Global health care outlook 2018

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Global Health Care Outlook 2018

Die Evolution von „Smart Health Care“

Das Gesundheitswesen des 21. Jahrhunderts wird wesentlich von Qualität, Therapieergebnissen und Wertschöpfung geprägt. Die Akteure des Sektors suchen daher weltweit nach innovativen, kostengünstigen Möglichkeiten der Entwicklung einer patientenzentrierten, technologiegestützten, „smarten“ medizinischen Versorgung – sowohl bei der stationären als auch bei der ambulanten Behandlung.

Überblick

Angesichts der sich fortlaufend weiterentwickelnden Richtlinien, Prozesse und Kompetenzfelder sowie der Größenordnung und Komplexität des Gesundheitssystems bedarf es für die Umsetzung von „Smart Healthcare“ erheblicher Anstrengungen. In der Ärzteschaft gestaltet sich die Abstimmung von Terminen und Untersuchungen, die Weitergabe von Testergebnissen und die Einbeziehung der Patienten in den Behandlungsplan in der Regel schwierig. Anders ausgedrückt: Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen leisten vielleicht harte Arbeit - aber tun sie das auch auf intelligente („smarte“) Weise? Wie lassen sich also im Gesundheitswesen die Krankenhausmauern „einreißen“? Der vorliegende Ausblick auf das Jahr 2018 betrachtet die derzeitige Lage im globalen Gesundheitssektor, beleuchtet Trends und Probleme mit Auswirkungen auf Gesundheitsdienstleister, staatliche Stellen, andere Kostenträger und Patienten. Zudem stellt er für die Beteiligten Informationen bereit, die sie zur Erbringung kostengünstiger und „smarter“ Gesundheitsdienstleistungen in hoher Qualität befähigen sollen.

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Globaler Gesundheitssektor: Problemstellungen 2018

Erwirtschaftung positiver Margen in einer von Ungewissheit und Wandel geprägten Gesundheitsbranche

Seit Jahren leiden der öffentliche und private Gesundheitssektor unter Umsatzdruck und sinkenden Margen. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die steigende Nachfrage, die Modernisierung der Infrastruktur sowie der therapeutische und technologische Fortschritt die bereits jetzt beschränkten finanziellen Ressourcen über die Grenzen hinaus beanspruchen dürften. Folglich werden die Gesundheitsausgaben vermutlich vor allem von der alternden und wachsenden Bevölkerung, der Ausweitung des Marktes, dem klinischen und technologischen Fortschritt sowie den steigenden Personalkosten bestimmt. Im Zuge der Steigerung der Gesundheitskosten stellt sich vermehrt die Frage nach der Bezahlbarkeit und Umfangs der Krankenversicherung. Zur Realisierung von Wettbewerbsvorteilen gehen Gesundheitsdienstleister auch Partnerschaften ein.

Wichtige Erkenntnis

Akteure im Gesundheitswesen setzen neue Kostensenkungsmaßnahmen um. So entwickeln sie beispielsweise neue Formen der Personaleinsatzplanung, verlagern die Behandlung von Patienten in den ambulanten Bereich und reduzieren Verwaltungs- und Lieferkosten. Zudem suchen sie nach neuen Erlösquellen, darunter die Verwertung gewerblicher Schutzrechte, Investitionen in Joint Ventures, die Kommerzialisierung ausländischer Vermögenswerte und die Gründung neuer Unternehmen und gemeinnütziger Organisationen.

Strategische Verlagerung von Volumen auf Werthaltigkeit

Die Gesundheitsbranche beteiligt sich an risikotragfähigen Modellen der koordinierten Versorgung und entfernt sich zunehmend von dem herkömmlichen System leistungsbezogener Entgelte. Zur Verlagerung von Volumen auf Werthaltigkeit setzen die Stakeholder Reformmaßnahmen und Programme zur Förderung der operativen Effizienz, zum Einsatz von Technologien, zum Gesundheitsmanagement der Bevölkerung sowie für die Steigerung des Wohlbefindens und positiven Beeinflussung der sozialen Faktoren mit Auswirkungen auf die Gesundheit um.

Wichtige Erkenntnis

Für einen erfolgreichen Übergang zur wertbasierten Versorgung müssen sich die Marktteilnehmer und Verbraucher von der transaktionsbasierten Behandlung hin zur ganzheitlichen Betrachtung der Gesundheit von Populationen, von der Therapie zur Prävention/zum Wohlbefinden sowie von der Gesundheit des Einzelnen zur Gesundheit der gesamten Bevölkerung bewegen. Auf Grundlage von Daten und Analysen können Gesundheitsdienstleister zudem innovative Versorgungsmodelle umsetzen.

