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Erneuerbare Energien in Österreich 2021

Österreicherinnen und Österreicher sind trotz Corona bereit für Energiewende

Trotz anhaltender Corona-Krise flacht das Bewusstsein für den Klimaschutz in Österreich nicht ab. Das bestätigt die bereits zum siebten Mal erhobene Studie der Universität Klagenfurt, WU Wien, Deloitte Österreich und Wien Energie. Demnach bleibt auch die Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte relativ konstant. Die Eigeninitiative und das Interesse an BürgerInnenbeteiligungen haben sogar zugenommen. Und: Elektroautos liegen nach wie vor im Trend.

Bereits zum siebten Mal wurde im Rahmen einer repräsentativen Studie die Stimmung der österreichischen Bevölkerung rund um das Thema erneuerbare Energien analysiert. Über 1.000 Personen wurden österreichweit um ihre Einschätzungen gebeten. Dabei zeigt sich ein klares Bild: Auch vor dem Hintergrund der omnipräsenten Corona-Pandemie verliert der Kampf gegen den Klimawandel nicht an Relevanz. Die Zustimmung der Befragten zur Erreichung der Klimaziele ist unverändert hoch.

Erneuerbare Energien in Österreich 2021

Die Key Findings der Studie:

  • Große Sorge: Mehr als die Hälfte der Befragten spürt die Folgen des Klimawandels
  • Rasanter Anstieg: 44 % der Befragten zeigen Interesse an BürgerInnenbeteiligungen
  • Hohe Akzeptanz: 73 % befürworten erneuerbare Energieprojekte
  • Konstantes Interesse: Elektrofahrzeuge in Österreich nach wie vor im Trend

Das Thema Klimaschutz ist zweifelsfrei gekommen, um zu bleiben – daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert. Das Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels ist nach wie vor stark. Mehr als die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher spürt bereits die Folgen des Klimawandels. Hier gab es einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zur Vorjahreserhebung.

Österreicherinnen und Österreicher wollen klare Klimaziele

Die Mehrheit der Befragten (mehr als 60 %) unterstützt die Ziele der Bundesregierung, bis 2030 den Gesamtstromverbrauch zur Gänze aus erneuerbaren Energiequellen zu decken und bis 2040 klimaneutral zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist auch die Zahl der Menschen, die einen Einbaustopp für neue Öl- und Gasheizungen befürworten, von 44 % auf 52 % gestiegen. 62 % wünschen sich eine Photovoltaik-Verpflichtung für Neubauten.

Die Umfrageergebnisse belegen: Die Österreicherinnen und Österreicher sind bereit für die Energiewende. Nun müssen die entsprechenden energie- und klimapolitischen Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden.

BürgerInnenbeteiligungen im Aufwärtstrend

In der Studie sticht ein Punkt besonders hervor: Seit 2017 ist das Interesse an BürgerInnenbeteiligungen für erneuerbare Energieprojekte um die Hälfte gestiegen. 44 % der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer können sich heute vorstellen, selbst aktiv zu werden und sich in BürgerInnenbeteiligungen einzubringen. Auch ist das Interesse, Photovoltaikanlagen am eigenen Haus oder Wohngebäude zu installieren, klar vorhanden: Der Anteil jener, die angeben, dass innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate die Installation einer Photovoltaikanlage geplant ist, ist im Vergleich zum Sommer 2020 um insgesamt 5 Prozentpunkte gestiegen.

Die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt: Für die Bevölkerung wird es immer wichtiger, in puncto Nachhaltigkeit selbst die Initiative zu ergreifen. Die Zahl der Personen, die sich bewusst mit erneuerbaren Energien auseinandergesetzt haben, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Hier kann man einen deutlichen Aufwärtstrend erkennen.

Große Akzeptanz für erneuerbare Energien

Insgesamt ist auch die Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte mit 73 % sehr hoch. Im Vergleich zur letzten Umfrage zeichnet sich jedoch in einem Bereich ein Negativtrend ab: Die Zustimmung zur Errichtung von Windkraftanlagen in (der Nähe) der eigenen Gemeinde sinkt. Während es bei Photovoltaik und Kleinwasserkraft kaum einen Rückgang gibt, verringert sich die Akzeptanz von Windkraft von 67 % auf 62 %.

Trotz dieses Abwärtstrends ist bemerkenswert, dass hohe Anteile der Bevölkerung durchaus bereit sind, auch wirklich einschneidende Maßnahmen für mehr Klimaschutz mitzutragen. So befürworten 38 Prozent der Befragten sogar den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik in bisher unberührter Landschaft oder in Naturschutzgebieten.

Konstantes Interesse an E-Autos

Laut Studie hält auch der Trend zu Elektroautos an. Für 43 % der Befragten kommt aktuell die Anschaffung eines E-Autos in Frage. Das hohe Interesse an alternativen Antriebsformen für den Individualverkehr ist in der Bevölkerung damit zweifelsfrei vorhanden. Doch neben E-Autos gewinnt das Thema Wasserstoff an Popularität: Mit 60 % ist die Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass sich die Automobilbranche in der Forschung verstärkt auf Wasserstoffantriebe konzentrieren sollte. Für batterieelektrische Antriebe stimmen hier nur 33 % der Befragten zu.

Es zeigt sich eine klare Forderung nach Forschung im Bereich der alternativen Antriebsformen. Die Umfrage belegt außerdem, dass auch Einschränkungen und Verbote von den Befragten zugunsten der Umwelt breiter akzeptiert werden. 30 % der Österreicherinnen und Österreicher sprechen sich mittlerweile sogar für ein Verbot von Diesel- und Benzinautos aus. Damit scheint klar, wohin die Reise in Zukunft geht.

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 bis 2021

Bereits seit 2016 führt das Institut für Strategisches Management der WU Wien gemeinsam mit Deloitte Österreich und Wien Energie jährlich eine Studie zum Thema „Erneuerbare Energien in Österreich“ durch. Dabei werden 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu ihren Einstellungen und Assoziationen in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien befragt. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend zu mehr Nachhaltigkeit in den Bereichen Strom, Wärmeversorgung und Mobilität.

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