Article

Deloitte Millennial Survey 2022

Klimawandel bleibt die größte Sorge von Gen Z und Millennials in Deutschland

Pandemie, Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheiten – die Realität junger Menschen wird von beunruhigenden Themen geprägt. Wie gehen sie mit ihren Sorgen um? Wie schätzen sie wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch ihre eigene Gegenwart und Zukunft ein? Deloitte hat für den Millennial Survey 2022 dazu von November 2021 bis Januar 2022 in 45 Ländern weltweit knapp 23.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 39 Jahren befragt – 800 davon in Deutschland.

Die Ergebnisse des Deloitte Millennial Survey 2022 im Überblick

Zum Jahresende 2021 fesselte die Pandemie die Aufmerksamkeit der globalen Öffentlichkeit. Auch die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die mit den Einschränkungen im öffentlichen Leben einhergingen, haben unter jungen Menschen in Deutschland ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem hatte für Gen Zs und Millennials zum Zeitpunkt der Befragung vor allem ein Thema Priorität:

Der Klimawandel

Für 39 Prozent der Gen Z und 28 Prozent der Millennials ist dies die dominierende Sorge. Das prägt auch ihr Handeln sowie ihre Haltung gegenüber Wirtschaft und Politik: Zwei Drittel der jungen Generation versucht, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen. Gleichzeitig könnten Unternehmen und Politik aus ihrer Perspektive mehr handeln. Nur 13 Prozent der Millennials und acht Prozent der Gen Z sind der Meinung, dass die Bundesregierung sich ausreichend für die Bekämpfung des Klimawandels engagiert. Auch haben jeweils knapp vier von zehn Befragten Druck auf den eigenen Arbeitgeber ausgeübt, mehr in puncto Klimaschutz zu unternehmen. 

2022 Deloitte Millennial Survey

Weitere Ergebnisse der Studie sind:

Große Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten – Nach dem Klimawandel ist die zweitgrößte Sorge beider Generationen zum Zeitpunkt der Befragung der Anstieg der Lebenshaltungskosten: Mehr als einem Viertel der jungen Menschen machen diese im Alltag zu schaffen. Und: Rund 40 Prozent der Befragten in Deutschland gehen von einer Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb der nächsten zwölf Monate aus.

Bedürfnis nach Konstanz im Job steigt – Fast die Hälfte der Millennials (47 Prozent) möchte in den nächsten fünf Jahren bei ihrem Arbeitgeber bleiben – ein Plus von elf Prozentpunkten zum Vorjahr. In der Gen Z gilt das für ein Drittel (31 Prozent). Insbesondere bei den Gen Zs ist die Zahl derer, die ihre Jobs innerhalb der kommenden zwei Jahre kündigen wollen, deutlich zurückgegangen: von 55 im letzten auf nur noch 31 Prozent in diesem Jahr.

Wunsch nach New Work – Größter Wunsch beider Generationen im Hinblick auf die berufliche Zukunft sind kürzere Arbeitszeiten – 18 Prozent der Gen Zs und 17 Prozent der Millennials möchten damit experimentieren. Flexible Arbeitszeiten und Remote Work stehen ebenfalls hoch im Kurs. Die Top-Vorteile von Remote Work sind aus Sicht der jungen Generation Geld- sowie Zeiteinsparungen.

Hohes Stressempfinden – Ungefähr vier von zehn Gen Zs und Millennials fühlen sich konstant gestresst. Insbesondere bei Frauen ist das Stresslevel sehr hoch. Knapp über die Hälfte der Frauen der Gen Z gibt an, in ihrem Alltag andauerndem Stress ausgesetzt zu sein. Unter weiblichen Millennials sind es 43 Prozent.

Psychische Gesundheit wird von Arbeitgebern vernachlässigt – Die psychische Gesundheit bleibt, trotz hohen Stressniveaus, ein Tabuthema am Arbeitsplatz. Mehr als ein Drittel der Gen Z und Millennials trauen sich nicht, mit dem eigenen Arbeitgeber über Stress- oder Angstgefühle zu sprechen. 46 Prozent beider Generationen haben zudem den Eindruck, dass die Anstrengungen des eigenen Arbeitgebers zu keinen bemerkenswerten Änderungen im Bereich der psychischen Gesundheit geführt haben.

„Die Erwartungen an die Arbeitgeber zeigen deutlich: Sie sollten Nachhaltigkeit zur Top-Priorität machen, ein hohes Maß an Flexibilität sowie wirtschaftliche Sicherheit bieten und die Folgen psychischer Belastung ernst nehmen. Dann sind sie im Wettbewerb um die jungen Talente gut aufgestellt.“ 
 

Dr. Elisabeth Denison, Chief People Officer bei Deloitte 

Über die Studie

Für den Deloitte Millennial Survey 2022 wurden 14.808 Personen der Generation Z und 8.412 Millennials (insgesamt 23.220 Befragte) aus 46 Ländern weltweit befragt. Aus Deutschland haben 500 Personen der Generation Z und 300 Millennials an der Studie teilgenommen. Die Befragung wurde zwischen dem 24. November 2021 und dem 4. Januar 2022 durchgeführt. Laut Studiendefinition wurden Millennials zwischen Januar 1983 und Dezember 1994 geboren, die Generation Z zwischen Januar 1995 und Dezember 2003.

Frühere Ausgaben

Deloitte Millennial Survey 2021


Der Millennial Survey 2021 untersucht, welchen Einfluss die Pandemie auf das Leben der Millennials und der Generation Z hatte – auf ihre psychische Verfassung, auf ihr Privatleben und ihre Arbeit, aber auch auf ihre Einschätzung zu zentralen Themen wie Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Diskriminierung. Dazu wurden Anfang 2021 in 45 Ländern rund um den Globus knapp 23.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren befragt.

2021 Deloitte Millennial Survey: A call for a accountability and action

Deloitte Millennial Survey 2020: Wie gehen die jungen Generationen mit den Herausforderungen der Pandemie um?

Für den Millennial Survey 2020 hat Deloitte aufgrund von COVID-19 zwei Befragungen durchgeführt: Ergänzend zur primären Umfrage, an der Ende 2019 weltweit über 18.000 Millennials und Vertreter der Generation Z aus 43 Ländern teilgenommen haben, wurden im Mai 2020 zusätzlich über 9.000 Personen dieser Altersgruppen aus 13 Ländern befragt. Das Ziel der zweiten Erhebung: Herauszufinden, wie die Befragten die durch die Pandemie verursachten Veränderungen wahrnehmen und welchen Einfluss sie auf ihr Privatleben und ihre Arbeit haben.

Deloitte Millennial Survey 2020

Millennial Survey 2019: Millennials und Generation Z pessimistischer als je zuvor

Die Deloitte Studie aus 2019 zeigt, dass sich die Einschätzungen der jungen Generationen in den vergangenen zwei Jahren erhebkich verschlechter haben - sowohl hinsichtlich der Wirtschaft, der sozialen und politischen Situation in ihren Ländern als auch der Insitutionen wie Regierung, Medien und Wirtschaft.

 

Deloitte Millennial Survey 2019

Millennial Survey 2018: Vertrauen in Wirtschaft nimmt ab 

In der 7. Ausgabe der Millennial Survey wurden erstmals neben der Generation der Millennials auch die Generation Z befragt. In der Millennial Survey 2018 fordern die jungen Arbeitnehmer mehr gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Weitere Einblicke in das Handeln und Denken der jungen Generationen finden Sie in der gesamten, internationalen Survey.

 

 

Deloitte Millennial Survey 2018
Fanden Sie diese Information hilfreich?