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Das Deloitte International Wealth Management Centre Ranking 2018

Ein langer Weg zur zukünftigen Wertschöpfung

Das dritte International Wealth Management Centre Ranking von Deloitte beleuchtet die Wettbewerbsfähigkeit internationaler Vermögensverwaltungszentren, ihr Volumen international verwalteter Vermögen, das Wachstum, ihre Rentabilität und Effizienz über die letzten Jahre. Die führenden Standorte stellen sich grösstenteils erfolgreich den zunehmenden Herausforderungen und lassen so andere Finanzzentren hinter sich.

Über den Bericht

Die 2018er Ausgabe des Berichts konzentriert sich auf die folgenden neun Wealth Management-Zentren: Schweiz, Singapur, Hongkong, die USA, Grossbritannien, die VAE, Luxemburg, Bahrain sowie Panama und die Karibik.

Die untenstehende interaktive Grafik zeigt die verschiedenen Rankings der Wealth Management-Zentren nach Wettbewerbsfähigkeit, Grösse und Performance.

The Deloitte International Wealth Management Centre Ranking 2018

Wichtigste Ergebnisse

Neue Herausforderungen

In den letzten Jahren ist das geschäftliche Umfeld für internationale Wealth Management-Zentren schwieriger geworden. Der Wettbewerb wird heute entlang der Fronten «Anbieterfähigkeit» und «digitale Reife» ausgetragen. Die führenden Zentren verzeichneten zwischen 2010 und 2017 Rückgänge sowohl beim Volumen international verwalteter Vermögen, als auch bei den Nettoneugeldern. Die Konkurrenzfähigkeit bei den Kosten stellt nach wie vor eine Herausforderung dar.

Führende Zentren: Schweizer an der Spitze, aber andere holen auf

  • Die Schweiz ist noch führend in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, Grösse und Performance. Sie verliert aber beim Volumen verwalteter Vermögen an Boden, während andere hier zulegen können. Hongkong weist die grösste Wachstumsrate beim Volumen verwalteter Vermögen auf (+122% in den letzten sieben Jahren), die USA folgen dahinter (+48%).
  • Die führenden Zentren konnten den Kostendruck grösstenteils meistern: Sie bauen ihre digitalen Kapazitäten aus und setzen bei der Anbieterfähigkeit neue Standards.

Schlusslichter: Panama und Karibik

  • Die Schweiz hat an Volumen international verwalteter Vermögen verloren, ist aber nach wie vor das grösste Zentrum. Panama und die Karibik hat am meisten an Boden verloren.
  • Die besten Zentren sind den anderen deutlich voran. Die Schlusslichter des Rankings, insbesondere Panama und die Karibik, schnitten in nahezu jedem Punkt am schlechtesten ab. Hongkong bildet hierbei eine Ausnahme: Das Zentrum verzeichnete am meisten Nettoneugelder, das Volumen international verwalteter Vermögen steigt und bei der Wettbewerbsfähigkeit liegt es ganz vorne. Allerdings klettert auch die Cost-to-Income Ratio nach oben – das Wachstum hat also seinen Preis.

Was bedeutet das für die Schweiz?

  • Die Schweiz ist zwar das einzige Zentrum unter den besten vier, das einen Teil seines Volumens international verwalteter Vermögen abgeben musste (-5.2% 2015 bis 2017). Dennoch ist sie mit international verwalteter Vermögen von USD 1,84 Billionen nach wie vor das grösste Zentrum.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ermöglichte es, die globalen Konkurrenten zu überflügeln, indem es seine Gewinnmarge von 2015 bis 2017 um 18,2% steigerte.
  • Diese Entwicklung muss jedoch mit Vorsicht genossen werden – Schweizer Anbieter tun sich schwer damit, neue internationale Vermögenswerte anzuziehen und ihr traditionelles Geschäftsmodell durch Investitionen in Innovation und die Verbesserung der Kundenerfahrung weiter zu modernisieren.

Es besteht Handlungsbedarf für Unternehmen

  • Wealth Management-Anbieter benötigen eine Differenzierungsstrategie, um das Kundenerlebnis zu verbessern und die Geschäftsleistung zu steigern.
  • Die Anbieter sollten daher umdenken und ihr Geschäftsmodell erneuern, um mit den sich wandelnden Kundenpräferenzen Schritt halten zu können.
  • Um den sich ständig wandelnden Herausforderungen seitens der Kunden begegnen zu können und einen nachhaltigen Zufluss an internationalen und mobilen Vermögenswerten zu garantieren, benötigen Wealth Management-Anbieter auch Zugang zu fähigen Mitarbeitenden, effizienten Marktplätzen und anderen Finanzdienstleistern, mit denen sie zusammenarbeiten können.
  • Um dies zu erreichen, müssen Regulierungsbehörden und die Politik durch angemessene Bestimmungen den Zugang zu internationalen Wealth Management-Zentren erleichtern.

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