Millennial Survey 2018

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Deloitte Millennial Survey 2018

Das Vertrauen junger Talente in die Wirtschaft nimmt ab und die Loyalität gegenüber Unternehmen sinkt

In der diesjährigen Millennial Survey betrachten wir erstmalig neben der Generation der Millennials auch die Generation Z. Die jungen Arbeitnehmer beurteilen Unternehmen in der Studie deutlich kritischer als in den Jahren zuvor. Sie erwarten von ihnen mehr gesellschaftliche Verantwortung und stärkeres Engagement für die Belange der Mitarbeiter. Die gute Nachricht: Führungskräften bieten sich große Chancen, die Loyalität der jungen Talente zurückzugewinnen.

Zwischen Skepsis und Enttäuschung

Nach einem stürmischen Jahr, in dem geopolitische und soziale Entwicklungen eine neue Welle des unternehmerischen Aktivismus zur Folge hatten, schlagen junge Talente in der siebten Ausgabe des Millennial Survey Alarm.

Die zwischen 1983 und 1994 geborenen Millennials und die nachfolgende, sogenannte Generation Z der Geburtsjahrgänge bis 1999 sehen mit einiger Skepsis in die Zukunft. Ihre Einschätzung dazu, welche Motivation Unternehmen auszeichnet und wie sich diese ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen, fällt aktuell dramatisch schlechter aus als in den Studien der zurückliegenden zwei Jahre. Das gilt auch für die Loyalität der jungen Talente gegenüber ihrem Arbeitgeber. Besonders pessimistisch zeigen sie sich im Hinblick auf die Digitalisierung und Industrie 4.0.

Ihre Bedenken belegen, dass es für Führungskräfte in Unternehmen an der Zeit ist, sich als Vertreter positiver Veränderung zu beweisen. Wer die jungen Talente halten will, sollte vor allem auf mehr gesellschaftliches Engagement setzen und stärker die Bedürfnisse der Mitarbeiter hinsichtlich Flexibilität, Diversity und Weiterbildung berücksichtigen. 

Die Ergebnisse des aktuellen Millennial Survey basieren auf den Befragungen von mehr als 10.000 Millennials in 36 Ländern und über 1.800 Studienteilnehmern der Generation Z in sechs Ländern. Deloitte hat die Umfrage im Zeitraum vom 24. November 2017 bis zum 15. Januar 2018 durchgeführt.

Top Antworten aus der Studie:

Übernehmen Unternehmen in ausreichendem Maß gesellschaftliche Verantwortung?

Drei Viertel der für den Millennial Survey Befragten bemängeln, dass sich die Unternehmen nur auf ihren eigenen Vorteil konzentrieren. Lediglich 47 bzw. 48 Prozent erkennen ein gesellschaftliches Engagement sowie ethisch motiviertes Handeln, während fast zwei Drittel als einziges Unternehmensziel das Geldverdienen ausmachen. Auch in der Einschätzung, ob die positiven Ziele, die Unternehmen idealerweise anstreben sollten, mit der Realität im eigenen Unternehmen übereinstimmen, ergibt sich eine Differenz um jeweils zehn bis zwanzig Prozentpunkte.

 

Sind junge Talente fit für die Digitalisierung?

Die vierte industrielle Revolution erfordert eine hohe Veränderungsbereitschaft und eine gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter. Dabei fühlen sich von den internationalen Teilnehmern aber nur 36 Prozent der Millennials und 29 Prozent der Gen Z-Vertreter gut vorbereitet – in Deutschland sind es 37 Prozent der Millennials. Weltweit gilt: Je besser die allgemeine Qualifikation der Befragten, desto größer ist die Skepsis der jungen Talente.

 

Wie sehen junge Talente die soziale und politische Lage in ihrem Land?

22 Prozent der Studienteilnehmer aus Deutschland erwarten eine allgemeine soziale und politische Verbesserung – das sind zehn Prozentpunkte weniger als im weltweiten Vergleich. Dabei sorgen sich die jungen Talente hierzulande vor allem wegen Terrorismus, Klimawandel, kriegerischen Auseinandersetzungen, massiven Flüchtlingsbewegungen und einer generellen politischen Instabilität. Wie auch international, so herrscht in Deutschland bei vielen der Befragten Politikverdrossenheit. Deshalb sehen sie Unternehmen zunehmend als Hoffnungsträger des Fortschritts. Doch der Millennial Survey belegt, dass diese Hoffnung offenbar zu weiten Teilen enttäuscht wurde.

Multikulturell, offen, flexibel und auch sozial engagiert: So wünscht sich die Mehrheit der Befragten „Ihr“ Unternehmen. Dass die Beurteilung der Realität noch vor Jahresfrist deutlich günstiger ausfiel, sollte zu denken geben – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Mitarbeiterloyalität immer wichtiger für die Arbeitgeber wird.

               Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte

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