Predictions

Global Economic Outlook Q2 2014

Die Weltwirtschafts-Trends des zweiten Quartals 2014

Industrieländer erholen sich während Schwellenländer straucheln

Der aktuelle Global Economic Outlook von Deloitte für das zweite Quartal 2014 zeigt eine Umkehr der Trends: Während die Industrieländer deutliche Zeichen der wirtschaftlichen Erholung zeigen, sehen sich die aufstrebenden Märkte erheblichen Herausforderungen ausgesetzt, die für geringere Zuwachsraten sorgen. Sowohl China als auch Indien müssen strukturelle Probleme bewältigen. Auch Russland und Brasilien sind weit von früheren Wachstumsraten entfernt. Auf der anderen Seite erholt sich die EU bzw. die Euro-Zone in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Vergleichsweise gut sind die Perspektiven für die USA, wo alle Zeichen auf eine nachhaltig positive Entwicklung stehen. Weniger Grund zum Optimismus hat Japan – die aktuellen Werte enttäuschen.

In den folgenden Abschnitten lesen Sie die Trends für die wichtigsten Wirtschaftszonen.

Die vollständige Ausgabe des Global Economic Outlook Q2/2014 finden Sie hier zum Download.

Global Economic Outlook Q2 2014

Eurozone

Die Euro-Zone erholt sich weiter, die Ukraine-Krise hat noch keine merklichen Einflüsse gezeigt. Es mangelt zwar nicht an potenziellen Risiken wie die teilweise immer noch prekäre Finanzlage einiger Mitglieder, die schwache Kreditnachfrage und die geringe Investitionsneigung. Trotzdem scheint sich die Zone seit Q3 2013 auf moderatem Wachstumspfad zu befinden. Gerade beim „Exportweltmeister“ Deutschland fällt auf, dass die Binnennachfrage die Ausfuhren als Konjunkturmotor abgelöst hat. Für 2014 wird mit einem Wachstum von rund zwei Prozent gerechnet.

USA

Deutlicher noch fällt die Erholung in den USA aus. Nachdem die Querelen zwischen Regierung und Kongress weitgehend überwunden sind, stehen die Zeichen auf Wachstum. Dabei hat der Export eine ungewohnte Treiberfunktion: Die Exporte wachsen schneller als die Importe. Obwohl Binnennachfrage und Inlandsinvestitionen unverändert wichtige Faktoren sind, entwickeln sich die USA verstärkt wieder zu einer Exportnation, was zu einer zunehmend ausgeglichenen Handelsbilanz führt. Grund hierfür ist unter anderem die verbesserte Situation der EU als zentraler Handelspartner. Für die niedrigere Importquote sorgen vor allem die geringeren Erdöl-Einfuhren. 

China

Die hohen Wachstumsraten Chinas gehören der Vergangenheit an – mit Billigung der politischen Führung. Diese strebt derzeit nach stabilisierenden Reformen, insbesondere im Finanzsektor. Hier sollen künftig mehr marktwirtschaftliche Prinzipien herrschen, auch muss das risikoreiche Schattenbanksystem mit seiner unkontrollierten Kreditvergabepraxis eingedämmt werden. Der Renminbi soll sich weiter in Richtung einer frei konvertierbaren Währung entwickeln.Die hohen Wachstumsraten Chinas gehören der Vergangenheit an – mit Billigung der politischen Führung. Diese strebt derzeit nach stabilisierenden Reformen, insbesondere im Finanzsektor. Hier sollen künftig mehr marktwirtschaftliche Prinzipien herrschen, auch muss das risikoreiche Schattenbanksystem mit seiner unkontrollierten Kreditvergabepraxis eingedämmt werden. Der Renminbi soll sich weiter in Richtung einer frei konvertierbaren Währung entwickeln.

Indien

In Indien steht die wirtschaftliche Entwicklung im Zeichen der bevorstehenden Parlamentswahlen, deren Ausgang für Unsicherheit sorgt. Auch hier schrumpft das Wachstum – möglicherweise aber ist die Talsohle erreicht oder zumindest in Sicht. Zu den größten Problemen Indiens gehören die schwache Infrastruktur und die hohe Inflation, weshalb der Fiskalpolitik eine Schlüsselfunktion zukommt. 

Brasilien

Steigende Verschuldung, hohe Inflation und schwache Exporte sowie ein Wachstum von 0,7 Prozent in Q4 2013 sind Indikatoren für die Probleme des Landes – zuzüglich zu den sozialen Unruhen.

Russland

Für Russland scheinen die guten Zeiten vorbei: 2013 schrumpfte das Wachstum im dritten Jahr in Folge, in Q4 2013 lag es bei gerade mal 1,2 Prozent. Die Rohstoffexporte sinken ebenso wie die Auslandsinvestitionen. Die Sanktionsandrohung seitens des „Westens“ trägt zur Negativentwicklung bei. 

Japan

Das Wachstum der japanischen Wirtschaft hingegen enttäuscht mit 0,7 Prozent in Q4 2013. Der Export bleibt hinter den Erwartungen zurück, das Leistungsbilanzdefizit steigt. Im Februar 2014 wuchs der Export um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum: deutlich weniger als erwartet. Auch die Yen-Abwertung konnte den Trend nicht stoppen – und enttäuscht bei der angestrebten Inflation. Auf der anderen Seite zog die Fertigungsindustrie Anfang 2014 unerwartet stark an, auch der Handel legte zu. Über allem schwebt jedoch die angekündigte Steuererhöhung, die bei allen Akteuren für Unsicherheit sorgt.

Ältere Ausgaben des Global Economic Outlook

Hier finden Sie weitere Ausgaben zum Download:

Global Economic Outlook Q1 2014

Global Economic Outlook Q4 2013

Global Economic Outlook Q3 2013

Global Economic Outlook Q2 2013

Fanden Sie diese Information hilfreich?