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Deloitte Austrian Tax Survey

Keep it simple: Führungskräfte plädieren für die Vereinfachung des Steuersystems

Mehr als 250 Führungskräfte haben im Rahmen der Deloitte Austrian Tax Survey ihre unternehmerische Einschätzung der aktuellen steuerlichen Situation in Österreich abgegeben. Für insgesamt 59% der Befragten fällt das Fazit eindeutig aus: derzeit stellt das steuerliche Umfeld eine mögliche Hürde für das Wirtschaften in Österreich dar. Potenzial zur Verbesserung der Situation wird in unterschiedlichen Bereichen identifiziert:


Die Top 5 der positiven Einflussfaktoren

  • Vereinfachung des Steuersystems (70%)
  • Reduktion der Lohnnebenkosten (62%)
  • Mehr Rechts- und Planungssicherheit (31%)
  • Höhere Konsistenz und Zuverlässigkeit der Finanzverwaltung (30%)
  • Vereinfachungen im Steuer-Compliance Bereich (27%)
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Die Auflistung zeigt, dass 70% der Befragten der Meinung sind, dass eine Vereinfachung des Steuersystems die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs steigern könnte.

„Das Steuersystem hat entscheidenden Einfluss auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. Die Manager sind sich einig: Es braucht eine Vereinfachung der Steuergesetze, um Österreich zurück in die Topliga zu bringen“, analysiert Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich.

Zusätzlich zur Senkung der Lohnnebenkosten um 1-2%, die von nahezu zwei Drittel der Führungskräfte gefordert wird, besteht auch der Wunsch nach größerer Rechts- und Planungssicherheit in Steuerfragen. Häufige Gesetzesänderungen und doppeldeutige Gesetze sowie unzureichende Übergangsfristen werden als einschränkend empfunden. Insgesamt besteht seitens der Führungskräfte die Forderung nach Vereinfachung, Vereinheitlichung und Beständigkeit.

Diese Forderung kann auch auf die Finanzverwaltung ausgeweitet werden. Die Befragten äußern ihren Wunsch nach einer klaren, konsistenten und zuverlässigen Vorgangsweise durch die Beamten. Zusätzlich werden die Verfahrensdauer und die Auskunftserteilung über steuerliche Folgen zukünftiger Sachverhalte als Schwachstellen identifiziert.

Nichtsdestotrotz beschreiben knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer ihr Verhältnis zu den Finanzbehörden als konstant gut, 27% sogar als sehr gut.

„Insbesondere wird von den Befragten die Zusammenarbeit im Rahmen des Horizontal Monitorings positiv gesehen“, so Herbert Kovar, Partner bei Deloitte Österreich.

Internationale Steuerregelungen zeigen Wirkung

Heimische Unternehmen setzen sich immer mehr mit den Konsequenzen auseinander, die durch die Veränderungen im internationalen Steuerrecht auf sie zukommen können. Haben sich im Jahr 2015 beispielsweise erst 10% der Führungskräfte über die bereits in Umsetzung befindlichen Verschärfungen der Betriebsstättenbesteuerung informiert, so beschäftigen sich aktuell bereits 61% der Führungskräfte mit diesem Thema.

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