TMT Media Consumer Survey 2017

Insights

Fernsehen – ein Medium auf Abruf?

Media Consumer Survey 2017

Der diesjährige Media Consumer Survey ist eine aktuelle Bestandsaufnahme der deutschen Bewegtbild-Landschaft. In den vergangenen beiden Jahre hat sich die Video-Nutzung in Deutschland stark verändert.

Die aktuelle Studie macht deutlich: Neben dem klassischen Fernsehen gewinnen besonders nicht-lineare Angebote wie Video-on-Demand oder Short-Form zunehmend an Bedeutung.

Interessante Einblicke verspricht der Vergleich mit den Ergebnissen der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2015. Zudem wird ein momentaner Ausblick über die Fernseh- und Videolandschaft in deutschen Haushalten gegeben und auf die Erfolgsgeschichte von Video-on-Demand eingegangen.

Video-on-Demand fand in den vergangenen Monaten eine fulminante Fortsetzung. Diese Form hat sich inzwischen einen Massenmarkt erobert, der zunehmend von Netflix und Amazon dominiert wird. Die Branchenriesen haben zusammen einen Marktanteil von über 50 Prozent.

Auch die Entwicklung von Short-Form-Video geht voran und ist nun nicht mehr alleine die Domäne der jungen Mediennutzer und wird stärker angenommen als noch vor zwei Jahren.

Kernergebnisse der Studie

  • Kontinuierlich-moderate Entwicklung: Altersübergreifend ist der Anteil jener Mediennutzer, die überwiegend nicht-lineare Inhalte konsumieren, in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland um drei Prozentpunkte auf nunmehr 13 Prozent gestiegen. 
  • Abrufinhalte bei Jüngeren beliebt: Das gilt insbesondere mit Blick auf die einzelnen Alterssegmente. Über ein Drittel der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sieht bereits mehr Abrufinhalte als konventionelle Angebote.
  • Video-on-Demand auf Höhenflug: Premiuminhalte können über unterschiedliche Wege konsumiert werden. Den stärksten Zuwachs verzeichnet hier VoD. Die Zahl der deutschen Haushalte mit einem Video-on-Demand-Abonnement hat sich seit 2015 verdoppelt. 
  • Jugend mag es kurz & kostenfrei: Bei den jungen Verbrauchern unter 35 Jahren gehört VoD heute mit 80 Prozent Abdeckung zum Mainstream, während die Begeisterung bei den über 55-Jährigen deutlich nachlässt.
  • Furcht vor Datenmissbrauch nimmt ab: Immer mehr VoD-Nutzer würden ihre Daten etwa für gezielte Empfehlungen weitergeben. Generell aber sind sie noch in der Minderheit: Bei zwei Dritteln überwiegt nach wie vor die Skepsis. 

TV & Video werden in deutschen Haushalten immer vielfältiger konsumiert. In den letzten beiden Jahren haben sich Verbreitung und Akzeptanz neuer Angebote signifikant beschleunigt – hier scheint ein Turning Point erreicht zu sein, der den Medienanbietern wichtige Anhaltspunkte für ihre weitere Strategie liefert.

Klaus Böhm, Director und Leiter Media Sector, Deloitte

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