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2021 Global Automotive Consumer Study

Elektromobilität, Connected Car, Fahrzeugfinanzierung und -kauf aus Sicht der Konsumenten

Deloitte untersucht in einer weltweiten, repräsentativen Studie, wie Verbraucher zu den großen Themen stehen, die die Automobilindustrie aktuell umtreiben. Im Fokus steht dabei die Elektromobilität: Sie leitet für die Branche einen grundlegenden Wandel ein und verändert zugleich die Kundenerwartungen. Zudem analysiert die Studie weitere Trends wie Car Connectivity, Trends im Bereich der Fahrzeugfinanzierung und – bedingt durch die Pandemie – zukünftige Kaufabsichten der Konsumenten. Erfahren Sie in der aktuellen Global Automotive Consumer Study 2021, worauf sich OEMs, Zulieferer und Händler einstellen müssen.

Für die aktuelle Deloitte Automotive-Studie wurden mehr als 24.000 Konsumenten in 23 globalen Märkten befragt. Die Ergebnisse zeigen spannende Unterschiede für die jeweiligen Länder und Regionen – und für die stark exportorientierten deutschen Autohersteller und Zulieferer können sie wertvolle Hinweise für die künftige strategische Ausrichtung liefern.

Elektromobilität: Das Trendthema in der detaillierten Analyse

Entgegen weltweit steigender Absatzzahlen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ist das Interesse der Konsumenten an diesen in Zeiten der Pandemie rückläufig. Auf die Frage, welche Antriebsart sie bei ihrem nächsten Autokauf bevorzugen, zeigen die Antworten der Studienteilnehmer im Frühherbst letzten Jahres einen deutlichen Einbruch: Im Vergleich zu 2020 verzeichnen alternative Antriebe im Konsumenteninteresse teilweise zweistellige Rückgangszahlen. Eine Ausnahme stellt Korea dar, wo nach wie vor 57% (-1 Prozentpunkt im Vgl. zu 2020) der Konsumenten beim nächsten Fahrzeugkauf einen alternativen Antrieb favorisieren. Mit gerade mal 26% und einem Minus von 15 Prozentpunkten zeigen die USA dabei das geringste Interesse an alternativen Antrieben. Hierzulande ziehen laut den Ergebnissen der Studie noch etwa 41% der Konsumenten beim nächsten Fahrzeugkauf einen alternativen Antrieb in Betracht. Das entspricht einem Rückgang um 10 Prozentpunkte. Zu erklären ist dieser gegensätzliche Trend durch die Unsicherheiten während der Pandemie. In Krisen neigen Konsumenten dazu, sich auf Bekanntes, Bewährtes und Erschwingliches zu konzentrieren. Dass sich inmitten dieser Unsicherheit dennoch ein starkes Absatzwachstum alternativer Antriebe verzeichnen lässt, zeigt die Wirkungskraft der staatlich ergriffenen Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität .

Unter alternativen Antrieben fasst die Studie Elektro-Hybride, reine batteriegetriebene E-Autos und weitere Antriebsarten (Ethanol/ Gas/ Wasserstoff) zusammen. Den Hauptanteil des Kundeninteresses machen dabei wie bereits im Vorjahr die Hybridfahrzeuge aus.

Konsumentenpräferenzen in Bezug auf die Antriebsart ihres nächsten Fahrzeugs

Das während der Krise gesunkene Interesse der Konsumenten an alternativen Antrieben spiegelt sich auch in der Zahlungsbereitschaft wider. So sind 54% der Studienteilnehmer in Deutschland nicht bereit, einen Aufpreis von 400 Euro oder mehr für ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb zu bezahlen. In China hingegen sind immerhin 60% der Befragten bereit, einen Aufpreis von 2.500 Yuan (ca. 400 Euro) für einen alternativen Antrieb zu akzeptieren, während der Anteil jener in Indien und Korea sogar bei 62% liegt.

