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Outsourcing & Energie­(steuer)­­recht

Risiken erkennen, Potentiale nutzen

Die Auslagerung von Aufgaben und Prozessen eines Unternehmens an Dritte ist in vielen Fällen betriebswirtschaftlich sinnvoll. Outsourcing-Maßnahmen am Unternehmensstandort können jedoch zu einer steuerrechtlichen und energierechtlichen Neubewertung der unternehmensinternen Energieversorgung führen.

Auslagerung von Aufgaben und Prozessen am Unternehmensstandort

Unternehmen lagern in der Praxis – häufig über Werk-, Dienstleistungs- und/oder Pachtverträge – zunehmend auch Aufgaben und Prozesse aus, die am Unternehmensstandort erbracht werden. Dies betrifft Nebenaufgaben, die nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören (z.B. Betrieb der Werkskantine), mitunter aber auch Teile der eigenen Wertschöpfungskette (z.B. Werkzeugbau, Forschung und Entwicklung, Logistik, Montage und Teile der Produktion). 

 

Neubewertung der Energieversorgung

In der Praxis beschaffen viele Unternehmen die gesamte am jeweiligen Standort benötigte Energie zentral. In vielen Outsourcing-Konstellationen stellt das auslagernde Unternehmen die Energie, die für die ausgelagerten Aufgaben bzw. Prozesse erforderlich ist, auch nach der Auslagerung (weiterhin) zur Verfügung. Die energierechtliche und steuerrechtliche Bewertung sowie die Prüfung möglicher Risiken und Potentiale sind anhand der einschlägigen Regularien im Einzelfall zu prüfen, da Outsourcing-Maßnahmen am Unternehmensstandort zu einer steuerrechtlichen und energierechtlichen Neubewertung der unternehmensinternen Energieversorgung führen können. 

Die Neubewertung der Energieversorgung kann dazu führen, dass bestimmte Begünstigungen geringer ausfallen oder sogar ganz wegfallen. Nicht selten ergeben sich in der Folge von Auslagerungen auch zusätzliche Pflichten für das Unternehmen, deren Nichtbeachtung im Extremfall Bußgeld- oder sogar Strafverfahren nach sich ziehen kann. Auf der anderen Seite eröffnen Outsourcing-Maßnahmen dem auslagernden Unternehmen in manchen Fällen erstmals die Möglichkeit, von bestimmten Entlastungstatbeständen zu profitieren.

Abhängig von der Regelungsmaterie (z.B. Steuerrecht, EEG, EnWG) kann derselbe Sachverhalt unterschiedlich zu bewerten sein. In der Praxis ist die steuer- und energierechtliche Bewertung der Sachverhalte und deren Aufarbeitung für etwaige Korrekturen aufgrund der Vielfalt der Regelungsbereiche eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Ein ggf. erforderliches Herantreten an die zuständigen Behörden sollte daher gut vorbereitet werden.

Beispiele für kritische Sachverhalte und Risikofelder

Zu den in der Praxis kritischen Sachverhalten zählen beispielsweise die Einbindung von Dritten in den Produktionsprozess (z.B. über Werkverträge), die Inanspruchnahme von Dienstleistungen Dritter am Standort (z.B. Logistik), die Verpachtung oder Vermietung von Immobilien oder Betriebseinrichtungen am Standort (z.B. Büros, Lagerhallen) und sonstige Beistellungen von Energie an Dritte (z.B. an den Betreiber einer Werkskantine, am Standort tätige Bauunternehmen).

Outsourcing-Maßnahmen können sich in diesem Zusammenhang z.B. auf folgende energierechtliche und steuerrechtliche Aspekte auswirken: 

  • Strom- und Energiesteuer
  • Besondere Ausgleichsregelung nach EEG
  • EEG-Eigenstromerzeugung
  • Individuelle Netzentgelte
  • Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage
  • Betrieb von Infrastrukturen nach EnWG (z.B. Kundenanlagen, geschlossene Verteilernetze)
  • KWK-, StromNEV- und Offshore-Umlage
  • CO2-Strompreiskompensation

Unser Service

Deloitte berät umfassend zu Outsourcing-Maßnahmen. Im Rahmen unseres ganzheitlichen Beratungsansatzes bewerten wir nicht nur die eigentlichen „Treiber“ der Auslagerung, sondern beziehen auch die energierechtlichen und steuerrechtlichen Risiken und Potentiale mit ein.

Daneben stehen wir natürlich auch gerne zu Ihrer Verfügung, wenn Sie bereits durchgeführte Umstrukturierungen und Auslagerungsmaßnahmen hinsichtlich einer etwaigen Neubewertung der unternehmensinternen Energieversorgung und der sich daraus ergebenden rechtlichen und finanziellen Folgen untersuchen wollen. 

Unser  multidisziplinäres Team besteht aus erfahrenen Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern mit besonderer Expertise im Energiesektor.

Aktuelle Beiträge zum Energierecht und zur Energiesteuer

Ihre Ansprechpartner

Tino Wunderlich
Director Tax & Legal
+49 (0) 30 25468 165

Dr. Tobias Woltering
Senior Manager Tax & Legal
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