Article

Umweltleistung von Produkten und Organisationen

Die Balance von Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten

Die Balance von Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten beruht nicht nur auf Aktivitäten der Privatwirtschaft, sondern wird auch in besonderem Maße von den Kaufentscheidungen der Konsumenten beeinflusst. Diese stehen aber häufig vor dem Problem, dass relevante Informationen nicht leicht verfügbar sind.

Oft werden diese Informationen intransparent kommuniziert oder dem Kunden zusammenhanglos präsentiert.

Auf Empfehlung der Europäischen Kommission sollen daher die Mitgliedsstaaten und die Privatwirtschaft zukünftig auf Basis einheitlicher Methoden die Umweltleistung von Produkten und Organisationen freiwillig messen und offenlegen.

Dies soll zu vergleichbaren und verlässlichen Umweltinformationen beitragen, die dem Verbraucher nachhaltige Kaufentscheidungen für „grüne“ Produkte erleichtern.

Die mit dem Vorschlag der Kommission beabsichtigte Verringerung von Umweltauswirkungen der Waren und Dienstleistungen soll gleichzeitig zur Umsetzung des Fahrplans für ein ressourcenschonendes Europa und der Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch beitragen.

Die Schaffung eines Binnenmarktes für grüne Produkte ist mithin ein Teil der europäischen Industriepolitik, welche darauf abzielt, die Ressourceneffizienz zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum von Ressourcennutzung und Umweltauswirkungen zu entkoppeln.

Ein Binnenmarkt für grüne Produkte

Die entwickelten Methoden zur Berechnung des sogenannten Umweltfußabdruckes (Product Footprint / Organization Footprint) basieren auf dem lebenswegbezogenen, ökobilanziellen Ansatz und betrachten alle mit einem Produkt oder einer Organisation verbundenen Ressourcenströme und Umwelteingriffe entlang sämtlicher Stufen der Lieferkette.

Die korrespondierenden Leitfäden wurden unter Berücksichtigung anerkannter Umweltbilanzierungsmethoden mit der Maßgabe Vergleichbarkeit entwickelt. Berechnungen von Umweltfußabdrücken müssen demnach insbesondere Ansprüchen bezüglich Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Genauigkeit und Transparenz genügen.

Die Anwendung der Methode unterstützt auf verschiedenen Ebenen die Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten einer Organisation:

  • Intern – zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltmanagements
  • Extern – in der B2B- oder B2C-Kommunikation
  • Zur Benchmarking-Optimierung 

Um jedoch sicherzustellen, dass die Methodik zur Berechnung eines Umweltfußabdruckes richtig angewendet wurde und mit den Darstellungen anderer Organisationen vergleichbar ist, wird von der Kommission eine kritische Prüfung durch externe Sachverständige nahegelegt.

Empfehlung für die Anwendung der Methoden

Noch in diesem Jahr startet die Europäische Kommission eine dreijährige Pilotphase zur Ausarbeitung von produkt- und sektorspezifischen Regeln der Erhebung von Umweltfußabdrücken. Über eine möglicherweise verbindliche Anwendung der Methoden samt korrespondierendem Labeling soll zu einem späteren Zeitpunkt politisch entschieden werden.

Pilotphase zur Erhebung von Umweltfußabdrücken

Fanden Sie diese Information hilfreich?