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Integrated Business Planning (IBP) Plus

Strategien für eine integrierte End-to-End Business Planung

Trotz einer großen Anzahl an Vernetzungsmöglichkeiten nutzen noch immer viele Unternehmen „Silo-Lösungen“ wie Excel für ihre Planung. Doch erst Integrated Business Planning ermöglicht eine ganzheitliche und effiziente Ausrichtung der Planung im Unternehmen.

Es gibt häufig viele Pläne in Unternehmen – allerdings isoliert in unterschiedlichen Abteilungen und nicht miteinander abgestimmt. Im Strategie-Geschäftsplan wird die Marktpositionierung erarbeitet, im Finanzplan das Marketingbudget festgelegt, im Supply Chain Plan der Bedarfsplan entworfen und im tatsächlichen Geschäftsplan werden zukünftige Projekte entwickelt…

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Alle diese Themen beeinflussen jedoch einander, greifen in der Lieferkette ineinander über. Eine umfassende Gesamtbetrachtung ist mit getrennten Sichtweisen nicht möglich. Dies erschwert die Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche und nicht alle Anforderungen werden berücksichtigt. Entscheidungen werden dann nicht auf der Basis sämtlicher Informationen, sondern nur auf einem Teil getroffen und können wichtige Aspekte außer Acht lassen. Dieses Risiko besteht, solange die einzelnen Unternehmensbereiche nicht miteinander abgestimmt sind. Doch trotz vieler Möglichkeiten der Zusammenarbeit, insbesondere im digitalen Bereich, werden diese von vielen Unternehmen noch nicht ausreichend genutzt.

Externe Herausforderungen erfordern eine über alle Unternehmensbereiche abgestimmte Planung

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Wenn sich die Umweltbedingungen ändern, sollten sich auch die Unternehmen entsprechend anpassen. Damit dies auf allen Leveln gelingt, ist jedoch eine entsprechende Vernetzung und Abstimmung erforderlich. Denn auch wenn der Strategieplan an beispielsweise die Digitalisierung der Geschäftswelt und neue Kundenanforderungen angepasst wird – solange die Bedarfsplanung nicht integriert ist, können die volatileren und gleichzeitig anspruchsvolleren Kundenwünsche kaum erfüllt werden.

Es gibt aktuell viele Veränderungen, die Einfluss auf die Geschäftsprozesse haben beziehungsweise haben sollten. Im Folgenden werden dazu beispielhaft zwei Kategorien genannt und die Folgen für die unternehmerische Planung angedeutet:

  • Produktlebenszyklus: Die zunehmend kürzeren Produktlebenszyklen erfordern nicht nur schnellere Prozesse in der Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig muss in der Bedarfs- und Produktionsplanung reagiert werden, damit weder bei Verkaufsstart zu wenig Produkte vorhanden sind noch bei Ende des Lebenszyklus ein hoher Restbestand bleibt. Dies erfordert intensive Abstimmung, insbesondere mit der Marketingabteilung, aber auch der strategischen Planung.
  • Kundenzentrierung: Kunden erwarten heutzutage nicht nur eine schnelle und gleichzeitig günstige Lieferung, sondern auch individuelle Lösungen bei den Produkten. Dies erfordert jedoch eine besonders gut abgestimmte Planung, da eine Vielzahl von Produkten erforderlich ist, die dann schnell bereitgestellt werden sollen. Im Unternehmen bedeutet dies, dass vom Lieferantenmanagement zur Produktbereitstellung über die Abwicklung der Bestellung bis zur tatsächlichen Versendung in der Logistik die einzelnen Prozessschritte besonders gut ineinander übergreifen müssen und möglichst eine durchgehende Prozesstransparenz vorhanden sein sollte.
     

Auf welchem Level würden Sie Ihr Unternehmen aktuell im Bereich der integrierten Planung einschätzen?

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Je nachdem, wie die aktuellen Prozesse in Ihrem Unternehmen aussehen und miteinander verknüpft sind, bieten sich unterschiedliche Startpunkte an. Integrated Business Planning kann nicht in jedem Fall direkt eingeführt werden, zunächst ist der Aufbau solider Planungsprozesse als Basis wichtig.

