Tourismusbarometer 2019 Deloitte Tirol ÖHV

Analysen

Tourismus­barometer 2019

Eine Studie von Deloitte Tirol und ÖHV

Bereits seit 2015 gibt es den Tourismusbarometer als Spiegel der aktuellen Stimmungslage österreichischer Touristikerinnen und Touristiker. Fragen zu den Kernbereichen: Wirtschaftliche Lage des Tourismus, Regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen, Geschäftsentwicklung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Investition und Finanzierung, stehen dabei im Mittelpunkt. Dem Thema Wertschöpfung und den damit zusammenhängenden Einflussfaktoren wird heuer ein eigener Schwerpunkt gewidmet.

Dieses Jahr hat Deloitte gemeinsam mit der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) über 250 Tourismusunternehmen aus ganz Österreich zu aktuellen Themen und Anliegen befragt. Die Grundstimmung ist dabei verhalten positiv: der Indexwert hat sich von 2,83 auf 2,88 nach Schulnotensystem leicht verschlechtert.

 

Die wesentlichen Entwicklungen im Überblick

Durchwachsene Bilanz für Wintersaison, erwartete Umsatzsteigerung für den Sommer
Bekannte Problemfelder: Verfügbarkeit von Arbeitskräften, zu geringe Wertschöpfung
Positive Einstellung gegenüber Nachhaltigkeit

Wirtschaftliche Lage des Tourismus

Leicht gedämpfter Optimismus

Die österreichischen Tourismusunternehmen sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung im eigenen Bundesland zufrieden.

Vor allem in Wien herrscht nach einer Rekord-Wintersaison eine sehr positive Stimmung. Im Westen Österreichs ist man grundsätzlich zufrieden. Sowohl bei der Zufriedenheit als auch beim Ausblick aufs nächste Jahr lässt sich jedoch ein Ost-West-Gefälle erkennen. Während die Wiener Tourismusbranche dem nächsten Jahr sehr positiv entgegenblickt, rechnen westösterreichische Tourismusunternehmen mit keinem zusätzlichen Aufschwung im nächsten Jahr.

Wirtschaftliche Lage des Tourismus

Regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen

Dringende Impulse notwendig

Trotz starker Auswirkung auf die Unternehmen, sind das regionale Umfeld und die regulatorischen Rahmenbedingungen durch die Unternehmer nur bedingt beeinflussbar. Die Steuern und Abgaben machen den Tourismusunternehmen am meisten zu schaffen, während der Mitbewerb kaum als negativer Einflussfaktor wahrgenommen wird. Mit dem „Plan T“ hatte die die letzte Bundesregierung den Startschuss für neue Rahmenbedingungen gesetzt, welcher von Seiten der Tourismusbranche sehr begrüßt wurde. Durch das vorzeitige Ende der Legislaturperiode besteht nun die Gefahr, dass dringend benötigte Impulse verzögert werden.

Regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen

Geschäftsentwicklung

Wien besonders positiv gestimmt

Zwei Drittel der Tourismusunternehmen sind mit der vergangenen Wintersaison zufrieden, 18 % zeigen sich unzufrieden. Insgesamt lief es für 30 % der Befragten besser als erwartet, 24 % schlossen allerdings schlechter ab. In Westösterreich ist die Zufriedenheit mit der Wintersaison am geringsten. Grund hierfür war vor allem die angespannte Schneesituation. Dennoch erwarten sich mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) für den Sommer einen Umsatzzuwachs. Insbesondere in Wien herrscht großer Optimismus.

Geschäftsentwicklung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Lage weiterhin angespannt

Die Verfügbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist wie bereits in den letzten Jahren extrem angespannt. Deshalb ist wie im Vorjahr nur eine durchschnittliche Benotung von 3,61 (Vorjahr 3,78) erzielt worden. Derzeit befinden sich drei Viertel aller Betriebe auf der Suche nach Fachkräften. Seitens der Politik wurde versucht, mit der Einführung der Arbeitszeitflexibilisierung Entlastung zu schaffen. Jedoch ziehen nur rund 28 % der Befragten daraus auch Nutzen. Der demografische Wandel der Bevölkerung wird auch für die Tourismusbranche immer relevanter.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Investition und Finanzierung

Kreditfinanzierung weiterhin Hauptgeldquelle

Die geplanten Investitionen für 2019 sollen bei den meisten Betrieben (60%) planmäßig erfolgen - 14 % steigern diese sogar. Mit 26 % reduzieren aber auch mehr als doppelt so viele Unternehmen wie im Vorjahr (2018: 12 %) ihre ursprünglich geplanten Investitionen. Die Kreditfinanzierung über heimische Banken ist dabei nach wie vor die Hauptgeldquelle für Fremdkapital. 

Investition und Finanzierung

Hot-Topic: Wertschöpfung und Nachhaltigkeit

Das Hot Topic dreht sich 2019 um die Frage der unternehmerischen Wertschöpfung und damit letztendlich um die Ertragskraft – die nachhaltige Gewinnerzielungsmöglichkeit eines Unternehmens. Die Zufriedenheit mit der Ertragskraft ist nicht so hoch, wie die Preisdurchsetzung erwarten ließe. Der Hauptgrund dafür liegt in den stark gestiegenen allgemeinen Kosten. Eine langfristigere Strategie zur Erhöhung der Ertragskraft ist der Umstieg auf nachhaltigen Tourismus.

Der Tourismusbarometer 2019 zeigt, dass Österreichs Tourismusunternehmen umweltschonende Maßnahmen als sehr positiv beurteilen - 87 % der befragten Unternehmen setzten diese bereits um. So versuchen Unternehmen Abfall zu vermeiden, verstärkt regionale Produkte einzusetzen und Energie zu sparen. Generell sind die Ansprüche an die Tourismusbranche, umweltschonende Maßnahmen zu setzen, sehr hoch. Neben der Umsetzung des Plastikverbots sollen Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden.

Sehr gerne unterstützen wir Sie bei sämtlichen Fragen, die Sie als in der Tourismusbranche tätiges Unternehmen beschäftigen. Unser vollumfängliches Serviceangebot beinhaltet auch speziell auf den Tourismus abgestimmte Beratung in den Bereichen Buchhaltung, Personalverrechnung und Steuern. Unsere Expertinnen und Experten stehen Ihnen für sämtliche Fragen jederzeit zur Verfügung.

Tourismusbarometer 2015 – 2018

Den Deloitte Tirol Tourismusbarometer für die Jahre 2015 bis 2018 finden Sie hier zum Download:

War der Artikel hilfreich?