Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017

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Airbus sägt an Boeings Thron

Deloitte Studie „Aerospace & Defence 2017“: Luftfahrtgiganten setzen Kopf-an-Kopf-Rennen fort

München, 28. Juni 2017 – Die Luftfahrtbranche bleibt ein umkämpfter Markt, der mit Boeing und Airbus von zwei Big Playern dominiert wird.

Inhaltsübersicht

Laut der Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017 bleibt Airbus weltweit die Nummer zwei im Segment Aerospace & Defense (A&D). Entsprechend konnte Boeing seine Spitzenposition auch im Geschäftsjahr 2016 verteidigen. Mit deutlichem Abstand folgen Lockheed Martin und General Dynamics auf den Plätzen drei und vier. Spitzenreiter ist die Airbus Group allerdings im Hinblick auf den bestehenden Auftragsüberhang. Insgesamt zeigte die Branche 2016 bei einem Gesamtertrag von 674,4 Mrd. US-Dollar ein verlangsamtes Wachstum – sowie unterschiedliche Dynamiken in Europa, wo der zivile Sektor stärker wuchs als der militärische, während es sich in den USA umgekehrt verhielt.

„Die Airbus Group bleibt Europas Flaggschiff in der Luftfahrtindustrie. Darüber hinaus konnten sich auch andere deutsche Unternehmen prominent platzieren: Rheinmetall Defence belegte den 15. Platz bei den Anbietern mit dem höchsten Ertragswachstum und sogar Platz acht beim höchsten operativen Ertragswachstum, während ThyssenKrupp Marine Systems auf Rang 14 beim Wachstum der operativen Gewinnmarge lag“, erklärt Katrin Rohmann, Partnerin und Leiterin Public Sector bei Deloitte.

Top Ten fast unverändert
Die Top Ten der weltweit bedeutendsten A&D-Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr fast unverändert. Angeführt wird die Liste von Boeing und Airbus, gefolgt von Lockheed Martin und General Dynamics. Einen Tausch gab es auf den Plätzen acht und neun, wo Raytheon um einen Platz abrutschte und BAE Systems einen Rang nach oben kletterte.

Rang Unternehmen    Erträge 2016 in Mrd. USD   Erträge 2015 in Mrd. USD 
 Boeing   94,571   96,114 
 Airbus Group   73,699   71,340 
 Lockheed Martin   47,248   45,366 
 General Dynamics   31,353   31,469 
 United Technologies   28,925   27,797 
 GE Aviation   26,261   24,660 
 Northrop Grumman   24,508   23,526 
 BAE Systems   24,129   22,769 
 Raytheon   24,069   23,247 
10   Safran   18,247   17,959 


Airbus bleibt Nummer zwei – mit Luft nach oben

Mit Erträgen von 73,7 Mrd. US-Dollar hat Airbus 2016 den zweiten Platz ungefährdet gehalten und konnte – anders als Boeing – gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 3,3 Prozent verbuchen. Mit unbearbeiteten Aufträgen im Wert von rund 1,2 Mrd. US-Dollar in der Pipeline hat die Airbus-Gruppe den Spitzenreiter in dieser Hinsicht ebenfalls klar überflügelt. Insgesamt lieferte Airbus im Berichtsjahr 688 Flugzeuge, darunter 545 A320 und 28 A380 aus. Das bedeutet eine Steigerung um 53 Maschinen gegenüber 2015. Im operativen Kerngeschäft generierte Airbus Erträge von 5,372 Mrd. US-Dollar und liegt damit auf Platz vier, Spitzenreiter ist hier GE Aviation. Das ROI-Kapital von Airbus machte 22,1 Prozent aus, was Platz 11 im entsprechenden Ranking bedeutet, während der Free Cash Flow von 3,5 Mrd. US-Dollar dem Unternehmen Rang vier im Branchenvergleich sicherte.

Militär legt in den USA zu, Zivilbereich in Europa
Die Wachstumsrate der Gesamtbranche fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 2,4 Prozent im Jahr 2016. Sie war damit immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher als das globale GDP. In puncto Ertragswachstum lagen die europäischen Unternehmen mit 3,7 Prozent klar vor der US-Konkurrenz (2,4 Prozent) und setzten damit den Trend des Vorjahres fort. Deutlich sichtbar wurde die weitere Erholung des militärischen Subsektors aufgrund steigender Rüstungsausgaben. Die Erträge in diesem Segment wuchsen 2016 um 2,1 Prozent – dank der leistungsstarken US-Rüstungsindustrie und hoher weltweiter Nachfrage. In Europa legte dieser Bereich hingegen nur um 0,6 Prozent zu. Die höchsten operativen Margen wurden hüben wie drüben im Bereich Antriebe erzielt.

Operative Margen nähern sich an
Mit 60,4 Prozent bzw. 407 Mrd. US-Dollar generierten US-Firmen den höchsten Anteil an den Erträgen der A&D-Industrie. Die Europäer erwirtschafteten 30,8 Prozent bzw. knapp 208 Mrd. Nach wie vor gibt es Unterschiede bei den operativen Margen. In Europa stiegen sie von 9,1 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 9,6 Prozent. In den USA hingegen sank die Gewinnspanne von 11,8 auf 11,5 Prozent. Bei anderen Kennzahlen wie dem ROI Capital oder dem Free Cash Flow bleiben die Vereinigten Staaten auch weiterhin das Maß aller Dinge.

„Im Jahresvergleich 2016 schnitten die Europäer insgesamt etwas besser ab als die USA. Die weitere Entwicklung verspricht gerade im militärischen Bereich einiges an Wachstumspotenzial. Die weltpolitische Lage ist nicht stabil, die internationalen Konflikte nehmen eher zu als ab und die NATO soll gestärkt werden – vor allem von den Europäern, so die Forderung der USA. Hier können auch deutsche Unternehmen weiter wachsen und damit die Position der europäischen A&D-Industrie stärken“, resümiert Rohmann.
 

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