf Sponsoring-Erlöse. Die Medienerlöse haben sich aufgrund des neuen Medienrechtevertrags der BBL auf 0,6 Millionen Euro verdoppelt, der zudem eine plattformübergreifende Live-Ausstrahlung aller Partien garantiert. Auch bei den Zuschauern liegt die BBL mit einer Auslastung von 88 Prozent weiter auf einem hohen Niveau. So zog sie im Schnitt 4.655 Zuschauer pro Spiel an.

Saison

Gesamtumsatz BBL

2010/11

60,9 Mio. €*

2011/12

76,9 Mio. €*

2012/13

86,6 Mio. €*

2013/14

90,8 Mio. €*

2014/15

97,8 Mio. €*

* exklusive Transfererlöse

Deutsche Eishockey Liga (DEL): Der Zuschauermagnet

Auch in der Saison 2014/15 konnte die DEL einen Umsatzrekord vermelden. Dabei wurden die Umsätze leicht um 1 Prozent gesteigert, wobei die Sponsoring-Einnahmen der wesentliche Treiber waren. Diese wuchsen um 0,7 Millionen Euro auf nunmehr 57,6 Millionen Euro an. Gleichzeitig konnte durch das DEL Winter Game als Highlight-Veranstaltung ein deutliches Popularitätszeichen gesetzt werden: Über 51.000 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien – europäischer Liga-Rekord. Im Schnitt kamen zu den Spielen wie in der Vorsaison über 6.500 Zuschauer in die Eisstadien der Republik, wodurch die DEL – abgesehen vom Fußball – weiterhin der größte Zuschauermagnet ist. Im Fernsehen verfolgten durchschnittlich rund 130.000 Zuschauer die 48 Live-Partien auf Servus TV, während der Play-offs waren es sogar 180.000 Zuschauer.

Saison

Gesamtumsatz DEL

2010/11

79,2 Mio. €*

2011/12

86,2 Mio. €*

2012/13

91,9 Mio. €*

2013/14

106,1 Mio. €*

2014/15

107,4 Mio. €*

* exklusive Transfererlöse

DKB Handball Bundesliga (HBL): Saison der Rekorde

Die HBL  toppte ebenfalls die Rekorderlöse der Vorsaison in der Spielzeit 2014/15 um 7,2 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Umsatz von 96,1 Millionen Euro. Ein Grund für den Anstieg war der Spielbetrieb mit 19 anstatt 18 Teams aufgrund des Ligaverbleibs des HSV. Zudem konnte die HBL ihre internationale Stellung mit dem Sieg des EHF Pokals durch die Füchse Berlin weiter ausbauen und dies trotz der verringerten Anzahl an deutschen Teams in der Handball Champions League sowie des Halbfinal-Aus des THW Kiel in der Königsklasse. Einen Zuschauer-Weltrekord bei einem Hallenspiel stellte die HBL am „Tag des Handballs“ mit 44.189 Zuschauern bei der Partie zwischen dem HSV Hamburg und den Rhein-Neckar-Löwen auf, während der generelle Zuschauerschnitt mit 4.591 Zuschauern pro Spiel in etwa konstant blieb.

Saison

Gesamtumsatz HBL

2010/11

84,4 Mio. €*

2011/12

86,1 Mio. €*

2012/13

83,6 Mio. €*

2013/14

88,9 Mio. €*

2014/15

96,1 Mio. €*

* exklusive Transfererlöse

3. Liga: Positive Entwicklung trotz Umsatzrückgang

Das Minus für die dritte Spielklasse des deutschen Profifußballs fällt auf den ersten Blick deutlich aus. Um 32,3 Millionen Euro sank der Umsatz im Vergleich zur Vorsaison, Verluste ergaben sich dabei besonders bei kommerziellen (Sponsoring & Merchandising) und sonstigen Erlösen. Allerdings lässt sich dieser Rückgang auf den direkten Aufstieg von RB Leipzig in die 2. Fußball-Bundesliga zurückführen, wodurch das Gesamtvolumen der Drittliga-Saison 2013/14 besonders beeinflusst wurde. Im Vergleich zu den davor liegenden Spielzeiten konnte die 3. Liga ihre Umsätze durchaus steigern. Deutlich zulegen konnte die Liga um insgesamt 9,0 Millionen Euro  bei den Medienrechten (+1,4 Mio. €) und den Spieltagerlösen (+7,6 Mio. €). Einen neuen Höchstwert erreichten die Drittligavereine zudem bei den Zuschauern – über 2,5 Millionen Zuschauer kamen in die Stadien, was einem Plus von 12 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg die TV-Reichweite auf 763 Millionen Zuschauer, ein Zuwachs von 18 Prozent. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in der langfristigen Entwicklung der Gesamtumsätze wider:

