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Unsicherheit beim Thema Global Mobility

Auswirkung aktueller politischer Unsicherheiten auf die Entsendepraxis von Unternehmen

Die Welt wird immer unberechenbarer. Die aktuelle politische Entwicklung bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen, wenn es um die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland geht.

Hintergrund

Die liberale Handels- und Migrationspolitik steht auf dem Prüfstand. Der zunehmende Protektionismus zeigt selbst in international stark vernetzten Nationen zunehmende Wirkung. Unternehmen mit internationalen Absatzmärkten müssen ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit einigen Ländern neu organisieren. Dabei erfordert jede Region ein unterschiedliches Vorgehen.

Beispielsweise lassen sich aufgrund des Wirtschaftsembargos seit einigen Jahren rückläufige Entsendeaktivitäten nach Russland beobachten, auch wenn diese in jüngster Vergangenheit wieder stiegen. Auch aus der Türkei ziehen viele Unternehmen Mitarbeiter ab, besonders diejenigen, die mit Familie vor Ort sind. Aufgrund der instabilen Lage im Mittleren Osten verlegen einige Konzerne ihre regionalen Hauptsitze für diese Region nach Dubai, weil sie in Sorge über die politische Entwicklung sind.

Die Entsendevolumina in die USA werden in den nächsten Jahren eher steigen. Dies prognostiziert Michael Weiß von Deloitte. Gerade die Automobilindustrie steht durch die angekündigte Abschottung von Mexiko unter Zugzwang. „Wenn die Grenzen dicht sind, wird das Know-how in den USA fehlen, daher wird das Fachwissen ‚umgeshiftet‘ und in den USA aufgebaut.“, so Weiß.

Der Brexit hat hingegen etwas an Schrecken verloren. „Gut vorbereitete Unternehmen spielen in Hinblick auf internationale Mitarbeitereinsätze von oder nach Großbritannien verschiedene Varianten und deren Auswirkungen durch“, weiß Michael Weiß, zu berichten. Geprüft werden dabei u. a.

  • aufenthalts-, steuer- oder sozialversicherungsrechtliche Folgen 
  • Fragen rund um die Vergütung
  • Wechselkursschwankungen

Die Implikationen des britischen EU-Austritts können je nach Ergebnis der Austrittsverhandlungen sehr unterschiedlich sein. „Wenn es ernst wird, können sie dann Veränderungen zügig und konsequent umsetzen.“ Anders gestaltet sich die Lage in der Türkei. Nach den Protesten am Taksim-Platz, dem Putschversuch und dem Verfassungsreferendum wurden bereits Mitarbeiter zurückgerufen.

Local Hires als Alternative zur Mitarbeiterentsendung

Entsendungen sind unter neuen Voraussetzungen nicht oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand und wachsenden Unsicherheiten zu realisieren.

Deshalb greifen einzelne Unternehmen vermehrt auf Local Hires zurück. Der Vorteil liegt insbesondere in einer kurzen Integrationsphase und

Oft ergibt sich diese Notwendigkeit für Local Hires von alleine, wenn man in den Gesprächen mit Entsendungs-Kandidaten offen kommuniziert – sowohl mit dem Mitarbeiter als auch mit den Mitreisenden. Bei einer intensiven Abwägung der Chancen und Risiken ändert sich die Bereitschaft zum Auslandsaufenthalt oft elementar, im positiven wie im negativen Sinne.

Wie kann Deloitte Ihr Unternehmen beim Thema Mitarbeiterentsendung unterstützen?

Deloitte bietet Unterstützung u. a. in Form eines Coaching-Modells an. Dies eignet sich insbesondere für Unternehmen, die gerade in das Thema Entsendung hineinwachsen und interne Mitarbeiter fit machen wollen. Unsere Entsendungs-Experten versetzen sie in die Lage, ihre Entsendungen selbst zu managen. Im Anschluss werden die Berater dann punktuell hinzugezogen, falls das interne Wissen zu bestimmten Sachverhalten ergänzt werden muss.

 

Dieser Beitrag ist angelehnt an den Artikel "Die neue Unsicherheit", erschienen in Personalwirtschaft Sonderheft 05 _ 2017. Den kompletten Artikel können Sie hier als PDF herunterladen. 

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