Deloitte Global Economic Outlook Q2 2017

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Deloitte Global Economic Outlook Q2 2017

Die aktuelle Ausgabe des Global Economic Outlook gibt einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone, USA, China, Japan, Indien, Russland, Brasilien, Kanada und Afrika.

Das zweite Quartal des Jahres ist von politischen Unsicherheiten geprägt. Die politische Lage innerhalb der Eurozone bleibt trotz der Wahlausgänge in den Niederlanden und Frankreich weiterhin angespannt und die Unsicherheit über die aktuelle Wirtschaftspolitik der US-amerikanischen Regierung bleibt bestehen.

Nichtsdestotrotz, die globale Wirtschaft zeigt sich – bis jetzt - von der politischen Anspannung unbeeindruckt. Das Wachstum der Volkswirtschaften in der Eurozone, den USA, Japan und vieler Wachstumsmärkte zieht wieder an und die Sorge über ein dauerhaft verlangsamtes Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich erübrigt.

Eurozone

Die gegenwärtige Situation der Eurozone wirkt paradox. Auf der einen Seite üben politische Risiken enormen Druck auf Europas politische und wirtschaftliche Stabilität aus, auf der anderen Seite scheinen Finanzmärkte und Volkswirtschaften von diesen Risiken nicht betroffen zu sein.

Trotz Brexit und einer stärker werdenden Einflussnahme populistischer Parteien, sind keine Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen. Die zentrale Frage ist jedoch, wie lange noch wirtschaftliche und politische Risiken voneinander losgelöst bleiben.

 

USA

Der Arbeitsmarkt der USA zieht weiter an und mit ihm die realen Einkommen. Die US-Löhne weisen sogar den stärksten Anstieg seit 2008 auf.

Interessanterweise führt diese Entwicklung aber nicht zu einer Steigerung des privaten Konsums, sondern zu einer Erhöhung der Sparquote. Das erste Mal innerhalb der vergangen Jahre wird das Wirtschaftswachstum der USA nicht durch den privaten Konsum getragen, sondern vielmehr durch steigende Investitionen und einem moderat anziehenden Export.

China

Chinas Wirtschaftswachstum hat sich wieder auf das Niveau der Vorjahre stabilisiert. Getrieben durch staatliche Investitionen in die Infrastruktur und Immobilienbranche prognostiziert die chinesische Regierung ein Wachstum um 6,5% in 2017.

Dennoch steht die chinesische Regierung langfristig vor einer schweren Entscheidung. Entweder finanziert sie das aktuelle Wirtschaftswachstum weiterhin durch Investitionen in Infrastruktur- und Wohnungsbauprojekte und nimmt die damit steigende Staatsverschuldung in Kauf oder sie senkt ihre Investitionen und Neuverschuldung und akzeptiert eine Zunahme der chinesischen Arbeitslosigkeit.

Japan

Die drei Säulen der Wirtschaftspolitik der Regierung unter Premierminister Shinzo Abe scheinen zu wirken. Der Mix aus lockerer Geldpolitik, steigenden Staatsausgaben und Strukturreformen lässt die japanische Wirtschaft wieder wachsen.

Während Konsumausgaben nur leicht steigen, ist es vor allem ein zunehmender Export, der die Wirtschaft Japans antreibt. Umso mehr fürchtet die japanische Regierung die Konsequenzen des Brexit. Viele japanische Unternehmen nutzen das Vereinigte Königreich als Tor zum EU-Binnenmarkt und haben stark in den britischen Standort investiert. Der bevorstehende EU-Austritt würde sie von wichtigen Absatzmärkten abschneiden.