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Deloitte Millennial Survey 2021

Verantwortungsvoll handeln für eine nachhaltigere und gerechtere Welt

Der neue Deloitte Millennial Survey 2021 untersucht eingehend, welchen Einfluss das Jahr der Pandemie auf das Leben der Millennials und der Generation Z hat – auf ihre psychische Verfassung, auf ihr Privatleben und ihre Arbeit, aber auch auf ihre Einschätzung zu zentralen Themen wie Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Diskriminierung. Dazu wurden Anfang 2021 in 45 Ländern rund um den Globus knapp 23.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren befragt. Lesen Sie hier die Hauptergebnisse der Studie im Überblick.

Die Hauptergebnisse des Deloitte Millennial Survey 2021 im Überblick

Gesundheit und Arbeit

Diese beiden Themen sind unter dem Eindruck der Pandemie für Millennials und die Generation Z weltweit zu zentralen Prioritäten geworden. Doch nach wie vor bereiten ihnen auch der Klimawandel und die Umweltzerstörung große Sorge – in Deutschland stehen Klima und Umwelt sogar mit großem Abstand an Nummer 1, vor allen anderen Themen. Über 40% der für die Studie befragten Personen weltweit glauben, dass wir in Bezug auf die Umwelt bereits einen Punkt erreicht haben, an dem es kein Zurück mehr gibt, und dass die verursachten Schäden nicht mehr zu beheben sind. Die Mehrzahl ist jedoch optimistisch, dass durch das Engagement und das Handeln der Menschen die Klimakatastrophe noch verhindern kann. Knapp 40% denken auch, dass die Motivation jedes Einzelnen, sein eigenes Verhalten entsprechend zu ändern, nach der Pandemie größer sein wird als zuvor. Das sehen die hierzulande Befragten deutlich kritischer: Nur 24% der Millennials und 32% der Generation Z teilen diese Meinung.

 

2021 Deloitte Millennial Survey: A call for a accountability and action

Psychische Verfassung

Noch immer werden – besonders am Arbeitsplatz – psychische Gesundheitsprobleme stigmatisiert. 31% der Millennials und 35% der Generation Z geben an, dass sie aufgrund von Stress und Ängsten, die durch die Pandemie verursacht wurden, eine Auszeit von der Arbeit genommen haben. Von den zwei Dritteln, die sich nicht freigenommen haben, geben 40% an, ständig gestresst zu sein. Weltweit haben 58% der Millennials und 68% der deutschen Millennials darüber aber nicht offen mit ihren Vorgesetzten oder Arbeitgebern gesprochen. Bei rund 38% liegt global der Anteil derer, die das Gefühl haben, dass ihr Arbeitgeber sie in dieser Zeit nicht ausreichend in Bezug auf ihr psychisches Wohlergehen unterstützt hat; in Deutschland fallen die Werte noch um acht bzw. zehn Prozentpunkte je Altersgruppe schlechter aus.   

 

Deutscher Report zur globalen Millennial Survey 2021

Stress

Das Stressniveau hat weltweit wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Mehr als 41% der Millennials und 46% der Gen Z geben an, dass sie sich ständig oder meistens gestresst fühlen, wobei Frauen jeweils deutlich stärker betroffen sind als Männer. Die Pandemie hat bei beiden Generationen in erheblichem Maße Unsicherheit und Belastungen hinsichtlich ihrer finanziellen Zukunft verursacht. Etwa zwei Drittel der befragten Personen stimmen zu, dass sie sich oft Sorgen machen oder sich aufgrund ihrer persönlichen finanziellen Situation gestresst fühlen. Das Wohlergehen ihrer Familienangehörigen war für Millennials eine weitere Hauptursache für Stress; bei der Generation Z war es die Unsicherheit über ihren Arbeitspatz bzw. ihre Karriereaussichten. Auffällig bei den deutschen Ergebnissen: In fast allen für die Studien abgefragten Stresskategorien liegen die Levels unter den internationalen Vergleichswerten, teilweise sogar deutlich.  

 

Einfluss der Wirtschaft auf die Gesellschaft

Nach einem stetigen Rückgang in den letzten Jahren ist heute etwas weniger als die Hälfte der Millennials und der Generation Z der Meinung, dass die Wirtschaft einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat. Noch kritischer sehen das die deutschen Studienteilnehmer: Nur 34% der befragten Millennials und 39% der Generation Z stimmen dem hierzulande zu. Die Einschätzung der Rolle der Unternehmen beginnt sich jedoch insgesamt zu stabilisieren. 2021 gibt ein im Vergleich zu den Vorjahren etwas geringerer Prozentsatz der befragten Personen an, dass Unternehmen nur auf ihre eigene Agenda fokussiert seien oder keine Interessen verfolgten, die über die reine Profitabilität hinausgehen. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Diskurs der Wirtschaft über den Stakeholder-Kapitalismus als selbstkritisch wahrgenommen wird. Doch die jungen Generationen erwarten, dass den Versprechen der Unternehmen klar erkennbare Maßnahmen mit konkreten positiven Auswirkungen folgen. 

