GEO-Q3-2017

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Global Economic Outlook Q3 2017

Die aktuelle Ausgabe des Global Economic Outlook gibt einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone, USA, China, Japan, Indien, Großbritannien, Russland sowie der Türkei und analysiert in einem Spezialartikel den wachsenden Protektionsmus-Trend.

Weltwirtschaft im Aufwärtstrend

Das globale Wirtschaftswachstum nimmt im dritten Quartal 2017 weiter an Fahrt auf. Allerdings mit substantiellen Unterschieden zwischen den Wirtschaftsräumen. Der positive Wachstumstrend wird von der Eurozone, China, Japan und den meisten Schwellenländern getrieben.

Anders das Bild in den angelsächsischen Ökonomien: Das Vereinigte Königreich verzeichnet eine deutliche wirtschaftliche Verlangsamung und die USA folgen einem sehr moderaten Wachstumskurs. Die vermutlich bedeutendste Gefahr für die Weltwirtschaft stellt nach wie vor das „Gespenst“ des Protektionismus dar.

Eurozone

Das Wachstum der Eurozone entwickelt sich stärker als erwartet und wird unterstützt von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Dabei zeigt sich die größte Wachstumsdynamik in Spanien, während Deutschland ein robustes Wirtschaftswachstum verzeichnet. Förderlich für diese Entwicklungen waren nicht zuletzt die Wahlergebnisse in wichtigen Ländern der Eurozone. Sowohl in Frankreich als auch in den Niederlanden konnten sich populistische, antieuropäische Parteien nicht durchsetzen. Dennoch bleiben politische Risiken in der Eurozone eine bedeutende Gefahr für den weiteren Aufschwung. Die kommenden Wahlen in Italien und Österreich werden ein weiterer Test für die politische Stabilität der Eurozone sein.

United States

Das Wirtschaftswachstum in den USA verlangsamt sich weiterhin und bleibt aktuell mit 1,0 Prozent hinter der Wachstumsrate von durchschnittlich 2,2 Prozent in den letzten fünf Jahren zurück. Gleichzeitig kommen vom US-Arbeitsmarkt positive Signale. Obwohl das Beschäftigungswachstum im ersten Halbjahr 2017 nicht ganz die Geschwindigkeit des letzten Jahres beibehalten kann, verharrt die Arbeitslosenquote im Juni auf einem sehr niedrigen Niveau von 4,4 Prozent. Auch die Erwerbsquote konnte sich in den letzten 24 Monaten stabilisieren.
Weitere Wachstumsimpulse für die US-Wirtschaft könnten von steigenden Exportzahlen ausgehen. Obwohl der Exportbeitrag zum BIP in den letzten beiden Jahren nahezu Null war, dürfte eine erstarkende Weltwirtschaft die Exportzahlen wieder steigen lassen.
 

China

Während die chinesische Wirtschaft mit stabilem Wachstum rechnen kann, verfolgt die Zentralregierung weiterhin einen kontraktiven geldpolitischen Kurs um das Kreditwachstum einzudämmen. Die von der Regierung eingeführten Kapitalausfuhrkontrollen zeigten im ersten Halbjahr 2017 ihre Wirkung und hatten einen starken Rückgang der von China ausgehenden, ausländischen Direktinvestitionen zur Folge.

Obwohl die Ausfuhrkontrollen bereits Wirkung zeigen und Chinas Währungsreserven wieder ansteigen lässt, verdeutlichen solche Maßnahmen einmal mehr, dass es noch ein weiter Weg ist bis zur vollen Integration des chinesischen Kapitalmarkts in die Weltwirtschaft.
 

Japan

Die japanische Wirtschaft steht im Zeichen einer Wachstumsbeschleunigung, welche gleichzeitig auf einer zunehmend robusten und soliden Basis begründet ist. Nicht nur von den Arbeitsmärkten, sondern auch von den Exporten und der Industrieproduktion gehen positive Wachstumssignale aus. Die eingeführten wirtschaftspolitischen Reformen unter Premierminister Shinzo Abe scheinen ihre Wirkung zu zeigen und werden auch vom IWF als Erfolg bezeichnet.
Der Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU auf dem G20 Gipfel wird japanischen Firmen einen besseren Zugang zu ausländischen Märkten ermöglichen. Nachdem das TPP-Abkommen gescheitert ist, zeigt die Vereinbarung mit der EU den Willen der japanischen Regierung, den freien Handel weiter voranzutreiben.