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Next Generation Family Businesses  

Exploring business ecosystems  

Autoren: Mennolt Beelen & Mark Whitmore

Unternehmen im Familienbesitz sehen sich zunehmend der folgenden Herausforderung gegenüber: Wie kann ein Familienunternehmen in dem dynamischen Geschäftsumfeld von heute erfolgreich sein und seine Identität als Unternehmen und als Familie bewahren?

Um in den dynamischen und komplexen Geschäftsumfeldern von heute erfolgreich zu sein, müssen viele Familienunternehmen ihre Einstellung ändern, um eine umfassendere Perspektive der Arten von Geschäftsbeziehungen einzunehmen, die bei der Wertschöpfung hilfreich sein können. Dies ergab eine neue Studie von Deloitte.

Familienunternehmen der nächsten Generation Eine globale Studie des Deloitte Family Business Center aus dem Jahr 2018 befragte 575 gegenwärtige und zukünftige Leiter von Familienunternehmen, um ihre Einstellungen und Verhaltensweisen im Hinblick auf die Geschäftsumfelder, in denen sie operieren, zu untersuchen. Die Studie zeigt, dass die meisten Familienunternehmen das Geschäftsumfeld als Wachstumschance wahrnehmen.. Allerdings kommen selbst in Unternehmen, deren Leiter sich als offen für Zusammenarbeit einschätzen, gewisse isolierende Verhaltensweisen vor.

Innovation ist ein Bereich, in dem die Taten vieler Leiter von Familienunternehmen nicht mit ihren Worten Schritt halten. Eine grosse Mehrheit (89 Prozent) der Umfrageteilnehmer gab an, dass das Geschäftsumfeld es ihrem Unternehmen ermöglicht, Innovationen über ihre ursprüngliche Kapazität hinaus zu erreichen. Wurden sie jedoch zu ihrer tatsächlichen Teilnahme an Innovationsprojekten befragt, gaben 53 Prozent der Befragten an, dass sie in den letzten drei Jahren selten oder nie mit anderen Unternehmen zusammengearbeitet haben. Dies deutet auf eine anhaltende Zurückhaltung zumindest einiger Familienunternehmen, mit externen Parteien zu interagieren. 32 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nur mit Unternehmen an neuen Dienstleistungen und/oder Produkten zusammenarbeiten würden, mit denen sie bereits eine langjährige Beziehung pflegen. Dies steht im Einklang mit dem traditionellen Schwerpunkt vieler Familienunternehmen auf einer Zusammenarbeit mit stabilen und vertrauten Partnern – ein Modell, das im Gegensatz zu den dynamischen und diversen Interaktionsarten steht, die das Geschäftsumfeld von heute prägen.

Vor diesem Hintergrund ist es interessant, dass in den vergangenen drei Monaten Übernahmen die häufigste Transaktion unter den Befragten waren – und dass sie damit rechneten, auch in den nächsten drei Jahren mehr Übernahmen als jede andere Transaktion durchzuführen. Auf die Frage nach dem Grund für Unternehmenskombinationen nannten 30 Prozent der Befragten "Zugang zu Innovationen" – der dritthäufigste Grund, der für eine Unternehmenskombination genannt wurde. Die Studie ergab auch, dass Familienunternehmen grossen Wert auf geistiges Eigentum legen. 63 Prozent der Befragten gaben an, dass der Besitz von geistigem Eigentum ihnen "sehr" oder "ziemlich" wichtig sei.

Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Familienunternehmen das Bedürfnis haben, Innovationen vollständig zu besitzen, um aus ihnen Wert zu schöpfen. Zwar steht dieser Glaube im Einklang mit dem traditionellen Schwerpunkt von Familienunternehmen auf dem Besitz von Vermögenswerten. Jedoch setzen sich die Unternehmensleiter unnötigen Risiken aus, wenn dadurch Akquisitionen Vorrang gegenüber anderen Beziehungen eingeräumt wird. Insbesondere bieten Joint Ventures und Allianzen – die in der Regel kooperativer, besser ausgehandelt und weniger riskant sind als Übernahmen – Familienunternehmen Möglichkeiten, um von Innovationen zu profitieren, ohne sie besitzen zu müssen.

Um die Chancen moderner Geschäftsumfelder voll auszunutzen, empfiehlt es sich für Familienunternehmen, eine flexible, offene Einstellung gegenüber verschiedenen Arten von Geschäftsbeziehungen in Betracht ziehen. Dies stellt eine grundlegende Veränderung dar, der sich sicher auch viele Familienunternehmen bewusst sind. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie die Einstellung ihres Unternehmens zu Kollaborationen, Fusionen und Übernahmen und Allianzen ändern müssen (53 Prozent: "zu einem gewissen Grad"; 17 Prozent: "dringend"). Familienunternehmen sind in der Regel widerstandsfähig und flexibel, und meistens auch langfristig orientiert. Mit diesen Stärken, einer klugen Führung und fundierten Kenntnissen des aktuellen Umfelds können Familienunternehmen ihren Weg zu Erfolg und Langlebigkeit meistern.

Das Gesamtbild der Umfrage zeigt, dass Familienunternehmen langsam auf eine umfassendere Beteiligung am breiteren Geschäftsumfeld umsteigen, was typisch für den vorsichtigen und stabilen Ansatz vieler Unternehmen im Familienbesitz ist. Zwar steht ein vorsichtiger Ansatz im Einklang mit ihrer Unternehmenskultur, jedoch müssen Familienunternehmen darauf achten, dass sich ihre konservative Einstellung nicht ungünstig auf den Erfolg des Unternehmens auswirkt. Am wichtigsten ist, dass Familienunternehmen (und ihre Leiter) darüber nachdenken, wie sich ihr Geschäftsmodell effektiv in einem sich verändernden Geschäftsumfeld einsetzen lässt – ohne dabei die Geschichte und Traditionen der Familie zu vergessen.

Neue Einsteiger und Start-ups sowie etablierte Mitbewerber machen sich die zahlreichen neuen Chancen zunutze, die sich aus dem Geschäftsumfeld ergeben. Familienunternehmen, die ihre Kultur und Geschäftspraktiken darauf einstellen, können von den gleichen Chancen profitieren – und einen Wettbewerbsvorteil erreichen.

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