 

Vermögen und Einkommen

Die Millennials und die Generation Z blicken sehr kritisch auf den Stand der Vermögens- und Einkommensverteilung. Zwei Drittel von ihnen sehen Vermögen und Einkommen in der Gesellschaft als ungleich verteilt an. Eine Mehrheit glaubt, dass ein Eingreifen vonseiten der Politik notwendig sein wird, um eine Veränderung der Zustände zu bewirken: Rund 60% denken, dass die Gesetzgebung zur Begrenzung des starken Lohngefälles zwischen Top-Level-Führungskräften und normalen Arbeitnehmern beitragen könnte, ebenso wie die Forderung nacheinem existenzsichernden Lohn. 

 

Diskriminierung und Rassismus

Weltweit fühlen sich rund 20% der Befragten ständig oder häufig wegen eines Aspekts ihrer Herkunft diskriminiert. Und 60% der Generation Z sowie 56 % der Millennials denken, dass systemischer Rassismus in der allgemeinen Gesellschaft weit verbreitet ist. Für Deutschland liegen die Werte niedriger als im globalen Vergleich: 46% der deutschen Millennials und 52% der Gen Z stimmen dem zu. Die jungen Generationen glauben zudem, dass Einzelpersonen und Aktivisten den größten Anteil daran leisten, systemischen Rassismus abzubauen – während das Bildungssystem, das Rechtssystem, die Regierungen und die Wirtschaft hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, positive Veränderungen voranzutreiben.

„Die Tatsache, dass Umweltfragen selbst während einer globalen Pandemie eine so zentrale Rolle spielen, verdeutlicht, wie wichtig dieses Thema für junge Menschen weltweit und insbesondere in Deutschland ist. Zudem zeigen die jungen Generationen, dass sie selbst bei hoher persönlicher Belastung weiterhin ein starkes Empfinden für gesellschaftliche Herausforderungen haben und bei deren Lösung einen aktiven Part spielen wollen.”
 

Dr. Elisabeth Denison, Chief People Officer bei Deloitte 

Über die Studie

Für den Deloitte Millennial Survey 2021 wurden im Januar und Februar 2021 über 14.600 Millennials und mehr als 8.200 Personen der Generation Z aus insgesamt 45 Ländern weltweit befragt, 800 davon in Deutschland (500 Millennials, 300 Gen Z). Die Umfrage wurde mittels Online-Interviews durchgeführt. Gemäß der Studiendefinition wurden Millennials zwischen Januar 1983 und Dezember 1994 geboren, die Generation Z zwischen Januar 1995 und Dezember 2003.

Frühere Ausgaben

Deloitte Millennial Survey 2020: Wie gehen die jungen Generationen mit den Herausforderungen der Pandemie um?

Für den Millennial Survey 2020 hat Deloitte aufgrund von COVID-19 zwei Befragungen durchgeführt: Ergänzend zur primären Umfrage, an der Ende 2019 weltweit über 18.000 Millennials und Vertreter der Generation Z aus 43 Ländern teilgenommen haben, wurden im Mai 2020 zusätzlich über 9.000 Personen dieser Altersgruppen aus 13 Ländern befragt. Das Ziel der zweiten Erhebung: Herauszufinden, wie die Befragten die durch die Pandemie verursachten Veränderungen wahrnehmen und welchen Einfluss sie auf ihr Privatleben und ihre Arbeit haben.

Deloitte Millennial Survey 2020

Millennial Survey 2019: Millennials und Generation Z pessimistischer als je zuvor

Die Deloitte Studie aus 2019 zeigt, dass sich die Einschätzungen der jungen Generationen in den vergangenen zwei Jahren erhebkich verschlechter haben - sowohl hinsichtlich der Wirtschaft, der sozialen und politischen Situation in ihren Ländern als auch der Insitutionen wie Regierung, Medien und Wirtschaft.

 

Deloitte Millennial Survey 2019

Millennial Survey 2018: Vertrauen in Wirtschaft nimmt ab 

In der 7. Ausgabe der Millennial Survey wurden erstmals neben der Generation der Millennials auch die Generation Z befragt. In der Millennial Survey 2018 fordern die jungen Arbeitnehmer mehr gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Weitere Einblicke in das Handeln und Denken der jungen Generationen finden Sie in der gesamten, internationalen Survey.

 

 

Deloitte Millennial Survey 2018
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