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Stakeholder Engagement

Wertschöpfung für alle Beteiligten

„Stakeholder Engagement“ ist ein umfassender Ansatz und kontinuierlicher Prozess, der die Ansprüche von Organisation und Anspruchsgruppen berücksichtigt und dabei die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens in Betracht zieht.

Trotz der Komplexität von Themen und der Unterschiedlichkeit der Ansprüche muss der Dialog mit den Stakeholdern nicht schwierig sein. Allerdings sollte man bereit sein, sich auf einen pragmatischen und themen-basierten Ansatz einzulassen.

Unternehmen, die die Bedeutung eines aktiven Beziehungsmanagements verinnerlicht haben, profitieren neben einem verbesserten Risikomanagement darüber hinaus auch von einer Marke, der von den Stakeholdern auch in Krisenzeiten Vertrauen entgegen gebracht wird.  Dabei gilt es frühzeitig das Potential von Stakeholder Dialogen zu erkennen.

Wo internationale Managementexperten immer häufiger eine verstärkte Orientierung an Werten und einer gemeinsamen gesellschaftlichen und unternehmerischen Wertschöpfung (Shared Value) beschreiben, stellt Stakeholder Engagement keinen Trend sondern eine strategische Säule nachhaltiger Unternehmensführung dar.  Zukunftsorientierte Unternehmen haben verstanden,  dass gesellschaftliche und unternehmerische Leistungsfähigkeit gerade auf globaler Ebene unmittelbar zusammenhängen. Wie kann man unter dieser Prämisse die relevanten Stakeholder also sinnvoll einbinden?

 

Hier lassen sich einige grundsätzliche Voraussetzungen effektiven Stakeholder Engagement benennen

  • Stakeholder Engagement benötigt ein völlig neues Set an Fähigkeiten innerhalb der Unternehmen, um der Welt außerhalb der Organisation entsprechend entgegentreten zu können. Gerade das Verständnis aus der Perspektive außenstehender Stakeholder wie NGOs, Nachbarn oder zukünftiger Mitarbeiter ist üblicherweise nicht, was in „Leadership Developement Plans“ unterrichtet wird
  • Durchdachte Strategie -  Viele Unternehmen berücksichtigen den Umgang mit Stakeholdern oftmals nicht oder nicht ausreichend in der Planung ihres Tagesgeschäftes und des Kerngeschäfts. Oftmals werden derartige Themen an Stabsabteilungen weiterdelegiert und damit Potentiale im Kerngeschäft nicht genutzt.
  • Außerdem fällt es vielen Unternehmen schwer, sich auf das Wesentliche im Umgang mit Stakeholdern zu konzentrieren. Es scheitert oftmals schon an verbindlichen Zielsetzungen und Definitionen, welche Stakeholder mit welcher Begründung zu welchem Ziel mobilisiert werden sollen.

So bleibt bei vielen Unternehmen eine entscheidende Frage offen: Gibt es eine sichere Formel, um den Dialog mit Stakeholdern als eine fruchtbare Erfahrung und einen Mehrwert in das Unternehmen aufzunehmen? Oder öffnet man doch eher die Büchse der Pandora? Es gibt diverse Missverständnisse und Fallstricke im Umgang mit Stakeholdern, bei denen es darauf ankommt, sie nach Wirksamkeit, Effizienz und auch möglichem Fehlerpotential auszufiltern.

Relevanz der Stakeholder: Qualität vor Quantität

So lautet die Devise bei der Bestimmung der wirklich relevanten Stakeholder.  Es geht nicht darum, jede Person mit noch so marginalem Interesse an den Entwicklungen des Unternehmens zu beteiligen. Viel mehr stehen die Gruppen im Fokus, die ökonomisch relevanten Einfluss auf die Organisation ausüben und deren Feedback das Unternehmen befähigt, sich zukunftsfähiger aufzustellen.

Neben dem Verständnis der Stakeholder-Landschaft im Allgemeinen sollten Unternehmen für ein zielorientiertes Stakeholder Engagement folgende Aspekte bei der Planung beherzigen.

Die Planung

Zunächst müssen die Unternehmen je nach Thema entsprechend festlegen, ob die Einbeziehung von Stakeholdern beratenden (die letztendliche Entscheidungsgewalt verbleibt beim Unternehmen) oder kooperativen (das Unternehmen ist bereit, gemeinsame Entscheidungen zu treffen) Charakter haben soll. Beide Aspekte lassen sich allerdings auch miteinander kombinieren, sodass eine Thematik beispielsweise mit einer Anhörung der Stakeholder begonnen wird und später in ein Kooperationsprojekt mündet.

 

Vorausdenken

Der Aufbau von Beziehungen kostet Zeit. Viele der Merkmale einer guten Beziehung – Vertrauen, gegenseitiger Respekt, Verständnis – sind immaterielle Werte, die sich über die Zeit aufgrund von gemeinsamen und auch individuellen Erfahrungen und Interaktionen bilden und weiterentwickeln.

Anspruchsgruppen proaktiv einbeziehen und nicht bloßes Reagieren im Nachhinein

Dies gilt insbesondere dann für lange, sehr komplexe oder kontroverse Themen und Projekt. Gerade in Situationen, in denen die Unternehmen Engagement in einer sehr frühen Phase initiieren, ist ein Signal an die betroffenen Beteiligten, dass ihre Ansichten und ihr Wohlbefinden berücksichtigt werden, sehr wichtig. Dies macht also ein rechtzeitiges und frühzeitiges Agieren auf Seiten der Unternehmen notwendig.

Ziele und Messgrößen vorab definieren und kontinuierlich steuern

Genau wie andere Geschäftsfeldern will auch das Stakeholder Engagement effektiv verwaltet werden. Dies sollte durch eine gut definierte Strategie geschehen, welche klare Ziele, Zeitpläne, Budgetplanung und Zuständigkeitszuweisungen beinhaltet. Dabei ist es ebenso wichtig, das Programm an alle Mitarbeiter zu kommunizieren, um innerhalb des Unternehmens dafür zu sorgen, dass allgemeines Verständnis hinsichtlich den Gründen und Auswirkungen eines solchen Programmes herrscht.

Letztendlich ist das Verständnis der Mitarbeiter auch dann wichtig, wenn es darum geht, welche konkreten Auswirkungen eine korrekte Umsetzung dieser Programmpunkte auf die eigenen Projektergebnisse haben kann. Unternehmen, die eher einen systematischen Ansatz nutzen, der gut mit dem operativen Geschäft verwurzelt ist, erzielen größtenteils bessere Ergebnisse in Bezug auf die Zeit und Ressourcen, die investiert werden müssen. Ebenso wie bei anderen Kerngeschäftsfeldern sind auch hier eine direkte Berichterstattung und das Engagement der Geschäftsleitung äußerst wichtig.

Gute Beziehungen wollen gepflegt werden

Auch das Aufrechterhalten guter Beziehungen benötigt auf lange Sicht gesehen einen entsprechenden Aufwand. Oftmals betreiben die Unternehmen, die die Signifikanz guter Beziehungen ausreichend zu würdigen wissen, einen erheblichen Aufwand um die Beziehungen durch informelle und soziale Interaktionen durch ihre Mitarbeiter zu personalisieren. Gleichzeitig bleiben Führungskräfte in die Stakeholder Aktivitäten involviert und integrieren diese Aufgaben in ihre Businesspläne. Solche Unternehmen fokussieren sich eher auf langfristige und dauerhafte Themen und wenden sich eher gegen kurzfristig durchzusetzende Interessen.

 

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