dismissal survey

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Neuauflage des Deloitte Legal Inter­national Dismissal Survey gibt Überblick über Kündigungs­regelungen und Abfindungs­praxis in 45 Ländern

Immer kompliziertere regulatorische Vorgaben stellen multinational agierende Unternehmen vor zahlreiche Herausforderungen. Dies gilt auch für Vorgaben im Bereich des Arbeitsrechts. Die aktuelle Neuauflage des Deloitte Legal International Dismissal Survey stellt die bei Kündigungen anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen dar und gibt Rechtsabteilungsleitern und HR-Verantwortlichen Prognosen zu den bei Kündigungsszenarien zu erwartenden Kosten an die Hand – und das für 45 Länder. Die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eventueller Fallstricke sowie der daraus möglicherweise resultierenden Kosten unterstützt Geschäftsleitungsorgane bei ihren strategischen HR-Entscheidungen und ihrem Headcount Planning.

Wird einem Arbeitnehmer gekündigt, fallen für den Arbeitgeber häufig Kosten in Form einer Abfindung an, die in Abhängigkeit von Kündigungsart, -verlauf und vor allem den jeweils anwendbaren nationalen gesetzlichen Bestimmungen erhebliche Beträge erreichen können.

In Deutschland befinden sich die Arbeitgeber in einer vergleichsweise komfortablen Position, denn hier kommen sie im Falle einer Kündigung wesentlich günstiger davon als etwa in Italien oder Belgien.

Dies zeigt der aktuelle Deloitte Legal International Dismissal Survey, der die Voraussetzungen für und Folgen von Kündigungen in einer Vielzahl von Ländern inner- und außerhalb Europas darstellt.

Dabei wird deutlich, dass sich die Umstände, die einen Anspruch auf Abfindung begründen ebenso wie die Regelungen zu deren Fälligkeit und den weiteren Zahlungsmodalitäten, im Großen und Ganzen fast überall auf der Welt ähneln.

In Deutschland ist wesentlicher Faktor für die Zahlung von Abfindungen, dass viele Arbeitgeber hierzulande lange und aufwändige Prozesse vor dem Arbeitsgericht scheuen und lieber die mit einer Abfindung verbundenen Kosten in Kauf nehmen.

Die Studie beginnt mit Übersichten zu den Kündigungskosten in allen untersuchten 45 Ländern. Dabei werden unterschiedliche Szenarien zugrunde gelegt, insbesondere was die Dauer der Betriebszugehörigkeit und die jeweilige Gehaltsstufe angeht. Weiter wird nach ordentlichen und außerordentlichen Kündigungen unterschieden. Für alle genannten Szenarien werden sodann die anfallenden Kosten angegeben.

Die Studie berücksichtigt auch anstehende Gesetzesänderungen.

Zusätzliche Inhalte der Neuauflage:

  • Zwei neue vergleichende Übersichten ermöglichen einen besseren Einblick in die zu erwartenden Gesamtkosten
  • Ausdehnung der Studie auf Länder Lateinamerikas und der Asien-Pazifik-Region
  • 16 neue Länder, darunter: Albanien, Bosnien Herzegowina, Brasilien, China, Ecuador, Japan, Kasachstan, Kolumbien, Montenegro, Myanmar, Serbien, Singapur, Süd Korea, Thailand, Vietnam, Zypern 

Wesentliche Ergebnisse:

  • Einige Länder wie Frankreich, Italien und die Niederlande haben ihre Kündigungsschutzbestimmungen reformiert, um so zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes beizutragen und/oder für eine bessere Vorhersehbarkeit von Kündigungskosten zu sorgen.
  • In über 75 % der untersuchten Länder steht es dem Arbeitgeber frei, einem Arbeitnehmer zu kündigen wobei jedoch das Arbeitsverhältnis durch ein Gericht für fortbestehend erklärt werden kann, wenn die Kündigung als ungerechtfertigt angesehen wird. Eine vorherige Zustimmung ist nur in 2 der untersuchten Länder erforderlich, namentlich in den Niederlanden und in Ecuador. Nur in sehr wenigen Ländern ist es dem Arbeitgeber möglich, Arbeitsverhältnisse ohne weiteres zu beenden, insbesondere ohne dass ein Gericht das Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses anordnen kann.
  • In nahezu allen untersuchten Ländern ist die Dauer der Betriebszugehörigkeit ein wesentlicher Faktor für die Berechnung der Kündigungskosten. Jedoch sehen die Bestimmungen von über 60 % aller untersuchten Länder eine Deckelung von Kündigungsfristen und/oder Abfindungen oder beidem vor.
  • Grundlegende Prinzipien, wie zum Beispiel die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund oder die Gewährung von besonderem Kündigungsschutz zugunsten bestimmter Arbeitnehmergruppen (Mutterschutz, Mandate, Behinderung, etc.) sind in nahezu allen untersuchten Ländern bekannt.
  • In manchen Ländern ist eine Kündigung nur bei Vorliegen von durch das Gesetz abschließend angeordneten Gründen zulässig, wobei sodann auch stark abgekürzte Kündigungsfristen gelten oder nur minimale Abfindungsbeträge geschuldet sind.
  • Ein Vergleich der Situation bei ordentlichen Kündigungen zeigt, dass zwischen den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede bestehen, die nicht unbedingt immer mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Region oder einem bestimmten Kulturkreis begründbar sind.
  • Ein Vergleich der Situation bei außerordentlichen Kündigungen zeigt, dass diese Arbeitgeber in bestimmten europäischen Ländern am teuersten zu stehen kommen, wobei jedoch auch hier erhebliche Unterschiede fortbestehen.
  • Wesentlicher Kostentreiber ist immer die im Falle einer ungerechtfertigten Kündigung zu zahlende Abfindung.

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