Die Studie zeigt auch: weltweit ergeben sich aus Konsumentensicht die größten Bedenken beim Kauf eines reinen Batteriefahrzeugs (battery electric vehicle: BEV) aus der noch geringen Reichweite und einer nicht ausreichenden Ladeinfrastruktur. In China hingegen sind die Konsumenten am meisten um ihre Sicherheit besorgt, gefolgt von der geringen Reichweite. Die begrenzte Auswahl an BEV-Modellen und die Ladedauer der Batterie sind von insgesamt nachgelagerter Bedeutung. Die untenstehende Grafik zeigt im internationalen Vergleich die Verteilung der Bedenken im Detail.

Die größten Bedenken von Verbrauchern hinsichtlich reiner Batteriefahrzeuge

In allen untersuchten Märkten plant die überwiegende Mehrheit der Befragten, die Ladevorgänge vornehmlich zu Hause durchzuführen. Aber auch hier zeigen sich von Land zu Land Unterschiede: So geben in Korea 47% der Befragten an, Ladevorgänge überwiegend zu Hause tätigen zu wollen. Mit 44% ist der Anteil jener, die ihre Fahrzeugbatterie vornehmlich an öffentlichen Ladesäulen laden wollen, aber fast genauso groß.

In China gibt ebenfalls knapp die Hälfte der Studienteilnehmer an, ihr E-Mobil hauptsächlich zu Hause laden zu wollen. Mit 28% fällt der Anteil jener, die den Ladevorgang des Fahrzeugs bevorzugt an öffentlichen Stationen planen, deutlich niedriger aus als in Korea. Hingegen plant immerhin knapp jeder vierte Befragte in China, und damit so viele wie in keinem anderen Land, Ladevorgänge überwiegend an seiner Arbeitsstätte zu tätigen. Deutlich anders sieht die Situation in Deutschland aus: lediglich 10% der Befragten planen, ihr Elektroauto vornehmlich an der Arbeitsstätte zu laden. Jeder vierte Befragte würde eine öffentliche Ladesäule für den Großteil der Ladevorgänge bevorzugen. Den größten Anteil machen mit 64% aber auch hierzulande jene Verbraucher aus, die ihr Fahrzeug vornehmlich zu Hause laden möchten.

Alle Daten und Zahlen hierzu finden Sie in der 2021 Global Automotive Consumer Study nebenstehend zum Download.

Connected Car: Was denken Kunden über die Vernetzung und was ist sie ihnen wert?

Hier zeigen sich in der Studie ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den Märkten. In aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien sieht eine große Mehrheit von 83 bzw. 81% einen Mehrwert in Car Connectivity. Während diese positive Einstellung im Vergleich zum Vorjahr in Indien um einen Prozentpunkt gestiegen ist, sind es in China sogar 7 Punkte. In Deutschland und den USA ist ein entgegengesetzter Trend zu verzeichnen. Hierzulande teilen diese positive Einschätzung gerade mal 33% der Befragten, in den USA 44%.

Anteil an Verbrauchern, die einen Mehrwert in Car Connectivity sehen

Wenn es darum geht, welchen Aufpreis Kunden für Connected-Car-Features beim Autokauf zu zahlen bereit sind, bestätigt sich dieses Verhältnis: So wollen 74% der deutschen Verbraucher dafür gar nichts oder nur einen geringen Aufpreis von maximal 400 Euro bezahlen. Trotz einer positiven Einstellung gegenüber Car Connectivity würden auch in China und Indien immerhin 51 bzw. 49% der Befragten keinen oder nur einen geringen Aufpreis von umgerechnet weniger als 400 Euro akzeptieren.

Zugleich bestehen weltweit Bedenken bezüglich der persönlichen Sicherheit von vernetzten Automobilen. In Deutschland gaben 64% der Befragten an, dass sie ihre persönliche Sicherheit durch Hackerangriffe auf vernetzte Fahrzeuge gefährdet sehen. In Indien teilen diese Sorge sogar 66%. Am wenigsten kritisch sehen dies Konsumenten in China und Japan mit 58 bzw. 54%.

Fahrzeugfinanzierungsoptionen: Wieviel Zeit fließt in die Recherche und was sind die ausschlaggebenden Kriterien für Kunden?

