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Neuer Ausfallsbonus für Unternehmen

Die Corona-Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung wurden um einen sogenannten „Ausfallsbonus“ ergänzt. Der Ausfallsbonus soll allen Unternehmen zukommen, die einen Umsatzausfall von mindestens 40% erleiden. Betrachtet werden hierbei isoliert einzelne Kalendermonate. Der eigentliche Bonus beläuft sich auf 15% des Umsatzrückganges wobei weitere 15% des Umsatzrückganges als Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II beantragt werden können. Die Maximalhöhe dieser Förderung beträgt pro Monat EUR 60.000. Eine Antragstellung ist jeweils ab dem 16. des folgenden Monats möglich, wobei eine erstmalige Antragstellung für die Monate November, Dezember und Jänner seit dem 16. Februar 2021 möglich ist.

Wer kann beantragen?

Den Ausfallsbonus beantragen können Unternehmen mit einem Umsatzausfall von mindestens 40%. Ergänzend müssen ua folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich;
  • Ausübung einer operativen Tätigkeit in Österreich, die zu Einkünften aus selbstständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieb führt;
  • kein Insolvenzverfahren und keine vorsätzlichen Finanzstrafen in den letzten 5 Jahren (außer diese übersteigt nicht EUR 10.000);
  • keine Kündigung von mehr als 3% der MitarbeiterInnen (nur bei Unternehmen mit mehr als 250 MitarbeiterInnen), es sei denn, es gibt eine entsprechende Begründung.

Gewisse Branchen (zB Banken, Versicherungen) sind von einer Antragstellung ausgeschlossen.

Wie ermittelt sich der Umsatzausfall?

Der Umsatzausfall wird berechnet, indem die Differenz zwischen den Umsätzen des Betrachtungszeitraums und des Vergleichszeitraums ermittelt wird. Der Betrachtungszeitraum umfasst die Kalendermonate zwischen November 2020 und Juni 2021. Der Umsatz des Betrachtungszeitraums ist bei der Antragstellung manuell zu erfassen. Der Vergleichszeitraum ist der dem Kalendermonat des Betrachtungszeitraums entsprechende Kalendermonat aus dem Zeitraum März 2019 bis Februar 2020. Der Umsatz des Vergleichszeitraumes wird von der Finanzverwaltung grundsätzlich automatisiert übernommen. Verglichen wird hiernach zB der Jänner 2021 mit dem Jänner 2020 oder der März 2021 mit dem März 2019.

Wie hoch ist der Ausfallsbonus?

Die Ersatzrate beträgt 30% des Umsatzrückganges, davon 15% als Bonus und 15% als Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II. Der Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II ist optional und wenn dieser in Anspruch genommen wird müssen auch die dahingehenden Voraussetzungen erfüllt sein und der Antragsteller verpflichtet sich, bis zum 31. Dezember 2021 einen Antrag auf Gewährung eines Fixkostenzuschuss II zu stellen. Der Vorschuss ist hiernach zB nicht möglich, wenn anstatt des Fixkostenzuschuss II ein Verlustersatz in Anspruch genommen werden soll. Sowohl der Bonus, als auch der Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II sind mit jeweils EUR 30.000 pro Kalendermonat gedeckelt.

Der maximale Auszahlungsbetrag pro Unternehmen ist allgemein mit EUR 1,8 Mio gedeckelt, wobei hier bestimmte Corona-Hilfen gegengerechnet werden müssen (siehe unten). Für Unternehmen, die sich zum 31.12.2019 in Schwierigkeiten befunden haben (außer bei Klein-/Kleinstunernehmen), gelten besondere beihilfenrechtliche Bestimmungen. Der allgemeine Höchstbetrag beträgt in diesen Fällen EUR 200.000. Ein Ausfallsbonus ist nicht möglich für Monate, in welchen ein Umsatzersatz (II) in Anspruch genommen wurde.

Wo und bis wann kann der Ausfallsbonus beantragt werden?

Die Antragstellung kann über FinanzOnline durch den Unternehmer selbst oder dessen Steuerberater erfolgen. Eine Beantragung ist jeweils spätestens bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum drittfolgenden Kalendermonats möglich. Die Antragstellung für die Betrachtungszeiträume November 2020 und Dezember 2020 hat bis zum 15. April 2021 zu erfolgen.

Was muss beim Umsatzersatz gegengerechnet werden?

Grundsätzlich muss erst ab dem Erreichen der neuen Obergrenze von EUR 1,8 Mio gegengerechnet werden. Das betrifft folgende Förderungen:

  • Umsatzersatz (II).
  • Fixkostenzuschuss II.
  • Covid-19-Kredithaftungen im Ausmaß von 100 Prozent, die noch nicht zurückbezahlt wurden.
  • Covid-19-Zuwendungen von Bundesländern, Gemeinden oder regionalen Wirtschafts- und Tourismusfonds.
  • Bestimmte Covid-19-Zuschüsse aus dem Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds.

Diese sind zusammen zu zählen und werden von der angeführten Obergrenze in Abzug gebracht.

Nicht gegengerechnet werden muss die Kurzarbeitsbeihilfe, der Fixkostenzuschuss I oder 90%- und 80%-Haftungen der AWS oder der ÖHT sowie Zuschüsse aus dem Härtefallfonds.

Wie erfolgt die Auszahlung?

Der Ausfallsbonus wird laut Bundesregierung innerhalb von 10 Werktagen nach Antragstellung überwiesen. Nachträglich kann eine strichprobenmäßige Überprüfung des Ausfallsbonus erfolgen. Insofern der Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II geltend gemacht wird muss darüber hinaus in weiterer Folge die finale Antragstellung für den Fixkostenzuschuss II von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer überprüft und eingebracht werden.

Was ist mit Neugründungen?

Die Umsatzsteuervoranmeldungen des Jahres 2020 bis zum Oktober werden durch die Anzahl der bestehenden Monate seit der Gründung dividiert. Das Unternehmen muss vor dem 1. November 2020 gegründet worden sein. Klare Vorgaben gibt es beim Ausfallsbonus auch für Umgründungen und sonstige Unternehmensübertragungen (zB Schenkungen).

Wo findet man nähere Details?

Nähere Details finden Sie in der relevanten Richtlinie sowie unter den FAQ des BMF, welche laufend aktualisiert und erweitert werden.

Fazit

Der neue Ausfallsbonus soll helfen, den von starken Umsatzrückgängen betroffenen Unternehmen verhältnismäßig einfach und schnell neue Liquidität zur Verfügung zu stellen. Wichtig hierbei ist vor allem, das Verhältnis der verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen zu einander zu planen und optimieren. In Anbetracht der maximalen Höhe des Ausfallsbonus von EUR 60.000 pro Monat stellt dieser darüber hinaus wohl nur für kleine Unternehmen eine echte Unterstützung dar.

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