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Welche Folgen hat der Brexit?

Deloitte Experten im Interview

Vor sechs Jahren kündigte der damalige britische Premierminister David Cameron ein Brexit-Referendum an, seit dem 23. Juni 2016 steht fest: Das Vereinigte Königreich wird die EU verlassen. Das hat weitreichende Folgen für die deutsche Wirtschaft. Und auch nach einer weiteren Verschiebung des Austritts-Datums stellt man sich dieselben Fragen: Welche Folgen hat der Brexit? Wie gut sind deutsche Unternehmen auf den Austritt der Briten vorbereitet? Wie sieht die Situation für die Auto-und Finanzindustrie aus? Und was droht im Falle eines harten Austritts ohne Deal?

„Es ist noch nicht zu spät für einen Brexit-Masterplan“

Das Ringen darum, wie und wann das Vereinigte Königreich die EU verlassen wird, bestimmt seit Monaten die Nachrichten. Doch längst nicht alle Unternehmen in Deutschland haben einen klaren Plan, wie sie mit dem Brexit umgehen wollen. Angesichts der immensen Auswirkungen, die der Brexit für die deutsche Wirtschaft hat, ist das riskant, findet Dr. Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research Deloitte Deutschland. Die jetzt noch verbleibende Zeit sollte genutzt werden um die Weichen richtig zu stellen.

„Die deutsche Autoindustrie muss sich für einen harten Brexit rüsten“

Ein möglicher harter Brexit ist vor allem für die deutsche Autoindustrie von Bedeutung. Ein harter Brexit könnte sie ein Drittel ihres Absatzes im Vereinigten Königreich kosten. Um das Schlimmste zu verhindern rät Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research Deloitte, den deutschen Autoherstellern vor allem zu zwei wichtigen Maßnahmen...

„Die Weichen sind gestellt“

Seit mehr als zwei Jahren bereiten sich die Kreditinstitute auf den Worst-Case vor: den harten EU-Austritt der Briten. Die Hoffnung darauf, dass das Brexit-Drama einen anderen Ausgang nimmt, ist damit zwar nicht begraben. Die Vorbereitungen für den schlimmstmöglichen Ausgang hat allerdings dazu geführt, dass kurz vor dem Finale „nur noch Kleinigkeiten“ zu bedenken sind, sagt Dr. Mathias Hanten, Partner bei Deloitte Legal in Frankfurt.

„Der Brexit ist eine große Chance für den Bankensektor in Deutschland“

Der EU-Austritt Großbritanniens setzt Banken und Finanzdienstleister unter Druck, Geschäfte aus London an einen EU-Standort zu verlagern – zum Beispiel nach Frankfurt. Tilmann Bolze, Director bei Deloitte Consulting sieht angesichts dieser Entwicklungen große Herausforderungen, aber auch Chancen für Deutschland.

„Der Brexit ist keine Naturkatastrophe“

Wer die Zeit seit dem Brexit-Referendum vor gut zwei Jahren genutzt hat, um sich auf den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs vorzubereiten, muss selbst einen harten Brexit nicht fürchten, glaubt Michael Schäfer, Steuerpartner und Außenhandelsexperte bei Deloitte. Unternehmen, die noch nicht abschließend präpariert sind, sollten spätestens jetzt die personellen und strukturellen Voraussetzungen schaffen, um auf alle denkbaren Szenarien angemessen reagieren zu können.

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