Mit Blick auf Trends im Bereich Fahrzeugfinanzierung herrschen erhebliche Abweichung zwischen den betrachteten Ländern. Bei der Frage, wieviel Zeit Konsumenten damit verbringen, Finanzierungslösungen für ihren nächsten Fahrzeugkauf zu recherchieren, führt China die Liste an: 59% der Befragten recherchieren drei Stunden oder mehr nach Finanzierungsoptionen. In Deutschland, wo die Konsumenten im internationalen Vergleich am wenigsten Zeit in die Recherche von Finanzierungslösungen investieren, liegt der Anteil bei lediglich 20%. Mit 66% gibt der Großteil der Studienteilnehmer hierzulande sogar an, gar nicht oder weniger als eine Stunde zu recherchieren.

Ebenso herrscht bei der Nennung der wichtigsten Charakteristiken von Fahrzeugfinanzierungs-, Leasing- und Abo-Plänen im internationalen Vergleich keine Übereinstimmung. Während in den USA und Korea der finanzielle Aspekt im Fokus steht, legen Konsumenten in Deutschland, China und Indien besonderen Wert auf die Flexibilität einer Fahrzeugfinanzierungsoption. So geben in den USA und Korea 43 bzw. 38% aller Befragten an, dass niedrige Kreditraten das wichtigste Kriterium einer Fahrzeugfinanzierungslösung sind. In Deutschland trifft dies für lediglich 26% der Befragten zu. Stärker ins Gewicht fallen hierzulande Eigenschaften wie die Flexibilität (35%), beispielsweise hinsichtlich Kündigungsfristen, und die Abdeckung aller Leistungen von Finanzierungslösungen, gefolgt von einfach gestalteten Bezahlvorgängen mit 34 bzw. 28%.

Die aktuelle Studie untersucht detailliert auch weitere aktuelle Trends im Bereich der Fahrzeugfinanzierung in den internationalen Hauptmärkten USA, China, Indien, Deutschland, Südkorea und Japan:

  • Wie hoch ist das Interesse der Konsumenten an Kreditschutzangeboten?
  • Haben (jüngere) Verbraucher verstärkt Gebrauch von Zahlungsaufschiebungen gemacht?

Alle Daten und Zahlen hierzu finden Sie in der 2021 Global Automotive Consumer Study nebenstehend zum Download.

Kaufverhalten: Wie beeinflusst COVID-19 Zeitpunkt und Ort des Fahrzeugkaufs?

Die vorherrschende Krise hat das Kaufverhalten von Konsumenten in einigen Ländern stark verändert. Die Frage, ob durch die Pandemie der Zeitpunkt des nächsten Fahrzeugkaufs hinausgezögert wird, bestätigen 38% der Befragten in Indien, gefolgt von Korea und China mit 32 bzw. 29%. In Deutschland liegt der Anteil bei lediglich 14%. Kaufanreize der Regierungen in den einzelnen Ländern konnten diesem Trend teilweise entgegenwirken. Immerhin bestätigen 15% der deutschen Studienteilnehmer, ihren Fahrzeugkauf bedingt durch die Krise vorgezogen zu haben.

Anteil der Verbraucher, die den geplanten Fahrzeugkauf aufgrund von COVID-19 zeitlich verschoben haben

In China und Indien liegt der Anteil sogar bei 24 bzw. 37%. Zudem planen 57% der Befragten in Indien, ein anderes Fahrzeug als ursprünglich geplant zu kaufen: Als Grund geben 65% an, auf ein günstigeres Fahrzeug umsteigen zu wollen. In China weichen 36% der Befragten von ihren ursprünglichen Kaufplänen ab. 44% von ihnen planen ebenfalls den Kauf eines günstigeren Fahrzeugs als vor der Krise beabsichtigt.

