Article

EbAV-II-Richtlinie: Der Countdown läuft, starten Sie jetzt

Unternehmen bleiben nur noch wenige Monate zur Umsetzung

Die EU-Richtlinie über die Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (2016/2341, sog. EbAV-II-Richtlinie) setzt erhöhte Standards für die Governance sowie das Risikomanagement und erweitert die Informationspflichten gegenüber Aufsicht, Anwärtern und Leistungsempfängern. Wir geben Ihnen einen Überblick zu den regulatorischen Anforderungen sowie zu unseren Lösungsansätzen und Dienstleistungen.

EbAV-II – Die Richtlinie im Detail

Nach 10-jähriger Diskussions- und Entwicklungsphase wurde am 23. Dezember 2016 die EbAV-II-Richtlinie (nachfolgend: „EBAV-II-RL“) für Pensionsfonds und Pensionskassen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Unternehmen haben nun bis zum 13. Januar 2019 Zeit die Richtlinie umzusetzen. Ein deutsches Umsetzungsgesetz gibt es bisweilen noch nicht, dieses ist voraussichtlich im Herbst zu erwarten. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der deutsche Gesetzgeber den europäischen Anforderungen ohne wesentliche Anpassungen nachkommen wird.

Die EbAV-II-RL löst mit ihrem Inkrafttreten die seit 2003 gültige EbAV-Richtlinie (2003/41/EG) ab, die EU-weite Standards für sämtliche EbAVs in den jeweiligen Mitgliedstaaten gesetzt hatte. Sowohl im Hinblick auf ihre Struktur als auch auf ihre Anforderungen ist die EbAV-II-RL mit der bekannten Struktur der Solvency II Verordnung vergleichbar – mit dem großen Unterschied, dass auf die aus der Säule I von Solvency II bekannten quantitativen Anforderungen aus verschiedenen Gründen verzichtet wurde. Somit zielt die Richtlinie insbesondere durch qualitative Anforderungen auf die Sicherstellung der Solidität der betrieblichen Altersversorgung sowie auf den Schutz ihrer Versorgungsanwärter und Leistungsempfänger ab. Diese neuen Anforderungen und deren Umsetzung werden zu einer initialen und laufenden Mehrbelastung bei den EbAVs führen. Wesentliche Faktoren für ein effizientes unternehmensspezifisches Erfüllen der Anforderungen ist eine schnelle und effiziente Lösung – gepaart mit digitalen Technologien, gerade im Hinblick auf die Berichterstattung und Informationspflichten.

EbAV-II – Die Neuerungen im Detail

Die Richtlinie aktualisiert die seit 2003 europaweit gültigen aufsichtsrechtlichen Mindest-Anforderungen für Pensionsfonds und Pensionskassen. Eine Novellierung quantitativer Anforderungen ist weitestgehend ausgeblieben. Dennoch sind vor allem die Integration der sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) in die unternehmerische Praxis, das Risikomanagementsystem und die Anlagepolitik sowie weitere Konkretisierungen in den Anlagevorschriften zu nennen. Signifikante Neuerungen trifft die EbAV-II-RL insbesondere bei den qualitativen Anforderungen an die Geschäftsorganisation, dem Risikomanagement sowie hinsichtlich Informations- und Berichtspflichten gegenüber Versorgungsanwärtern und Leistungsempfängern.

Im Rahmen der neuen Anforderungen an die Governance von EbAVs, haben Pensionsfonds und -kassen künftig für ein wirksames Unternehmensführungssystem Anpassungen in ihren Prozessen und  in ihrer Aufbau- und Ablauforganisation vorzunehmen:

  • Implementierung unabhängiger Schlüsselfunktionen
  • Durchführung eines Risk-Self-Assessment
  • Etablierung von schriftlichen Leitlinien
  • Erfüllung der Anforderungen an das Outsourcing
  • Beauftragung einer Verwahrstelle für Assets

Zur Stärkung des Verbraucherschutzes werden weiterhin konkrete Anforderungen an die Bereitstellung von Informationsdokumenten an Versorgungsanwärter und Leistungsempfänger definiert sowie der zu informierende Personenkreis auf potenziellen Versorgungsanwärter erweitert. So haben EbAVs ihren potenziellen Versorgungsanwärtern künftig dezidierte Informationen im Rahmen der Aushändigung einer Leistungs- und Renteninformation zur Verfügung zu stellen.

Bitte klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht

Update: In unserem neuen Artikel zur EbAV-II-Richtlinie erfahren Sie mehr zur Umsetzung und zu konkreten Handlungsfeldern.

EbAV-II – Der Deloitte-Ansatz im Detail

Den EbAVs verbleiben für die Umsetzung der neuen Anforderungen nur wenige Monate: Wir empfehlen daher, in einem ersten Schritt eine profunde Analyse des Status quo mit Blick auf die jeweiligen Anforderungen und die Identifikation erforderlicher Anpassungen vorzunehmen – dies führt zu einer klaren Sicht auf Ihre erforderlichen Maßnahmen. In einem nächsten Schritt schlagen wir eine priorisierte Umsetzungsplanung und -durchführung vor. Gerade im Kontext der nationalen Umsetzung werden insbesondere aktuarielle, rechtliche und organisatorische Fragestellungen einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Mit einem erfahrenen und interdisziplinärem Spezialistenteam an Solvency-II-Experten, Risikomanagern, bAV-Experten, Aktuaren und Juristen kann Deloitte ihre EbAV-II-Initiative und deren Umsetzungsschwerpunkte umfassend begleiten und dabei einen substantiellen Mehrwert liefern. Unser Dienstleistungsspektrum ist flexibel auf Ihre Bedürfnisse und Schwerpunkte adaptierbar – von der punktuellen Unterstützung bis hin zu einer holistischen EbAV-II-Umsetzung.

Bitte klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht