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Erneuerbare Energien in Österreich 2017

Studie zeigt: Elektromobilität steht hoch im Kurs

Zum dritten Mal in Folge führte das Institut für Strategisches Management der WU Wien gemeinsam mit Deloitte Österreich und Wien Energie eine Befragung zum Thema erneuerbare Energien durch. Die Ergebnisse zeigen erneut, dass die österreichische Bevölkerung dem Umweltschutz und erneuerbaren Energielösungen einen hohen Stellenwert einräumt. Insgesamt zeigt die Studie: der Trend zur nachhaltigeren Lebensweise setzt sich fort. Während Elektromobilität, Photovoltaik und Gemeinschaftsanlagen hoch im Kurs stehen, sinkt die Akzeptanz von Diesel als Antriebsmodell.

Im Rahmen der aktuellen Studie „Erneuerbare Energien in Österreich 2017“ gaben mehr als 1.000 Befragte ihre Meinung ab und sprechen dabei eine deutliche Sprache. Mehr als die Hälfte glaubt an ein Österreich ohne fossile Energiequellen. Deutliche 85 % ziehen die Weiterentwicklung erneuerbarer Energietechnologien der stärkeren Nutzung fossiler Energieträger vor und 81 % erhoffen sich dadurch ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Die Stimmung in Bezug auf erneuerbare Energietechnologien ist damit ungebrochen positiv.

Erneuerbare Energien in Österreich 2017

Motivator Umweltschutz

Hauptargument für den Ausbau erneuerbarer Energien ist für 84 % der befragten Österreicher der Umwelt- und Klimaschutz. Damit einher geht eine breite Zustimmung einschneidender Maßnahmen und Verbote, wie das Verbot von Ölheizungen in Neubauten oder das Verbot von älteren Dieselautos in Österreichs Innenstädten. Als weitere wichtige Gründe für die Nutzung erneuerbarer Energien werden die Wirtschaftlichkeit sowie die mögliche Unabhängigkeit von Energielieferanten genannt.

Elektroautos auf der Überholspur

Auch im Bereich Elektromobilität setzt sich der Trend, der sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet hat, fort. Die Zulassungszahlen in Österreich steigen im Europavergleich deutlich, die Kaufabsicht ist sehr hoch. 42 % der Befragten, die sich grundsätzlich den Kauf eine Elektroautos vorstellen können, möchten dies bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre tun. Mehr als ein Drittel geht davon aus, dass der Markt in 20 Jahren von Elektroautos dominiert wird. Bis das der Fall ist, müssen allerdings die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden.

„Zu geringe Reichweite bei den Fahrzeugen, eine unzureichende Ladeinfrastruktur und nach wie vor zu hohe Preise sind oftmals noch hinderlich“, betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „Laut Studie kostet das Wunsch-E-Auto 20.000 Euro, fährt mit einer einzigen Ladung 650 Kilometer und ist nach einer Stunde wieder vollständig aufgeladen.“

Weitere Trends: Photovolatik, Stromspeicher und Bürgerbeteiligung

Ebenfalls im Trend liegt der Bau von Photovoltaikanlagen. Die Menge der Anlagen ebenso wie die Zahlungsbereitschaft dafür ist im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen. Bereits die Hälfte der Befragten will durchschnittlich 1.000 Euro pro kWp (Kilowatt peak) investieren. Jeder zweite Photovoltaikbesitzer gibt zudem an über die Anschaffung eines Stromspeichers nachgedacht zu haben. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass finanzielle Anreize Wirkung zeigen. Seit Anfang 2018 ist die „kleine Ökostromnovelle“ wirksam, ein weiterer Schritt zum Ausbau von Photovoltaikanlagen und zur Steigerung der Installationsraten von Stromspeichern.

Die direkte finanzielle Beteiligung von Privatpersonen an Projekten zur Nutzung von erneuerbaren Energien, die sogenannte Bürgerbeteiligung, erfreut sich ebenfalls steigender Beliebtheit. Rund 30 % der Befragten zeigen Interesse oder planen eine Beteiligung. Allerdings besteht in diesem Bereich noch ein großes Informationsdefizit, mehr als 60 % der Studienteilnehmer hat noch nie von der Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung gehört.

Jugend im Fokus

Der neue Schwerpunkt der aktuellen Studie auf Jugendliche und junge Erwachsene zeigt, dass sie vergleichsweise mehr Wert auf Stromherkunft und auf einen höheren Anteil an Photovoltaik im Strommix legen. Ebenso ist die Bereitschaft ein Elektroauto zu kaufen unter den Jugendlichen mit 61 % um 10 % höher als bei den Erwachsenen. Zukunftstrends wie der Etablierung der Blockchain-Technologie oder einer zentralen Rolle von Robotern im Alltag halten die jungen Erwachsenen allerdings für weniger wahrscheinlich.

Zusammenfassend zeigt die Studie „Erneuerbare Energien in Österreich 2017“, dass das Bewusstsein für erneuerbare Energietechnologien weiter gestiegen ist. Für die österreichische Bevölkerung wird Nachhaltigkeit bei den Themen Strom- und Wärmeversorgung oder Mobilität immer relevanter. Insgesamt ergibt sich ein sehr positives Stimmungsbild in Bezug auf erneuerbare Energietechnologien.

 

 

Erneuerbare Energien in Österreich 2016

Auch 2016 führte das Institut für Strategisches Management der WU Wien gemeinsam mit Deloitte Österreich und Wien Energie eine Studie zum Thema „Erneuerbare Energien in Österreich“ durch. Dabei wurden 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu ihren Einstellungen und Assoziationen in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien befragt. Die Ergebnisse zeigten einen klaren Trend zu mehr Nachhaltigkeit in den Bereichen Strom, Wärmeversorgung und Mobilität.

Erneuerbare Energien in Österreich 2016
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