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Hidden Movers Award: Nachgefragt

Was ist aus den Gewinnern 2017 geworden?

Im November wird wieder der Hidden Movers Award 2018 an wenig bekannte innovative Bildungsprojekte verliehen. Eine gute Gelegenheit, bei den Gewinnerprojekten des Vorjahrs nachzufragen, was sich durch den Preis für die Projektverantwortlichen und ihre Schützlinge ergeben hat und welche Veränderungen der Preisgewinn bewirkt hat.

RespectSpeech gewann 2017 den Hidden Movers Award „Sonderpreis Sprachförderung“ der Kutscheit Stiftung. Mit dem Sonderpreis werden zum Beispiel Initiativen gefördert, die Jugendlichen aus dem Ausland dabei helfen, die deutsche Sprache zu erlernen, sowie Projekte, die konkret erlebbar machen, wie viele Möglichkeiten unsere Sprache bietet, um Respekt, Austausch und Wertschätzung voranzutreiben.

Um Letzteres geht es bei RespectSpeech: Respektvolle Sprache wird kreativ und spielerisch genutzt, um starke Zeichen gegen aktuelle Phänomene wie Hate Speech und Fake News zu setzen. Unterstützt von Unternehmen vor Ort veranstaltet das Theaterprojekt Workshops, in denen Kinder, Teenager sowie Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren wertschätzende Haltung und Sprache üben und lernen, diese Haltung auch an Gleichaltrige weiterzuvermitteln. 

Der Preis hat uns geholfen, neue Förderer zu gewinnen, wir sind ja ausschließlich über Fördergelder finanziert. 

Ruth zum Kley, Projektleiterin RespectSpeech

Als RespectSpeech im Herbst 2017 den Hidden Movers Award gewann, war es noch in der Frühphase und sollte erstmalig an einer Haupt- oder Förderschule in Köln erprobt werden. „Der Hidden Movers Award hat uns in dieser Phase sehr viel Aufmerksamkeit verschafft“, erzählt Ruth zum Kley von dieser Zeit. Der Projektleiterin und promovierten Kulturmanagerin hört man ihre Begeisterung an der Stimme an. „Der Preis hat uns geholfen, neue Förderer zu gewinnen, wir sind ja ausschließlich über Fördergelder finanziert. Durch das Preisgeld konnten wir im Frühjahr 2018 an einer Hauptschule in Köln mit einer größeren Zahl von Klassen starten. 100 Jugendliche, viele von ihnen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, haben mitgemacht.“ Mit Erfolg: Für November ist schon ein Folgeprojekt an einer weiteren Schule geplant.

Ein neuer Blick, der viel bewirkt

Aber so wichtig die finanzielle Förderung auch für das Projekt gewesen ist, so die Theaterfrau weiter, mindestens genauso viel hat auch gerade die Pro-bono-Beratung durch Deloitte für sie bewegt. „Wir haben im Theaterbereich einen guten Ruf und viele Erfolge, aber durch die Augen unseres Pro-bono-Beraters Manuel Becker und seines Teams von Deloitte haben wir einen ganz neuen Blick auch auf die anderen Seiten unseres Projekts bekommen. Das hat uns geholfen, an Schrauben zu drehen, die uns vorher gar nicht richtig bewusst waren.“

Durch die Augen unseres Pro-Bbono-Beraters Manuel Becker und seines Teams von Deloitte haben wir einen ganz neuen Blick auch auf die anderen Seiten unseres Projekts bekommen. 

Ruth zum Kley, Projektleiterin RespectSpeech

Finanzierung ist eins dieser Themen. Bisher hatte stets noch das Theater die RespectSpeech-Workshops mit finanzieren müssen. Seit der Pro-bono-Beratung durch Deloitte haben die Theatermacher ihren Auftritt gegenüber den Förderern geschärft und die Außenkommunikation völlig neu aufgesetzt. „Wir sind Theatermenschen, wir verstehen Sprache und gehen intuitiv in unsere Fördergespräche. Manuel hat uns geholfen, diesen Ansatz weiter zu professionalisieren: mit Storytelling. Er hat uns ein Modell mitgebracht, das wir ausprobiert haben. Wir haben jetzt eine neue Art, wie wir unser Projekt und unsere Ideen nach außen darstellen, und erreichen dadurch spürbar mehr.“

Storytelling ist eins der Dinge, mit dem Manuel Becker im Rahmen der Deloitte Human Capital Advisory Services auch seinen Klienten im Berufsalltag hilft. Als Consultant in der Service Line Organization Transformation & Talent begleitet er Kunden in Transformationsprozessen und unterstützt sie dabei, Veränderungen in der gesamten Organisation und bei allen Mitarbeitern nachhaltig umzusetzen.

Er hat sich dafür entschieden, seine berufliche Expertise auch pro bono weiterzugeben, weil er seine Fähigkeiten in einem komplett neuen Kontext erproben und so auch erweitern wollte. „Eins der Dinge, die mir in der Zusammenarbeit mit RespectSpeech bewusst wurden, war meine eigene Sprache. Wir benutzen in unserer Arbeit so viele Anglizismen und Fremdwörter, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Wenn man dann ganz selbstverständlich Begriffe wie Change Impact, Stakeholder-Analyse und Storytelling in den Raum wirft und ein humorvolles Schmunzeln gepaart mit einem verständnislosen Blick erntet, dann werden einem die eigenen Sprachgewohnheiten überhaupt erst klar. Mich hat das enorm inspiriert, auch in meiner Arbeit für Deloitte öfter mal die Perspektive zu wechseln.“

In allem, was sie tun, steckt so viel Herzblut und Leidenschaft. Das hat mich beeindruckt und davon nehme ich auch einiges mit in meine Arbeit bei Deloitte.

Manuel Becker, Pro-bono-Berater von RespectSpeech

Imponiert hat ihm auch, wie RespectSpeech und das Deloitte-Team gemeinsam die Kernbotschaften für die Außenkommunikation des Projekts herausgearbeitet haben. Diese Diskussion fand Manuel Becker besonders bereichernd. „Das Theater ist eine ganz andere Welt und es stehen andere Werte im Vordergrund. Für Ruth und ihr Team steht fest: Ihre Arbeit muss gesellschaftlichen Mehrwert schaffen und einen unmittelbaren Einfluss haben. In allem, was sie tun, steckt so viel Herzblut und Leidenschaft. Das hat mich beeindruckt und davon nehme ich auch einiges mit in meine Arbeit bei Deloitte." 

Weitere Informationen zu diesem und allen weiteren Gewinnerprojekten finden Sie hier.

„Eins der Dinge, die mir in der Zusammenarbeit mit RespectSpeech bewusst wurde, war meine eigene Sprache." (Manuel Becker, Pro-bono-Berater von RespectSpeech)

Hidden-Movers-Gewinner 2017 RespectSpeech

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