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PPA-Examiner 

Ergebniswirksame Effekte der Kaufpreisallokation auf die Rechnungslegung des Erwerbsunternehmens

Nicht nur der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmenszusammenschlüssen ist entscheidend, sondern auch die Geschichte, die mit dieser Transaktion ‚erzählt‘ wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Daher ist auch die bilanzielle Abbildung dieser Transaktion im Rahmen einer Kaufpreisallokation (PPA) ein wichtiges finanzpolitisches Kommunikationsinstrument. Der vorliegende PPA-Examiner umfasst eine empirische Untersuchung auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen, die die vorherrschende Unternehmenspraxis vereinfachend anhand der größten, nach IFRS bilanzierenden Unternehmenstransaktionen der Jahre 2016 und 2017 widerspiegelt.

Dem Prozess der Kaufpreisallokation kommt in der Rechnungslegung von Unternehmenstransaktionen eine bedeutende Rolle zu, da beispielsweise in Abhängigkeit von der Höhe des Fair Value sowie der angesetzten Restlaufzeiten der identifizierten Vermögenswerte zum Teil erhebliche Abschreibungseffekte in der (handelsrechtlichen) Konzernbilanz aus dem Erwerb entstehen können.

Wir freuen uns, Ihnen den PPA-Examiner an die Hand geben zu können als eine Indikation zur bilanziellen Abbildung von Unternehmenstransaktionen hinsichtlich der

  • Höhe der zu erwartenden identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte inklusive des residualen Goodwills sowie
  • der erwartbaren Auswirkungen auf die Ertragslage des Erwerbers

sowohl aus Sicht des Gesamtmarktes als auch aus sektorspezifischer Sicht.
Der vorliegende PPA-Examiner umfasst eine empirische Untersuchung auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen, die die vorherrschende Unternehmenspraxis vereinfachend anhand der größten, nach IFRS bilanzierenden Unternehmenstransaktionen der Jahre 2016 und 2017 widerspiegelt. Sämtliche Informationen und Ergebnisse sind nicht dazu geeignet, allgemeingültige Aussagen im Hinblick auf zukünftige Transaktionen zu treffen, sondern sind vielmehr als Hilfestellung zur approximativen Ableitung indikativer Tendenzaussagen zu sehen.

Der vorliegende PPA-Examiner zeigt am Beispiel der 211 größten, nach IFRS bilanzierenden Unternehmenstransaktionen der Jahre 2016 und 2017 die Bedeutung der Kaufpreisallokation auf die Rechnungslegung des erwerbenden Unternehmens auf.
Auf Basis der Erhebung lässt sich entnehmen, dass den immateriellen Vermögenswerten über alle Sektoren hinweg eine bedeutende Rolle beizumessen ist. Folglich sind aufgrund einer Unternehmenstransaktion sowohl wesentliche bilanzielle als auch ergebniswirksame Effekte auf die Rechnungslegung des Erwerbsunternehmens zu erwarten.
Folglich sind aufgrund einer Unternehmenstransaktion sowohl wesentliche bilanzielle als auch ergebniswirksame Effekte auf die Rechnungslegung des Erwerbsunternehmens zu erwarten. Von Interesse ist dieser informatorische Mehrwert insbesondere im Kontext auch für externe Analysten und Investoren, die die rechnungslegungsbezogenen Effekte aus der Transaktion auf ergebnisbezogene Finanzkennzahlen, wie zum Beispiel den Gewinn je Aktie, richtig verstehen müssen.

Aus dieser Untersuchung lassen sich aus der Grundgesamtheit aber insbesondere im Hinblick auf mögliche Ergebniseffekte lediglich Trendaussagen ableiten, da im Bezug auf die verbleibenden Restnutzungsdauern der jeweiligen immateriellen Vermögenswerte nur sehr begrenzte Informationen vorliegen und diese darüber hinaus zum Teil großen Bandbreiten unterliegen. Im Rahmen der Detailanalyse der immateriellen Vermögenswerte entfällt im Durchschnitt deren größter Anteil mit rund 13 Prozent auf kundenbezogene, gefolgt von marketing- sowie technologiebezogenen Vermögenswerten mit rund 9 respektive rund 8 Prozent.