Rückenwind für Bezahlinhalte?

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Rückenwind für Bezahlinhalte?

Digitaler Content hilft über Print-Flaute

Die Gnadenfrist für Zeitungen und Zeitschriften scheint in Deutschland beendet. Print-Erzeugnisse sind dem aktuellen Deloitte Digital Democracy Survey 2014 „Rückenwind für Bezahlinhalte?“ zufolge die großen Verlierer beim Publikum. Aber es gibt Hoffnung für Verlage: Die Bereitschaft, für digitalen Content zu zahlen, steigt.

„Die Verlagslandschaft, die seit Jahren mit Absatzrückgang und Umsatzeinbruch zu kämpfen hat, bekommt durch den Wandel der Verbrauchermentalität plötzlich Rückenwind. Diesen gilt es zu nutzen: Mithilfe entsprechender Strategien können die Verlage neue Potenziale erschließen und Verluste aus dem Print-Geschäft damit ausgleichen. Wichtig ist jedoch ein ziel- und altersgruppenspezifisches Angebot – und ein unbedingter Fokus auf Qualität.“

Klaus Böhm, Director Media

Qualität wird mehr wert

Vor allem ältere und besonders junge Verbraucher sind zunehmend bereit, für hochwertige Inhalte zu bezahlen. Dies begründet sich unter anderem in einer abnehmenden Offenheit gegenüber Online-Werbung. Die Ergebnisse des Survey deuten auf einen klaren Paradigmen-Wechsel bei der Monetarisierung von Online-Content hin. Die insgesamt steigende Zahlungsbereitschaft für Premium-Inhalte ermöglicht Verlagen, hochwertige journalistische Beiträge sowie vergleichbare Angebote zu entsprechenden Preisen anzubieten und damit eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren. Ausgenommen davon sind jedoch Breaking News – diese findet der Verbraucher nämlich in ausreichender Zahl kostenfrei im Internet.

Weitere Kernaussagen:

  • Zeitungen und Zeitschriften sind die Verlierer auf der Beliebtheitsskala der Konsumenten, Surfen im Internet macht noch einmal einen großen Sprung nach vorne
  • 27 % der deutschen Mediennutzer sind bereit, für werbefreien Online content zu bezahlen
  • Die Altersgruppen 14-24 und 67+ zeigen die geringste Gratismentalität
  • Nur noch 36 % der Deutschen akzeptieren Werbung, um gratis Inhalte zu beziehen
  • Vorbehalte gegenüber Targeted Advertising und der Nutzung persönlicher Daten steigen
  • Verlage erhalten neue Optionen aus der Monetarisierung von Premium-Inhalten


Verlagshäuser sollten den aktuellen Rückenwind nutzen und entsprechende Strategien unmittelbar umsetzen. Der Blick auf die heterogenen Umfrageergebnisse in den einzelnen Altersklassen zeigt das Potenzial einer zielgruppenspezifischen Adressierung von Premium-Inhalten. Neben intelligenten Vermarktungsstrategien wird gerade die Auswahl der richtigen Inhalte zum entscheidenden Kriterium für den Erfolg von Paid Content.

Digital Democracy Survey 2014 - Print
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