Football Finance

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Annual Review of Football Finance 2019

Bundesliga mit größtem Wachstum aller Ligen

Die aktuelle Studie verdeutlicht die weiterhin steigende Wirtschaftskraft des europäischen Fußballs und die positiven Effekte des neuen Medienrechtevertrags der Bundesliga. Das Wachstum des europäischen Fußballmarktes setzt sich weiterhin fort. Zum 17. Mal präsentiert Deloitte die deutsche Ausgabe des „Annual Review of Football Finance“ mit den zentralen Finanzzahlen des internationalen Profifußballs im Geschäftsjahr 2017/2018, die im Mai 2019 veröffentlich wurden. Zusätzlich wirft die Studie wie gewohnt einen detaillierten Blick auf die beiden Bundesligen und betrachtet in einem Sonderkapitel das Thema Krisenbewältigung im Profifußball.

Schlüsselergebnisse

Durch einen Anstieg der Medienerlöse erobert die Bundesliga Platz 2 zurück

Erneut konnte der europäische Fußball einen Umsatzrekord erzielen. Dabei stiegen die Gesamtumsätze (exklusive Transfererlöse) von 25,5 auf 28,4 Mrd. Euro (+11 %). Neben einem positiven Umsatzeffekt durch die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland waren in der Saison 2017/18 wieder die „Big Five“-Ligen der wesentliche Umsatztreiber des europäischen Fußballmarktes. Weiterhin führt die Premier League (5,44 Mrd. Euro) das Ranking der umsatzstärksten Fußballligen an, jedoch konnten sowohl die Bundesliga als auch die Primera División das absolute Wachstum der Premier League überbieten und somit den Abstand zum Branchenprimus leicht verringern. Während das Wachstum der Bundesliga (+375 Mio. Euro) im Wesentlichen auf das Inkrafttreten neuer nationaler und internationaler Medienrechteverträge zurückzuführen ist, geht die Umsatzsteigerung der Primera División (+208 Mio. Euro) vor allem auf zusätzliche kommerzielle Erlöse von Real Madrid und FC Barcelona zurück. Durch diese Ergebnisse konnte die Bundesliga (3,17 Mrd. Euro) wieder Platz zwei vor der Primera División (3,07 Mrd. Euro) im Ranking der umsatzstärksten Ligen übernehmen.

Deutsche Ausgabe des Annual Review of Football Finance 2019

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Fußball ist eine der beliebtesten Formen der Live-Unterhaltung und eines der meistdiskutierten Themen in den Social-Media-Kanälen. Die Medienrechte sind mittlerweile nicht nur für die großen TV-Sender, sondern auch bei Online-Unternehmen begehrt.

Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte

 

Die Bundesliga pflegt ihren Ruf des nachhaltigen Wirtschaftens

In der Saison 2017/18 wiesen die Clubs der „Big Five“-Ligen erstmals mehr als 9 Mrd. Euro an Personalaufwand aus. Nachdem die Premier League in der Saison 2016/17 mit 55 % eine ähnliche Personalaufwandsquote wie die Bundesliga (53 %) aufwies, erreichte jene in der Saison 2017/18 59 %, während die Bundesliga das Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen konstant halten konnte (53 %). Die entsprechende Quote der Primera División und der Serie A betrug 66 %. Die Personalaufwandsquote der französischen Ligue 1 stieg von 66 % im Vorjahr auf 75 % – auch bedingt durch hochdotierte Verträge beispielsweise für Neymar Jr. und Kylian Mbappé bei Paris St.-Germain.

Auch die nachhaltige Personalaufwandsquote der Bundesliga trug dazu bei, dass die Liga ihr Betriebsergebnis in der Saison 2017/18 noch einmal von 343 Mio. Euro auf 373 Mio. Euro verbessern konnte. Damit überholte sie auch in dieser Finanzgröße ihr spanisches Pendant (226 Mio. Euro). Die Primera División musste, ebenso wie die englische (979 Mio. Euro) und die französische Top-Liga (298 Mio. Euro), einen Rückgang des Betriebsergebnisses hinnehmen. Eine wesentliche Verbesserung des Betriebsergebnisses der Ligue 1 ist voraussichtlich erst mit Beginn des nächsten Medienrechtezyklus ab der Saison 2020/21 zu erwarten. Die italienische Serie A erhöhte ihr operatives Ergebnis auf 54 Mio. Euro.

