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CR-Strategie bei Haniel

Gelebte Verantwortung stärkt Stakeholder-Beziehungen

Gastbeitrag von Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter + Nachhaltigkeit bei Haniel

Nachhaltigkeit ist für uns mehr als nur ein Trend. Als Familienunternehmen steckt der verantwortungsvolle Umgang mit Menschen sowie mit ökonomischen und ökologischen Ressourcen einfach in unseren Genen – und das seit 258 Jahren. Dieser „grünen“ Haniel-DNA entstammt unser Werte-Kompass, der uns zu erfolgreichem Wirtschaften auf ethisch korrekte Weise anleitet mit dem Anspruch der „Enkelfähigkeit“: Wir möchten unseren Kindern und Enkelkindern ein gesundes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen.

Über das Unternehmen:

Die Franz Haniel & Cie. GmbH (Haniel) ist ein deutsches Family-Equity-Unternehmen mit Sitz in Duisburg-Ruhrort. Von dort aus gestaltet die zu 100 Prozent in Familienbesitz befindliche strategische Führungsholding ein diversifiziertes Portfolio. Dabei konzentriert sich Haniel auf Geschäftsmodelle, die von globalen Megatrends gestützt werden und somit langfristig ein hohes Wertsteigerungspotenzial besitzen. Das operative Geschäft liegt in den Händen der Geschäftsbereiche, die unabhängig voneinander agieren und jeweils marktführende Positionen einnehmen. Derzeit gehören vier Geschäftsbereiche zum Haniel-Portfolio: CWS-boco und ELG (100-Prozent-Beteiligungen), TAKKT (Mehrheitsbeteiligung) und METRO GROUP (Minderheitsbeteiligung).

„Der ehrbare Kaufmann“ war schon das Ideal unserer Gründerväter und -mütter. Dieser Kaufmann ist aber nicht nur ehrbar, sondern er gewinnt und genießt das Vertrauen seiner Kapitalgeber, Mitarbeiter und Geschäftspartner, weil er sie respektiert und nicht nur als Mittel zum Zweck sieht. Dieses über zweieinhalb Jahrhunderte gewachsene Vertrauen in Haniel erlaubt und fordert mehr als lediglich die Einhaltung von Gesetzen und Regeln. Mit Corporate Responsibility, kurz CR, wollen wir die Beziehungen zu unseren Stakeholdern weiter verbessern. Dementsprechend haben wir zunächst ein klares Verständnis von Nachhaltigkeit formuliert und dann einen Management-Ansatz etabliert, der ambitionierte Ziele und deren konsequente Umsetzung vorsieht.


Verantwortungsbewusstsein ist in Unternehmen auch an Profitabilität gekoppelt. Das ist bei Haniel als Familienunternehmen nicht anders. Denn wenn unsere Eigentümer keinen Gewinn mehr erwarten können, entziehen sie uns das anvertraute Kapital – in so einem Moment lassen sich auch keine Initiativen mehr für Umweltschutz und Sozialverträglichkeit ergreifen. Daher gehen wir als Wirtschaftsakteur, Arbeitgeber und Corporate Citizen nur solche CR-Projekte an, die geeignet sind, langfristig auch einen monetären Erfolg zu erzielen. So wird Nachhaltigkeit beispielsweise eine wichtige Rolle einnehmen, wenn wir künftige Portfolio-Unternehmen auswählen. Dabei geht es nicht darum, unbedingt ein in Sachen CR vorbildliches Unternehmen zu kaufen. Es ist genauso denkbar, ein Unternehmen zu erwerben und dessen Geschäftsmodell „grüner“ zu gestalten, indem wir den CO2-Fußabdruck durch eine ressourcenschonendere Technologie verkleinern – und damit letztendlich auch Energiekosten reduzieren. Ein Expertenteam entwickelt derzeit spezifische Kriterien, nach denen sich die CR-Leistung eines infrage kommenden Akquisitionsobjekts nachvollziehbar beurteilen und später die Fortschritte des Portfolio-Unternehmens messen lassen.

In unserer Geschäftsordnung ist bereits heute geregelt, dass wir als strategische Holding an der Entwicklung der CR-Strategien durch die einzelnen Geschäftsbereiche mitwirken und entsprechende Ergebnisse in CR-Berichten veröffentlichen. Mit diesen Mindestanforderungen, die den Geschäftsbereichen genügend Gestaltungsspielraum einräumen, schaffen wir mehr Transparenz – die beste Voraussetzung für vertrauensvolle Beziehungen zu Anspruchs- und Interessengruppen. Insofern ergänzt die Berichterstattung zu Nachhaltigkeit die bestehenden Kommunikationsinstrumente wie regelmäßige Family Calls, Bankers Days, Führungskräftetagungen und Mitarbeitergespräche. Sowohl Holding als auch Geschäftsbereiche führen aber auch gezielt neue Formate für den Stakeholder-Dialog im CR-Kontext ein.


Wir möchten Nachhaltigkeit stärker in den Unternehmen der Haniel-Gruppe verankern. Dazu gehört natürlich auch die Holding selbst. Bei jährlichen CR-Konferenzen diskutieren deshalb Direktoren aller Abteilungen mit dem Vorstand relevante Themen, vereinbaren Ziele und initiieren Projekte in den definierten Haniel-Handlungsfeldern. Mit unserem Management-Ansatz setzen wir Maßstäbe für Umwelt- sowie Sozialstandards und geben Impulse, die nicht nur uns und unsere Geschäftsbereiche zu besseren CR-Leistungen anspornen, sondern auch Lieferanten und Kunden. Wir fragen nach, wie verantwortlich unsere Geschäftspartner handeln, und beschreiten damit streckenweise einen wenig komfortablen Weg. Dieser Weg hat sich aber bereits gelohnt, wenn er auch nur ein Stück dazu beiträgt, die Bedürfnisse von Mensch und Natur bei unternehmerischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Denn nur wer mit Umsicht plant, bleibt auf Dauer erfolgreich.

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