Life Science & Health Care | Digitales Krankenhaus der Zukunft | Deloitte

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Das Krankenhaus der Zukunft

In 10 Jahren kann die Technologie das Gesicht des Gesundheitswesens weltweit verändern

Wenn wir in 10 Jahren ein Krankenhaus betreten, wird es dann noch so aussehen wie heute? Nach den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung des Deloitte U.S. Center for Health Solutions vermutlich nicht. Denn die Kosten der Pflege steigen weiter. Viele Kliniken und Krankenhäuser sind daher auf der Suche nach langfristigen Lösungen, um stationäre Leistungen zu optimieren.

 

Fünf Anwendungsfälle für das digitale Krankenhaus der Zukunft

Die Zukunft der Pflegeerbringung sieht möglicherweise ganz anders aus als das Krankenhaus von heute. Sich rasch entwickelnde Technologien sowie demographische und wirtschaftliche Veränderungen werden Krankenhäuser weltweit verändern, so die Erwartungen. Eine wachsende Zahl von stationären Gesundheitsdienstleistungen wird bereits auf Anbieter von häuslichen und ambulanten Pflegedienstleistungen verlagert. Allerdings werden Patienten mit sehr komplexen oder schweren Krankheiten auch in Zukunft eine stationäre Akutversorgung benötigen.

Angesichts einer veralteten Infrastruktur in einigen Ländern und der steigenden Nachfrage nach mehr Betten in anderen, sollten Klinikvorstände und Politiker darüber nachdenken, wie ambulante und stationäre Betreuung optimiert und digitale Technologien in traditionelle Krankenhausleistungen integriert werden können, um ein barrierefreies Gesundheitssystem zu schaffen.

Wie die Zukunft des Gesundheitswesens aussehen könnte, hat das Deloitte Center for Health Solutions in einer Crowdsourcing-Simulation weltweit 33 Experten gefragt. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen, Ärzte und Krankenschwestern mit leitender Funktion, führende Politiker, Technologen sowie Trend- und Zukunftsforscher. Ihre Aufgabe war es, spezielle Anwendungsfälle für die Gestaltung von digitalen Krankenhäusern zu finden, die in 10 Jahren zum Einsatz kommen könnten - ein Zeitraum, der Klinikvorständen und Vorständen genug Zeit bietet, sich vorzubereiten.

Die Crowdsourcing-Simulation entwickelte Anwendungsbeispiele in fünf Kategorien:

  1. Neudefinierte medizinische Versorgung
    Die neuen Funktionen, wie z. B. zentralisierte digitale Zentren für eine Optimierung der Entscheidungsfindung, kontinuierliches klinisches Monitoring, gezielte Behandlungen (z. B. 3D-Printing für Operationen) und der Einsatz kleinerer, tragbarer Geräte tragen dazu bei, Akutkrankenhäuser zu charakterisieren.
  2. Digitales Patientenerlebnis
    Technologien der digitalen und künstlichen Intelligenz (AI) können On-Demand-Interaktion und nahtlose Prozesse zur Verbesserung des Patientenerlebnisses ermöglichen.
  3. Verbesserte Talentförderung
    Die Robotik-Prozessautomatisierung (RPA) und AI versetzten das Pflegepersonal in die Lage, mehr Zeit für die Pflege und weniger Zeit für deren Dokumentation aufzuwenden.
  4. Betriebliche Effizienz durch Technologie
    Digitale Lieferketten, Automatisierung, Robotik und Next-Generation-Interoperability können das Betriebsmanagement und die Effizienz des Back-Office steigern.
  5. Heilung und Wohlbefinden dank planerischer Gestaltung
    Das Wohlbefinden von Patienten und Mitarbeitern – mit einem Schwerpunkt auf der Bedeutung der Räumlichkeiten und Erfahrung in der Heilung – wird in der zukünftigen Krankenhausplanung wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen.

Viele dieser Use-Cases-Konzepte sind bereits umgesetzt. Klinikvorstände sollten sich daher jetzt darüber Gedanken machen, wie die Technologien in neu zu errichtende und bestehende Einrichtungen integriert werden können.

Die meisten Aspekte der zukünftigen Krankenhausversorgung werden sich auf die Technologie verlagern. Aber die Krankenpflege – insbesondere bei komplexen Patienten und Verfahren – wird immer noch menschliche Kompetenz erfordern.

 

Den Grundstein für das digitale Krankenhaus der Zukunft legen

Der Bau eines digitalen Krankenhauses der Zukunft kann Investitionen in Menschen, Technologie, Prozesse und Räumlichkeiten erfordern. Die meisten dieser Investitionen werden vorab getätigt werden müssen, während kurzfristige Renditen aus diesen Investitionen nicht zu erwarten sind. Längerfristig können digitale Technologien jedoch zu einer qualitativ hochwertigeren Versorgung, einer verbesserten Betriebseffizienz und einer höheren Patientenzufriedenheit führen – da sie die Versorgung verbessern, die betriebliche Effizienz steigern und die Erfahrung von Patienten und Mitarbeitern verbessern.

Diese Kernelemente einer unternehmerischen Digitalisierungsstrategie können helfen, den ersten Schritt zu tun, um ein Krankenhaus auf einen zukunftsorientierten Kurs zu bringen.

  1. Schaffung einer Kultur der digitalen Transformation
    Es ist unerlässlich, dass das Senior-Management die Bedeutung einer digitalen Zukunft versteht und die Unterstützung für deren Umsetzung auf allen Organisationsebenen fördert.
  2. Kommunizierende Technologie in Betracht ziehen
    Die digitale Umsetzung ist komplex. Unterschiedliche Anwendungen, Geräte und Technologien miteinander zu verbinden – alle in hohem Maße interdependent – und sicherzustellen, dass sie miteinander kommunizieren, kann für eine erfolgreiche digitale Implementierung von entscheidender Bedeutung sein.
  3. Langfristige Planung
    Da sich digitale Technologien ständig weiterentwickeln, kann Flexibilität und Skalierbarkeit bei der Umsetzung entscheidend sein. Das Planungsteam sollte sichergehen, dass das Hinzufügen, Ändern oder Ersetzen von Technologien zu geringeren Kosten im Projektumfang enthalten ist.
  4. Daten im Fokus
    Auch wenn die Anforderungen an die Interoperabilität, Skalierbarkeit, Produktivität und Flexibilität wichtig sind, sollten sie auf einer soliden Grundlage für die Erfassung, Speicherung, Sicherung und Analyse von Daten fußen.
  5. Vorbereitung auf Talent 2.0
    Da Krankenhäuser in exponentielle Technologien investieren, sollten sie den Mitarbeitern hinreichende Möglichkeiten geben, entsprechende digitale Strategien zu entwickeln.
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