1. Reagieren – Vermeidung von Lieferengpässen und Umsatzmaximierung als Ziel
2. Prognostizieren – Volumenbasierte Einsatzplanung, basierend auf Vertriebsplanung und Lieferfähigkeit
3. Kombinieren – Ausgleich von Angebot und Nachfrage über die gesamte Lieferkette hinweg
4. Zusammenarbeiten – Bedarfsgesteuerte, profitable Angebotsreaktion in der gesamten Lieferkette
5. Digitalisieren - Die Strategie treibt das Geschäft voran, indem sie über den Finanz- und Operationsbereich hinweg angewandt wird
 

Die Grundlage: ein stabiler S&OP Prozess

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Bei der Aufsetzung oder Prozessoptimierung des S&OP ist es wichtig, die dahinterstehenden Möglichkeiten zu erkennen und das volle Potential des Prozesses zu nutzen. Von Bedeutung ist hier, dass S&OP nicht nur ein zusätzliches regelmäßiges Meeting ist, sondern eine wichtige Abstimmungsmöglichkeit des Managements, aus der entsprechende Entscheidungen und Handlungen folgen müssen. Dies kann beispielsweise, auf Basis besserer Informationen, zu einer erhöhten Bestandsgenauigkeit und somit zur Möglichkeit der Bestandsreduzierung führen. Gleichzeitig ermöglichen bessere Prognosen eine erhöhte Liefertreue sowie insgesamt ein EBITDA-Wachstum im Unternehmen.

Der Aufbau: Integration von Strategie, Finanzen und Operations

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Im Integrated Business Planning (IBP) werden weitere Faktoren in den Planungsprozess integriert. Die Kombination von Operations, Finanzen und der Geschäftsstrategie ermöglicht die Berücksichtigung sämtlicher relevanter Daten für bessere Planungsergebnisse. Insbesondere auf lange Sicht betrachtet ist es wichtig, nicht nur operationelle Themen, sondern auch langfristige Ziele in die Planung zu integrieren. Die Abstimmung der drei Bereiche stellt sicher, dass die Strategien zueinander passen und die kurz- sowie mittelfristige Umsetzung die Erreichung von langfristigen Zielen ermöglichen.

Die Zukunft: Digitale Möglichkeiten

Die Prozesse im Integrated Business Planning werden durch die Nutzung digitaler Technologien vereinfacht, etwa durch erhöhte Transparenz und aktuelle Daten, auf die alle Beteiligten gleichzeitig zugreifen können. Dies ermöglicht insgesamt eine Kostensenkung im Vergleich zur traditionellen Supply Chain bei gleichzeitig steigender Kundenzufriedenheit.

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Das heißt, dass auch bei einem Unternehmen mit Integrated Business Planning im Einsatz noch nicht das höchste Potenzial erreicht ist. Digitale Technologien bieten hier noch ein weiteres „Plus“, sowohl im Hinblick auf die Prozessdurchführung als auch in Bezug auf die Planungsergebnisse.

Es gibt eine Vielzahl an sinnvollen Technologien, die in den Bereichen eingesetzt werden können, im Folgenden werden drei ausgewählte Einsatzbereiche genannt:

  • Bedarfsermittlung: Integration von Echtzeit-Verkaufsdaten in die Bedarfsplanung, um kurzfristig noch präziser reagieren zu können
  • Predictive Analytics: Nutzung von Markt-/ bzw. Kundenspezifischen Datensätzen 
  • Sensor- und bedarfsorientierte Angebotsplanung: Sensordaten prognostizieren, zu welchem Zeitpunkt Produkte verfügbar sein werden und verändern die aktuelle Planung entsprechend

Deloitte biete noch viele weitere Themen rund um den Bereich Supply Chain (Planning) an, informieren Sie sich hierzu gerne auf unserer Internetseite oder kontaktieren Sie uns direkt.