Reaktion auf Gesundheitspolitik und komplexes regulatorisches Umfeld

Weltweit gleichen sich die Systeme des Gesundheitswesens dahingehend, dass sie identische gesundheitspolitische und regulatorische Zielsetzungen verfolgen, wie die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Versorgung und der Patientensicherheit sowie die Minimierung von Betrugsfällen und Cyberrisiken. Digitale Technologielösungen für das Gesundheitswesen, die zu effektiverer Diagnostik und einer höheren Personalisierung therapeutischer Ansätze führen, sind mit der Herausforderung eines angemessenen Datenschutzes verbunden.
Zu den Trends bei Datenmanagement und -sicherheit gehören Cognitive Computing, cloudbasierte, interoperable elektronische Patientenakten und das Internet der Dinge (ioT). Dabei kommt es weiterhin vor allem auf die Gewährleistung der Cybersicherheit und das Management von Datenrisiken an. Dies gilt insbesondere für Patienten, die sich dem Thema ihrer eigenen Gesundheit aktiver widmen und daher Zugriff auf zuverlässige Gesundheitsdaten erhalten möchten.

Wichtige Erkenntnis

Für die Gewährleistung der regulatorischen Compliance ist bei Investitionen in Personal, Prozesse und Technologien eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend. Unternehmen im Gesundheitssektor sind gehalten, gründlich zu prüfen, inwieweit sich bereits umgesetzte oder bevorstehende gesundheitspolitische Veränderungen auf die Prioritäten innerhalb ihrer Organisation auswirken. Auch müssen Gesundheitsdienstleister geeignete Strategien und Abwehrmaßnahmen entwickeln, um stets auf neue Entwicklungen reagieren und ihre Verwaltungs-, Finanzierungs- und Reputationsrisiken senken zu können.

Investitionen in exponentielle Technologien führen zu Kostensenkungen, einfacherem Zugang und besserer Versorgung

Exponentielle Technologien treiben eine kostengünstigere, effizientere und besser zugängliche Erbringung von Dienstleistungen im Gesundheitswesen weltweit voran. Zu den Trends mit Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung gehören unter anderem:

  • Exponentielle Technologien bewirken im Gesundheitswesen einen tiefgreifenden Wandel – mit Auswirkungen auf Bereiche wie synthetische Biologie, 3D-Druck, Nanotechnologie und Companion-Diagnostik.
  • Die Krankenhäuser der Zukunft werden von einer neuartigen Leistungserbringung, Digital-und KI-Technologien sowie einer stringenteren Förderung der Entwicklung der Mitarbeiter geprägt sein.

Wichtige Erkenntnis

Unternehmen könnten einige der neuen Zielstellungen der Gesundheitsversorgung erreichen, indem sie die Digitalisierung des Versorgungssystems vorantreiben. Zunächst erfordert das Schritthalten mit dem raschen technologischen Fortschritt voraussichtlich erhebliche Investitionen in (unter anderem) elektronische Patientenakten, eHealth/mHealth, Interoperabilität und Big Data. In diesem Zusammenhang sollten Unternehmen strategisch in Personal, Prozesse und mithilfe digitaler Technologien betriebene Einrichtungen investieren.

Verbraucherbindung und Verbesserung der Patientenerfahrung

Krankenhäuser können bei der Gesundheitsversorgung einen höheren Personalisierungsgrad erreichen, indem sie Patienten enger an sich binden und die Patientenerfahrung verbessern – mithilfe digitaler Lösungen zur Unterstützung des Zugangs zum Patienten auf allen Kanälen, darunter Kunden-Apps, Patientenportale, personalisierte digitale Informationspakete und Self-Check-in-Schalter. Weitere digitale Kanäle und Tools zur Förderung der Interaktion zwischen Anbieter und Patient:

  • Nutzung sozialer Medien zur Verbesserung der Patientenerfahrung
  • Telehealth
  • Virtuelle Realität/Augmented Reality

Wichtige Erkenntnis

Gesundheitsdienstleister sollten sich neben dem Preis und der Versorgungsqualität auch auf die Entwicklung einer vorrangig auf den Patienten orientierten Beziehung konzentrieren. Dabei kann das Gesundheitswesen von anderen Branchen profitieren (z. B. Konsumgüter, Finanzdienstleistungen und Hotellerie und Gastronomie), wenn es um eine effektivere Ansprache, Versorgung und Kommunikation sowie Bindung von Kunden und Patienten geht.

Personalmanagement der Zukunft

Weltweit zeigen sich im Gesundheitswesen Herausforderungen in Bezug auf die Personalausstattung. So herrscht in den fachmedizinischen Abteilungen von Krankenhäusern und in der Pflege vielfach Personalmangel. Verschärft wird dieses Problem noch durch fehlende Qualifikationen der nächsten Generation, mit denen die Transformation zu einem patientenzentrierten, datengetriebenen und wertbasierten Unternehmen gelingen kann. Bei der Planung des zukünftigen Personalbedarfs sollten sich Gesundheitsdienstleister an der physischen Erreichbarkeit, dem Automatisierungsgrad und der benötigten Qualifikationskategorie orientieren.

Wichtige Erkenntnis

Digitale Technologien, Robotik und andere automatisierte Verfahren bieten sowohl gegenwärtig als auch zukünftig enormes Potential für die Lösung von Personalproblemen im Gesundheitswesen. Dabei sollten Unternehmen des Gesundheitssektors Strategien entwickeln, die im Interesse der Effizienzsteigerung zu einer vorteilhaften Kombination hochqualifizierten Personals mit den neuen Technologien führen, statt beide Seiten gegeneinander auszuspielen.

Erfahren Sie mehr in der Infografik

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