Article

Konjunkturpaket 2020: Staatliche Förderung gibt Künstlicher Intelligenz in der Steuerabteilung weiteren Schub

„Künstliche Intelligenz (KI) wird an der Produktinnovation und damit am wirtschaftlichen Wachstum in nahezu allen Bereichen in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen.“ Diese Einschätzung veröffentlichte die große Koalition im Rahmen des am 03.06.2020 verabschiedeten Konjunkturpakets 2020. Die von der Bundesregierung bereits geplanten Investitionen von 3 Mrd. Euro sollen mit dem Konjunkturpaket auf 5 Mrd. Euro aufgestockt werden. Hinzu kommt eine Verbesserung der steuerlichen Forschungsförderung.

Wie sieht die Nutzung und Förderung der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Steuerabteilung aus?

Die stetig steigende Komplexität heutiger Geschäftsprozesse macht es für die Handelnden immer schwieriger, bei Entscheidungen die Gesamtheit aller Aus- und Wechselwirkungen zu überblicken. Künstliche Intelligenz (KI) hilft schon heute dabei, Effizienz, Effektivität und Transparenz in den Steuerabteilungsprozessen zu erhöhen: Daten werden nach vorgegebenen Kriterien analysiert und bewertet oder es werden Simulationen erzeugt, um Analysen zu erstellen und steuerliche Risiken zu verringern. Ein Beispiel hierfür ist das Deloitte Bescheid-Analyse-Tool Chris, welches KI-basiert die Inhalte aus den Gewerbesteuer-, Grundsteuer- und IHK-Beitragsbescheiden automatisiert ausliest und dadurch die Datengrundlage für die (teil)automatisierte Prüfung liefert.

Gleichzeitig bietet die KI zahlreiche bisher ungenutzte Potentiale. Denkbar – und mit moderner Technologie realisierbar – wäre z. B. ein „maschineller Assistent“ als „allwissendes“ Allround-Talent. Dieser bündelt das Wissen der Geschäftsbereiche in abrufbarem Format, zeigt Zielkonflikte auf und veranschaulicht per Knopfdruck anhand von Szenarien komplexe Wechselwirkungen. Der Stand heutiger technologischer Mittel bietet uns die Möglichkeit, unser erfahrungsbasiertes Wissen (Know How) über strukturierte Daten zu verdichten und über intelligente Algorithmen auszuwerten.

Durch das Konjunkturpaket 2020 können auch für Steuerabteilungen FuE-Fördermittel im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz beantragt werden.

Hierzu bietet sich gerade jetzt die Chance, die neu eingeführte steuerliche Forschungsförderung zu nutzen oder im Rahmen von langfristigen und unternehmensübergreifenden Innovationsprojekten auf bereits existierende Instrumente der öffentlichen zuschussbasierten FuE-Förderung zurückzugreifen.

Wie funktioniert die steuerliche FuE-Förderung für Künstliche Intelligenz?

Mit dem am 01.01.2020 in Kraft getretenen Forschungszulagengesetz (FZulG) sollen Unternehmen aller Größen und unabhängig von Umsatz- und Mitarbeiterzahlen dazu angeregt werden, verstärkt in Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu investieren, u. a. in Künstliche Intelligenz.

In Deutschland (unbeschränkt und beschränkt) steuerpflichtige Unternehmen können in diesem Zusammenhang 25 % ihrer personalbezogenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie forschungsbezogene Unteraufträge nach Ablauf des jeweiligen Wirtschaftsjahres auf Antrag an das Finanzamt als Steuervorteil geltend machen. Die Förderung erfolgt als Steuergutschrift, die mit der Steuerlast des Unternehmens vollständig verrechnet, und ggf. auch ausgezahlt, wird.

Das Konjunkturpaket 2020 beinhaltet dabei rückwirkend zum 01.01.2020 und befristet bis zum 31.12.2025 eine Erhöhung der Höchstgrenze der förderfähigen Kosten von 2 Mio. Euro auf bis zu 4 Mio. Euro. Konkret bedeutet dieses eine maximal erreichbare Förderung von 1 Mio. Euro pro Unternehmen im Kalenderjahr.

Das Deloitte Förderberatungsteam (GI3) steht Ihnen bei allen Aspekten und Fragen zur steuerlichen Förderung, wie auch zur zuschussbasierten F&E Projektförderung gerne eng zur Seite. Wir besitzen umfangreiche Erfahrung in begleiteten Antragsprozessen und ein internationales Netzwerk. Dies wird Ihnen insbesondere dahingehend helfen, den Aufwand für Dokumentations- und Beantragungsprozess signifikant zu reduzieren.