 

Im Vergleich mit den anderen „Big Five"-Ligen wirtschaftet die Bundesliga tendenziell eher konservativ und erzielt ein stärkeres Gleichgewicht zwischen den einzelnen Erlösquellen. Hierdurch spielt sie finanziell im internationalen Vergleich weiterhin vorne mit, auch wenn die englische Liga in wirtschaftlicher Hinsicht das Maß aller Dinge bleiben wird.

Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte

 

Durch einen leichten Rückgang der Erlöse der 2. Bundesliga setzt sich die Championship weiter ab

In der Saison 2017/18 generierten lediglich Europas „Big Five“-Ligen einen höheren Umsatz als die englische Championship, die zweite englische Liga. Die 2. Bundesliga sortierte sich u.a. vor der niederländischen Eredivisie und der portugiesischen Primeira Liga ein. Die 18 Teams der zweithöchsten Spielkasse Deutschlands erlösten in der Saison 2017/18 535 Mio. Euro, was einem Rückgang von 33 Mio. Euro (-6 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies wurde auch durch die Veränderung der Zusammensetzung der Liga gegenüber der Vorsaison beeinflusst. Unterdessen wuchs die Championship im fünften Jahr in Folge und generierte umgerechnet 846 Mio. Euro (+1 %). Die signifikante Umsatzdifferenz zwischen den beiden Ligen war dabei nicht ausschließlich der Mehranzahl an Teams in der Championship im Vergleich zur 2. Bundesliga (24 vs. 18 Clubs) geschuldet. Auch auf Club-Ebene lag die zweite englische Liga vor der 2. Bundesliga (35 Mio. Euro vs. 30 Mio. Euro). Während in der 2. Bundesliga kommerzielle Erlöse trotz eines Rückgangs weiterhin die primäre Umsatzquelle darstellen, ist der Großteil des Umsatzes in der Championship auf Erlöse aus Medienrechten und den dazugehörigen Transferleistungen, i.W. sogenannte Fallschirmzahlungen, aus der Premier League zurückzuführen.

 

Details zum Annual Review of Football Finance

Die Analysen der Finanzergebnisse und -positionen verschiedener europäischer Ligen basieren auf Einzel- oder Konzernabschlüssen sowie Informationen, die Deloitte von den nationalen Verbänden/Ligen zur Verfügung gestellt wurden. Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, handelt es sich um Angaben exklusive Steuern und Erlösen aus Spielertransfers. In einigen Fällen wurden Anpassungen bei der Zuordnung der veröffentlichten Zahlen vorgenommen, um die Finanzdaten der Fußballclubs und -ligen besser vergleichen zu können. Für unsere grenzüberschreitenden Analysen wurden alle Finanzdaten mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des jeweiligen Jahres per 30. Juni in Euro umgerechnet.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie ist Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. Im Fokus der Beratungstätigkeit der Sport Business Gruppe steht weiterhin der Sport mit seinen organisatorischen, wirtschaftlichen und digitalen Herausforderungen. Ob finanzwirtschaftliche, steuerliche oder rechtliche Unterstützung im Ausgliederungsprozess des Karlsruher SC, Unternehmensbewertungen und Due Diligence diverser Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga, IT- und Digital-Assessments für nationale Fußball- und Sportverbände, Cyber-Security-Projekte für europäische Top-Clubs, strategische Beratung für Ligen im Kontext der Medienrechtevermarktung oder Sportdatenanalyse, wir nutzen unsere mehr als 20-jährige Erfahrung im Sportbusiness und die Vielfalt unserer Kompetenzen bei Deloitte. Gemeinsam mit unseren internationalen Kollegen sind wir zudem immer häufiger für verschiedene Stakeholder im wachsenden und komplexen eSports-Markt tätig.

Haben Sie Interesse an einem Print-Exemplar der Studie oder Rückfragen zu unseren Beratungsleistungen im Sport Business, kontaktieren Sie uns gerne unter sportbusiness@deloitte.de.

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