global manufacturing competitiveness index

Analysen

2016 Global Manufacturing Competitiveness Index

Mit der Herausgabe des 2016 Global Manufacturing Competitiveness Index (GMCI) setzen Deloitte Touche Tohmatsu Limited (Deloitte Global) und der Council on Competitiveness (USA) die Untersuchungen der 2010 und 2013 veröffentlichten Studien fort. Die Ergebnisse der neuen Untersuchung verdeutlichen die anhaltende Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Eine starke Fertigungsindustrie sorgt durch Infrastrukturentwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und ihren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt sowohl insgesamt als auch pro Kopf für mehr Wohlstand.

Zusammenfassung

Die verarbeitende Industrie verzeichnet weltweit eine rasche Entwicklung. Die Gewinne und Exporte produzierender Unternehmen fördern den Wohlstand, und zur Entwicklung fortschrittlicher Herstellungskapazitäten investieren Länder immer mehr in die High-Tech-Infrastruktur und Bildung. Länder und Unternehmen laufen auf die nächste Technologiegrenze zu und steigern das wirtschaftliche Wohlergehen. Und während sich die digitalen und realen Welten im Fertigungssektor annähern, haben moderne Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Länder noch mehr an Bedeutung gewonnen. So nehmen auch in den meisten Industrienationen technologieintensive Sektoren eine herausragende Stellung ein und sind entscheidend, um die Konkurrenzfähigkeit zu erreichen oder zu halten.

Zur Erstellung des Rankings 2016 wurden CEOs gebeten, ihre Länder hinsichtlich der aktuellen und zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes einzustufen. Die besten Länder erzielten dabei hohe Werte bei mehreren Faktoren. Die Ergebnisse belegen auch die enge Verbindung zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Eine nähere Betrachtung widmet die Studie sechs Ländern: USA, China, Japan, Deutschland, Südkorea und Indien. Auf diese Länder entfallen gemessen an ihrem Wert 60 Prozent der global hergestellten Güter, und durch ihre herausragende Stellung haben sie einen besonderen Einfluss auf die globalen Trends im verarbeitenden Gewerbe.

Highlights des Berichts

China und die USA konkurrieren um die Spitzenposition, dahinter behauptet Deutschland seine Stellung

  • Noch ist China der konkurrenzfähigste Fertigungsstandort. Wie schon im Global Manufacturing Competitiveness Index 2010 und 2013 steht die Volksrepublik auch 2016 ganz oben. Allerdings wird das Riesenreich nach Einschätzung der Manager in den nächsten fünf Jahren auf Platz zwei abrutschen.
  • Es wird erwartet, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts den ersten Rang Chinas übernehmen, während Deutschland seinen dritten Platz verteidigt. Die USA setzen ihren Aufstieg von Platz vier im Jahr 2010 und Rang drei im Jahr 2013 zur Nummer zwei in der diesjährigen Studie fort. Die Führungskräfte rechnen sogar mit dem weiteren Aufstieg zur vordersten Platzierung bis zum Ende des Jahrzehnts, während Deutschland seinen dritten Platz halten dürfte.

Verändernde Dynamik in der globalen Fertigungswirtschaft

  • Da sich digitale und reale Welten einander annähern, erachten CEOs fortschrittliche Fertigungstechnologien für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit als entscheidend.
  • Die zunehmende Bedeutung hochwertigerer Produkte und moderner Prozesse wird den Industrienationen einen Vorteil verschaffen: Durch die immer anspruchsvolleren Produkte, Verfahrenstechnologien und Materialien sind die Schwergewichte des 20. Jahrhunderts (d.h. USA, Deutschland, Japan und Grossbritannien) wieder auf dem Vormarsch und finden sich 2016 weit oben unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern.
  • Zwei Regionen sind besonders stark: In den Top 10 der konkurrenzfähigsten Nationen stammen die meisten Länder aus zwei Regionen: Nordamerika und der Asien-Pazifik-Raum. Die drei nordamerikanischen Länder dürften ihre Stellung in den kommenden fünf Jahren unter den ersten zehn behaupten. Da aus dem Raum Asien-Pazifik auch 2020 wieder fünf Länder (China, Japan, Südkorea, Taiwan und Indien) in den Top 10 erwartet werden, bleiben nur zwei Plätze für die europäischen Vertreter Deutschland und Grossbritannien übrig. 
  • BRICs brechen auseinander: Von den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) sehen die Manager 2016 lediglich China unter den führenden Produktionsstandorten. Die anderen drei Nationen haben in den vergangenen fünf Jahren Plätze eingebüsst.
  • Der Aufstieg der "Mighty Five": Die fünf asiatischen Länder Malaysia, Indien, Thailand, Indonesien und Vietnam (die "Mighty Five" oder auch "MITI-V") dürften es in den kommenden fünf Jahren in die Top 15 des Rankings schaffen.
     