Im Lockdown geschlossene Autohäuser haben die Frage in den Fokus gerückt, wo Fahrzeugkäufe zukünftig uneingeschränkt stattfinden können. Im internationalen Vergleich stehen Verbraucher in Indien vollständig digitalen Fahrzeugkäufen am offensten gegenüber: 27% der Befragten geben den vollständig virtuellen Fahrzeugkauf als präferierte Kaufoption an, gefolgt von weiteren 13%, die einen teilweise virtuellen Kaufprozess bevorzugen. Ähnlich zeigen sich die Kundenpräferenzen in China, wo 35% der Befragten einen rein oder zumindest teilweise virtuellen Prozess einem Kauf beim Händler bevorzugen. Die Studie zeigt auch, dass die Kontaktreduzierung nur ein nachgelagerter Grund für den Kundenwunsch nach virtuellen Kaufprozessen ist. Stärker ins Gewicht fallen nach Aussage von 74% der US-Studienteilnehmer Faktoren, die den Kaufprozess vereinfachen. Dazu zählen Komfort, Einfachheit und Geschwindigkeit des Prozesses. In China ist der Anteil jener, die aufgrund von Komfortfaktoren auf virtuelle Kaufprozesse umsteigen wollen mit 73% ähnlich hoch. Länderübergreifender Konsens besteht bei den Gründen, sich gegen einen virtuellen Kauf zu entscheiden. Für 47% der Befragten in China steht fest, dass sie das Fahrzeug vor dem Kauf sehen müssen. In den anderen Fokusmärkten liegt der Anteil sogar zwischen 70% und 80%. Auch die Testfahrt ist für insgesamt mehr als die Hälfte aller Befragten ein ausschlaggebendes Kriterium gegen einen rein virtuellen Fahrzeugkauf.

Gründe gegen einen rein virtuellen Kaufprozess

Die aktuelle Studie untersucht detailliert auch weitere aktuelle Trends im Bereich des virtuellen Fahrzeugkaufs sowie das Interesse von Verbrauchern an Fahrzeug-Abo-Modellen in den internationalen Hauptmärkten USA, China, Indien, Deutschland, Südkorea und Japan:

  • Von wem möchten Verbraucher ihr Fahrzeug online beziehen?
  • Wie hoch ist das Interesse und die Zahlungsbereitschaft von Verbrauchern an „virtuellen“ Kundendiensten (z.B. Fahrzeugabholung durch Servicepartner)?
  • Wie unterscheidet sich das Interesse an Fahrzeug-Abo-Modellen in den betrachteten Märkten?
  • Besteht eine höhere kundenseitige Zahlungsbereitschaft für Abo-Modelle, die den Zugriff auf mehrere Modelle einer Marke inkludieren?

Alle Daten und Zahlen hierzu finden Sie in der 2021 Global Automotive Consumer Study nebenstehend zum Download.

Key Findings: Deutschland

Die Studie untersucht detailliert auch die Trends und Verbraucherpräferenzen in Deutschland. Einen Auszug der Ergebnisse zu den Trendthemen Elektromobilität, Connectivity und Kaufabsichten finden Sie in der folgenden Präsentation. Weitere Auswertungen stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

Deloitte Global Automotive Consumer Study 2021 zum Download

Laden Sie hier die kompletten Ergebnisse der 2021 Deloitte Global Automotive Consumer Study – den Global Focus Countries Report und den EMEA Countries Report –  herunter und lesen Sie, welche weiteren Faktoren für Verbraucher beim Autokauf und beim Thema Mobilität relevant sind. Mehr Publikationen rund um Digitalisierung und innovative Technologien in der Automobilindustrie finden Sie auf unserer Automotive-Überblicksseite.

Deloitte unterstützt Autohersteller und Zulieferer mit dem umfassenden Know-how seiner Experten und Berater dabei, erfolgreich den Wandel im Automobilsektor zu gestalten.

Sie möchten einen Blick auf die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Länder werfen? Besuchen Sie das interaktive Tableau-Dashboard unserer globalen Kollegen. 

Bei inhaltlichen Fragen zur Studie wenden Sie sich gerne direkt an: 

Marie-Luise Beirer

Associate Manager | Thought Leadership | Automotive Industry

mbeirer@deloitte.de | +49 151 1829 3570