Austrian Tax Survey 2018

Analysen

Deloitte Austrian Tax Survey 2018

Österreichs Steuerlandschaft als Standortnachteil

Der Deloitte Austrian Tax Survey 2018 analysiert auch dieses Jahr die Stimmung unter heimischen Führungskräften in Sachen Steuerstandort Österreich. Das Ergebnis ist wenig erbaulich – Österreichs Steuerlandschaft birgt nach wie vor zahlreiche Hürden für Unternehmen. Selbst der Megatrend Digitalisierung wird von den komplexen steuerlichen Regelungen in den Schatten gestellt, die Zukunftsprognosen sind zurückhaltend. Die angekündigte Ausdehnung der „Ruling“-fähigen Themengebiete im Rahmen des Jahressteuergesetzes wird allerdings größtenteils positiv bewertet.

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Die Top 5 Findings

  • Belastendes Umfeld: Für fast drei Viertel der Befragten stellt das steuerliche Umfeld eine Herausforderung dar
  • Nachteilige Übererfüllung: Gold Plating wird als Wettbewerbsnachteil empfunden
  • Keep it simple: Auch in diesem Jahr ist der Wunsch nach Vereinfachung und Kostensenkung groß
  • Abwartender Blick in die Zukunft: Die aktuelle Einschätzung der steuerlichen Zukunft ist verhalten
  • Lichtblick Jahressteuergesetz: Positive Resonanz gibt es für die Ausweitung der Themengebiete für verbindliche Rechtsauskünfte


437 befragte Führungskräfte haben im Rahmen des Deloitte Austrian Tax Survey ihre Meinung zum Steuerstandort Österreich kundgetan. Die Stimmung ist nüchtern: fast drei Viertel der Befragten geben an, dass ein Agieren auf dem österreichischen Markt für ihr Unternehmen im Vergleich zu anderen Staaten eine besondere Herausforderung darstellt. Die Übererfüllung der steuerlichen EU-Mindeststandards, das sogenannte Gold Plating, wird von 61 % als klarer Nachteil für den Wirtschaftsstandort Österreich wahrgenommen.

Auch dieses Jahr wieder ganz oben auf der Wunschliste: weniger Komplexität und Kostensenkungen. „Die Unternehmen fordern schon lange eine Vereinfachung des Steuersystems sowie eine Reduktion der Lohnnebenkosten. Eigentlich sollten sich die Unternehmer vorrangig mit Zukunftsthemen wie der Digitalisierung auseinandersetzen. Die steuerlichen Umstände nehmen aber überproportional viel Zeit in Anspruch“, analysiert Herbert Kovar, Partner bei Deloitte Österreich.

Skepsis für steuerliche Zukunft

Häufige Änderungen der Gesetzeslage (61 %) sowie unklare, doppeldeutige oder gar widersprüchliche Interpretationen der Regelungen durch die Finanzverwaltung (66 %) führen zu einer zurückhaltenden Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. „Die Unternehmen blicken weiterhin skeptisch in die steuerliche Zukunft Österreichs. Wir beobachten derzeit eine abwartende Haltung. Viel hängt jetzt von der angekündigten Steuerreform ab“, erklärt Kovar.

Lichtblick Jahressteuergesetz

Einen positiven Aspekt stellen die angekündigten Maßnahmen des Jahressteuergesetzes 2018 dar. 80 % der Befragten sehen die Ausdehnung der „Ruling“-fähigen Themengebiete positiv. „Planbares und verlässliches Vorgehen seitens des Gesetzgebers und der Finanzverwaltung werden für die Unternehmen im komplexen wirtschaftlichen Umfeld immer wichtiger. Es bleibt abzuwarten, wie die diesbezüglichen Pläne der Bundesregierung in der Praxis umgesetzt werden“, so Herbert Kovar abschließend.

Die vollständigen Ergebnisse der Befragung sowie weitere Ausführungen zum Thema finden Sie in unserem Deloitte Austrian Tax Survey 2018.

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