Global CEO survey: 2016 Global manufacturing competitiveness index rankings by country

Wichtigste Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes

  • Talent weiter auf Platz eins: Wie bereits in den Untersuchungen für den Global Manufacturing Competitiveness Index 2010 und 2013 stuften Hersteller qualifizierte Arbeitskräfte als wichtigsten Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes ein.
  • Kostenwettbewerbsfähigkeit (Platz zwei), Produktivität (Platz drei) und Zulieferernetze (Platz vier) sind ebenfalls von Bedeutung: In Zeiten eines schleppenden Wachstums sind die Kostenkontrolle und steigende Produktivität für Hersteller fundamental zur Steigerung ihrer Gewinne; ebenfalls entscheidend ist der Aufbau eines starken Netzwerkes von Zulieferern.
     
 
Global CEO survey: Drivers of global manufacturing competitiveness
global manufacturing competitiveness index
Source: Deloitte Touche Tohmatsu Limited and US Council on Competitiveness, 2016 Global Manufacturing Competitiveness Index

Auswirkungen der Politik

  • Ein günstigeres politisches Umfeld für die Fertigungsindustrie: Manager aus den USA, Europa und China gaben an, dass sich durch die Politik in ihren Ländern die Wettbewerbsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zu vor drei Jahren verbessert hat. Insbesondere die Veränderungen in den Bereichen Technologietransfer, Wissenschaft und Innovation ermutigen die Produzenten, mehr fortschrittliche Technologien anzuwenden und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der Schutz des geistigen Eigentums wird in den USA und Europa mittlerweile auch als wichtiger Wettbewerbsvorteil angesehen, wohingegen in China dieser Aspekt in der Liste der Vorteile gar nicht auftaucht.
  • Einschätzungen in den USA: US-Manager zeigten sich mit der Politik in den USA zufriedener als in der Umfrage vor drei Jahren. So sorgten neue Vorschriften vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologietransfer, geldpolitische Kontrolle, Wissenschaft und Innovation, ausländische Direktinvestitionen, Schutz des geistigen Eigentums sowie Sicherheit und Gesundheit für Wettbewerbsvorteile in ihren Unternehmen. Die Körperschaftsteuersätze, die Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Besteuerung ausländischer Erträge stellen ihrer Sicht nach einen Nachteil für die USA dar.
  • Einschätzungen in China: In China helfen offenbar politische Massnahmen zur Förderung oder direkten Finanzierung von Investitionen in Wissenschaft und Technologie, den Technologietransfer, die Nachhaltigkeit und Infrastrukturentwicklung den dort ansässigen Unternehmen dabei, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Chinesische Manager gaben an, dass einige Massnahmen wie etwa die Körperschaftsteuer und individuelle Steuersätze, Arbeitsgesetze und staatliche Interventionen bzw. die Eigentumsrechte ihre Wettbewerbsfähigkeit einschränkten.
  • Einschätzungen in Europa: Europäische Führungskräfte sehen die Kartell- und Produkthaftungsgesetze sowie Massnahmen zum Schutz des geistigen Eigentums und der Bereiche Gesundheit, Technologietransfer, Nachhaltigkeit und Wissenschaft als Wettbewerbsvorteile für ihre Unternehmen. Dagegen wurden nur vier Bereiche angegeben, die eindeutig einen Nachteil darstellen: Arbeitsmarktpolitik, Körperschaftsteuer und individuelle Steuersätze, Wirtschaftspolitik und Fiskalpolitik.
     
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