Saison

Gesamtumsatz 3. Liga

2010/11

118,0 Mio. €*

2011/12

100,9 Mio. €*

2012/13

120,1 Mio. €*

2013/14

175,2 Mio. €*

2014/15

142,9 Mio. €*

* exklusive Transfererlöse

„Seit Beginn unserer Analysen vor über zehn Jahren haben BBL und HBL mit einer einzigen Ausnahme durchweg positive Betriebsergebnisse ausgewiesen“, betont Prof. Dr. Dirk Mazurkiewicz, Professor am ISS Institut für Sportmanagement. „Diese Zuverlässigkeit unterstreicht die wirtschaftliche Solidität der beiden Ligen und ihrer Geschäftsmodelle.“

Ebenso wie die BBL und HBL erreichte auch die 3. Liga in der Saison 2014/15 die Gewinnschwelle (1,7 Mio. €). Nach kumulierten Verlusten von über 40 Millionen Euro in den ersten fünf Spielzeiten seit Ligagründung und einem Rekordgewinn in der Saison 2013/14 (4,1 Mio. €) lässt das zweite positive Betriebsergebnis in Folge auf eine Trendwende in der dritthöchsten Fußball-Liga hoffen. Von der DEL liegen keine Informationen zur Aufwandseite vor.

 

Gesamtumsatz 2014/15
(exkl. Transfererlöse)
in Mio. €

Betriebsergebnis 2014/15
(exkl. Transferergebnis)
in Mio. €

BBL

97,8

3,7

DEL

107,4

k. A.*

HBL

96,1

6,3

3. Liga

142,9**

1,7

* Da von der DEL keine Informationen zur Aufwandseite zur Verfügung gestellt wurden, war
  die Berechnung des Betriebsergebnisses nicht möglich.
** Der ausgewiesene Gesamtumsatz der 3. Liga basiert auf Plan-/Ist-Daten.

Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.

Details zum „Finanzreport deutscher Profisportligen“
Die Analyse der Finanzdaten der umsatzstärksten deutschen Profisportligen neben den Fußball-Bundesligen basiert auf Informationen, die der Deloitte Sport Business Gruppe von den nationalen Ligen zur Verfügung gestellt wurden. Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, handelt es sich um Erlöse beziehungsweise Aufwendungen exklusive Spielertransfers. Die im Geschäftsjahr 2014/15 ausgewiesenen Finanzzahlen der 3. Liga basieren auf Plan-/Ist-Daten. In die Analyse der 3. Liga fließen die zweiten Mannschaften höherklassiger Proficlubs nicht mit ein.

Institut für Sportmanagement und Sportmedizin (ISS) der Hochschule Koblenz
Das ISS ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule Koblenz am Standort Remagen und hat seinen Schwerpunkt in der Entwicklung von Methoden und Instrumenten zur betriebswirtschaftlichen Steuerung von Sportclubs, Ligen, Sportvereinen und Sportverbänden. Ziel ist es, die Anwendung gesicherter betriebswirtschaftlicher Verfahren in der Sportbranche zu unterstützen und Studierende zu befähigen, betriebswirtschaftliches Know-how in der Sportbranche zum Einsatz zu bringen. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.360grad-sportmanagement.de

Über die Deloitte Sport Business Gruppe

Die Sport Business Gruppe der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren ausschließlich mit der Beratung und Analyse der nationalen und internationalen Sport- und Freizeitindustrie. Im Rahmen unserer Arbeit greifen wir auf das globale Netzwerk von Deloitte zurück und vereinen das Fachwissen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung, Corporate Finance und Consulting mit der Branchenexpertise der Sport Business Gruppe. Insbesondere der multidisziplinäre Ansatz unseres Teams ermöglicht eine stringente Ausrichtung unserer Arbeit an den verschiedenen Bedürfnissen von Verbänden, Ligen, Clubs, Investoren, Sportstätten und Sportrechteagenturen.

Detaillierte Informationen erhalten Sie auch auf unserer Website: www.deloitte.com/de/sport

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Finance und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters – für mehr als 220.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie aufwww.deloitte.com/de/UeberUns.

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