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Wirksame Geldwäscheprävention – eine Aufgabe für den Vorstand

Im Zuge der Aufklärung von Verstößen gegen regulatorische Anforderungen kommt es oftmals zu personellen Konsequenzen. Jüngste Geldwäscheskandale zeigen, dass Kündigungen als Mittel eingesetzt werden, um der Öffentlichkeit einen Wandel in Folge von Verstößen zu suggerieren.

In der kürzeren Vergangenheit kam es vermehrt wieder zu einigen Fällen, in denen Gewinne von Instituten durch Geldwäsche positiv beeinflusst wurden.

Ein extremes Aufsehen in den Medien sind die Konsequenzen, was u.a. Reputationsschäden für das betroffene Institut zur Folge haben kann. Bei der Aufarbeitung eines Geldwäscheskandals stellt sich oft heraus, dass es verschiedene Hinweise über einen längeren Zeitraum gab, die keine Beachtung fanden. Etwaige Anzeichen können die Meldungen durch einen Whistleblower, Berichte interner und externer Prüfungen sein, oder die Beendigung von Geschäftsbeziehungen durch Korrespondenzbanken, die die weitere Zusammenarbeit als zu risikoreich bewerten.

 

Konsequenzen der jüngsten Vergangenheit

  • Rücktritt oder Entlassung von Führungskräften
  • Rückgang des Aktienkurses
  • Verstärkte Aufsicht durch die Behörden
  • Verschärfung der Mindestkapitalanforderungen
  • Sanktionszahlungen in Millionenhöhe
  • Reputationsschaden für das betroffene Institut

 

Faktoren für ein funktionsfähiges Geldwäsche-Risikomanagement

Im Rahmen ihrer gruppenweiten Verantwortung sind Mutterunternehmen dafür verantwortlich, sowohl die lokalen Anforderungen sämtlicher ausländischer Niederlassungen und Tochtergesellschaften zu erfüllen, als auch die nationalen Anforderungen des Landes, in dem das Mutterunternehmen seinen Sitz hat. Dabei hat sind umfassende Standards zu definieren und deren gruppenweite Umsetzung zu steuern und sicherzustellen. Zudem sollte die Leitungsebene des Mutterunternehmens Kenntnis über die Risikosituation der Niederlassungen und Tochtergesellschaften haben. Gleichzeitig sollte eine entsprechende Berücksichtigung der Risikosituation in der Risikoanalyse sowie der Berichterstattung an das Mutterunternehmen erfolgen. Ein weiterer Faktor zur erfolgreichen Geldwäscheprävention ist die inzwischen fünfte EU-Geldwäsche Richtlinie, welche bis Januar 2020 in nationales Recht umzusetzen ist.

Die Vermeidung etwaiger Geldwäschevergehen bedarf insbesondere die Priorisierung der Geldwäscheprävention im Top Management, die Implementierung eines funktionsfähigen Three Lines of Defense-Modells sowie ein gruppenweites Geldwäsche-Risikomanagement. In Zukunft wird zudem die Nutzung von Digitalisierung eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Geldwäscheprävention von Bedeutung sein. Dabei unterstützt Deloitte Sie mit langjähriger themen- und branchenübergreifender Erfahrung bei traditionellen sowie digitalen Ansätzen.

Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden:

Ebru Aydur

Manager | Risk Advisory
eaydur@deloitte.de