Global Powers of Luxury Goods

Artikel

Neue Wege: COVID-19 verändert die Luxusgüterbranche

Deloitte Report „Global Powers of Luxury Goods 2020“: Swarovski auf Platz 24 des Rankings internationaler Luxusmarken

Der Deloitte Report „Global Powers of Luxury Goods“ listet jährlich die Top 100 Luxusgüterunternehmen auf Basis ihres Umsatzes. Zusätzlich analysiert der Bericht die Lage der Branche. Das diesjährige Ergebnis zeigt für das Finanzjahr 2019 ein Wachstum am Luxusgütermarkt: Die Top 100 der Branche erzielten einen Umsatz von 281 Milliarden US-Dollar, 34 Milliarden mehr als im Jahr davor. Swarovski schafft es mit Platz 24 in das Ranking. Angeführt werden die Top 100 von LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton, gefolgt von Kering und Estée Lauder. Aufgrund der Corona-Krise steht auch die Luxusgüterbranche vor einem Wandel: Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen stark an Bedeutung.

Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich, hat die Ergebnisse des Reports analysiert und beantwortet die wichtigsten Fragen zu den „Global Powers of Luxury Goods 2020“ für Sie.

 

In einer Deloitte-Studie aus dem Sommer gehen Sie darauf ein, dass der globale Luxusmarkt der Krise trotzt. Wie stellt sich das beim aktuellen Umsatzranking der internationalen Luxusmarken dar?

Die Studie im Sommer betraf ebenfalls den Luxusmarkt und differenzierte zwischen den unterschiedlichen Sektoren. Während manche Produkte, zB aus dem digitalen Bereich, einen regelrechten Boom erfahren durften, waren Bereiche wie die Hotellerie, Kreuzfahrten, Möbel, Uhren und Schmuck stark von der COVID-19 Krise betroffen. Gemäß der aktuellen Studie, die das Finanzjahr 2019 unter die Lupe nimmt, konnte die Luxusgüterbranche für die Zeit vor Corona ein ansehnliches Umsatzwachstum verbuchen. Besonders europäische Luxusunternehmen sind im globalen Ranking stark vertreten. Auf Platz 24 kann sich Swarovski im globalen Vergleich behaupten. Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Krise dem Traditionshaus schwer zusetzt. Nun geht es darum, sich für den veränderten Markt neu aufzustellen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das ist zweifelsohne mit schmerzhaften Einschnitten verbunden.

 

Wie können Unternehmen in der Luxusgüterbranche diesen Veränderungen am Markt effektiv entgegentreten?

Die Unternehmen müssen auf die Veränderungen reagieren und auf neue Maßnahmen setzen. Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen verändern das Verhalten der Kaufenden, weshalb immer mehr Luxusgüterunternehmen auf Digitalisierung setzen, um ihre Klientel weiterhin zu erreichen. Die Top-Vertreter der Luxusindustrie zeigen vor wie es geht und machen sich häufig künstliche Intelligenz und Augmented Reality-Applikationen zunutze. So können sie Verbraucherdaten analysieren und dadurch individuelle Einkaufserlebnisse ermöglichen. Über digitale Kanäle ist der direkte Austausch mit den Kundinnen und Kunden auch im Lockdown möglich: Ein serviceorientierter Online-Shop kann die Kundschaft bereits zu Hause abholen. Neben der Digitalisierung gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung: Green Investments stehen hoch im Kurs. Nachhaltige Technologien und ökologische Maßnahmen für CO2-Neutralität und einen Beitrag zum Klimaschutz werden auch für die Luxusindustrie immer interessanter.

 

Aufgrund der Corona-Krise werden Luxusunternehmen also digitaler und nachhaltiger?

Die meisten Unternehmen hatten die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit bereits vor Corona auf ihrer Agenda. Durch die Krise wird der Wandel jedoch beschleunigt. Gerade junge Konsumierende haben neue Prioritäten. Sie wollen Luxusmarken, die sich am digitalen Marktplatz innovativ und benutzerfreundlich präsentieren. Auch der Umweltgedanke darf nicht außer Acht gelassen werden. Millennials und die Generation Z werden bis 2025 für die Hälfte des weltweiten Luxusgüterumsatzes sorgen. Die Branche darf die Kaufkraft und den Einfluss dieser jungen Menschen nicht unterschätzen.

 

Den vollständigen Bericht und das Ranking der Top 100 umsatzstärksten Luxusunternehmen finden Sie hier zum Download:

Global Powers of Luxury Goods 2020

Die Berichte aus den Vorjahren stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

Global Powers of Luxury Goods 2019

Global Powers of Luxury Goods 2018

War der Artikel hilfreich?