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Geldwäscheprävention bei der Jahresabschlussprüfung: Versicherungsunternehmen im Fokus

Institute und Versicherungsunternehmen unterstehen gleichermaßen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) als zuständige Behörde. Dennoch lag der Fokus der BaFin auf den Instituten, da diese vor allem höhere Anforderungen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung Geldwäsche zu erfüllen haben.

Rückblick

Mit der Novellierung der Prüfungsberichtsverordnung (PrüfbV) Ende 2009 wurde die Prüfpraxis für Institute nachhaltig geändert und demgemäß hat seit diesem Zeitpunkt eine Beurteilung der Angemessenheit der Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Rahmen der Jahresabschlussprüfung zu erfolgen. Die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung sind entsprechend der vorgegebenen Struktur zu beschreiben und darüber hinaus mittels einer einheitlichen Skala zu bewerten. Dadurch erfolgt eine Erhöhung der Transparenz und weiterhin wird eine Vergleichbarkeit der Güte der Maßnahmen in den jeweiligen Instituten erreicht. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass Bußgeldverfahren bislang hauptsächlich gegen Institute oder Geldwäschebeauftragte von Instituten verhängt wurden; Versicherungsunternehmen sind bislang selten Adressat.

Dem entgegen steht die Betroffenheit von Versicherungsunternehmen, einerseits in Bezug auf die Nichtanwendbarkeit der PrüfbV, andererseits ist signifikant festzustellen, dass kaum Bußgeldverfahren gegen ebendiese verhängt wurden. 

 

Hier geht's zu unserem Artikel "5. EU-Geldwäscherichtlinie – Versicherer im Fokus":

Exkurs: Konsequenzen bei Prüfungsfeststellungen

  • Vermehrte Nachfragen und Schriftverkehr mit der Aufsicht
  • Erteilung von Auflagen durch die Aufsicht
  • Sonderprüfungen gemäß § 44 KWG
  • Einleitung von Bußgeldverfahren gegen Geldwäschebeauftragte
  • Nachweisliche Darlegung der Angemessenheit und Wirksamkeit der getroffenen Vorkehrungen

 

Regelkonformes Agieren

Um im Einklang mit den geldwäscherechtlichen Anforderungen zu stehen, ist ein wirksames Risikomanagement notwendig. Der Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen vom 20. Mai 2019 dient der Umsetzung der 5. EU-Geldwäscherichtlinie. Damit gehen für alle Verpflichteten neue gesetzliche Anforderung einher, die ab Januar 2020 in Kraft treten. Diese sollten zum Anlass genommen werden, die bisher getroffenen Vorkehrungen kritisch zu hinterfragen, um etwaige Lücken zu identifizieren.

Die Vermeidung etwaiger Konsequenzen erfordert eine angemessene und wirksame Umsetzung der geldwäscherechtlichen Anforderungen. Neben den Mitgliedern der Leitungsebene und dem Aufsichtsrat von Versicherungsunternehmen, die zunächst der erste Adressat des Prüfungsberichts der Jahresabschlussprüfer sind, spielt auch der Konzern-Geldwäschebeauftrage sowie die Mitglieder der Leitungsebene des Mutterunternehmens eine entscheidende Rolle. Dies begründet sich aus der Verpflichtung, umfassende Standards zu definieren und insbesondere deren gruppenweite Umsetzung in allen Tochtergesellschaften zu steuern und sicherzustellen. Folglich liegt es im Interesse des Mutterunternehmens, dass im Rahmen der Jahresabschlussprüfung keine wesentlichen Prüfungsfeststellungen getroffen werden.

 

Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden:

Ebru Aydur
Manager, Risk Advisory
Tel: +49 (0)151 5800 0406
eaydur@deloitte.de