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Wie die Blockchain-Technologie mehr Transparenz und Vertrauen in der Fischerei-Industrie schaffen kann

Gemeinsamer Report von Deloitte und DNV GL: Untersuchung von potentiellen Blockchain-Anwendungen für eine nachhaltige Fischereiwirtschaft

Die Blockchain-Technologie könnte die Transparenz in der Fischerei-Industrie erhöhen, indem die Sicherung und Rückverfolgbarkeit von Daten entlang der gesamten Fischlieferkette verbessert wird. Laut einem neuen Bericht von Deloitte und DNV GL könnten die Daten von Fischerei-Betrieben und dem Handel mit Fischereiprodukten mithilfe der Blockchain-Technologie gespeichert werden, was dazu beitragen würde, auf Bedenken von Zivilgesellschaft, Industrie und Verbrauchern hinsichtlich Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit einzugehen.

Um das Erfassen der Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Fischereiprodukten zu vervollständigen, müssen jedoch erhebliche Hindernisse überwunden werden, wie z.B. ein bisweilen niedriger Digitalisierungsgrad in der Industrie und die Zurückhaltung einiger wichtiger Akteure beim Informationsaustausch.

Ein Drittel der weltweiten Fischbestände ist überfischt. Darüber hinaus belasten einige Aquakulturanlagen die Umwelt und produzieren qualitativ minderwertige Produkte. Diese Faktoren führen zu erheblichen Reputationsrisiken für die gesamte Branche sowie für einzelne Unternehmen. Blockchain könnte eine Möglichkeit bieten, um das Vertrauen in die Branche und deren Produkte zu stärken. Blockchain kann als dezentrale Datenbank, die auf etablierten kryptographischen Prinzipien basiert und die Erfassung unveränderlicher Transaktionsprotokolle ermöglicht, dazu dienen, Transparenz zu schaffen und Vertrauen in nachhaltige Fischereipraktiken und die Herkunft von nachhaltigem Fisch und Meeresfrüchten aufzubauen.

Hier geht's zum englischen Report "Blockchain in the seafood industry"

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Vorteile von Blockchain gehen über das Verbrauchervertrauen hinaus

Am Beispiel eines Sushi-Produkts werden die technischen Möglichkeiten deutlich. Wenn der Fisch in einer Aquakultur-Farm produziert wurde, könnte der Hersteller Informationen über seinen Betrieb selbst teilen, z.B. einen Verhaltenskodex, Informationen über Menschen- und Arbeitsrechte und das Wohlergehen der Fische. Die Blockchain kann auch verwendet werden, um die Zusammensetzung der Futter- und Wasserbedingungen zu erfassen. Ein auf See gefangener Fisch könnte mit dem Standort des Trawlers und der Fangmethode gekennzeichnet werden, ebenso wie die Lagerbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit). Ähnliche Informationen könnten dann im Verarbeitungsbetrieb gesammelt und bis zum Endverbraucher weitergereicht werden. Zum Zeitpunkt des Kaufs kann der Verbraucher ein Smart Label scannen und erhält sofortigen Zugriff auf diese Informationen.

Neben dem Vertrauen der Endverbraucher, welches durch eine Speicherung von Daten in der Blockchain bewirkt werden soll, kann durch mehr Transparenz entlang der Lieferkette die Wirksamkeit von Audits und die Kommunikation zwischen Akteuren in verschiedenen Lieferkettenabschnitten erhöht werden. Finanzinstitute und Versicherungsgesellschaften erhalten einen viel klareren Einblick in die Geschäftstätigkeit und können ihre Produkte kundenspezifisch anpassen; öffentliche Verwaltungen können ihr Lizenzmanagement und Monitoring von Fischbeständen und Fischproduktion verbessern.

 

Sicherer, rückverfolgbarer Datenaustausch ist der Schlüssel zum Vertrauensaufbau und zu mehr Nachhaltigkeit

Die Autoren der Studie führten Interviews mit Vertretern entlang der gesamten Lieferkette durch und fanden mehrere Hindernisse für die Einführung von Blockchain-Technologie. Es gibt bereits umfangreiche Datenerhebungen, jedoch werden diese Daten nicht für die Rückverfolgbarkeit verwendet. Unternehmen zögern oft, Informationen zur Rückverfolgbarkeit weiterzugeben. Ihnen fehlen aktuell klare Business Cases, um in bessere Datenerhebung und das Teilen von Daten mithilfe von Blockchain-Technologie zu investieren.

Luca Crisciotti, CEO - Business Assurance bei DNV GL sagte, die Blockchain-Technologie entwickele sich bereits zu einem Schlüsselelement, um Vertrauenslücken innerhalb der Wertschöpfungskette und gegenüber den Verbrauchern zu schließen. Die Komponenten eines funktionierenden Blockchain-Ökosystems sind bereits vorhanden. Es gibt eine klare Forderung der Verbraucher und anderer wichtiger Interessengruppen für erhöhte Transparenz, um Vertrauen in die Wertschöpfungsketten von Fischerei-Produkten aufzubauen. Renommierte Fischerei-Unternehmen, die in der Lage sind, zusammenzukommen und Hürden wie z.B. Datenaustausch und Interoperabilität zu beseitigen, haben viel dazu zu gewinnen, da dies operative Ineffizienzen beseitigen und Vertrauen in ihre Produkte aufbauen würde.

Thomas Krick, Director bei Deloitte, sagt dazu:

 

Nachhaltigkeit in der globalen Fischereiindustrie muss soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen. Akteure entlang der gesamten Lieferkette können nur dann mehr Nachhaltigkeit in den Meeren und an Land, höhere Transparenz sowie gesteigerte Effizienz in Fischereibetrieben erreichen, wenn sie eine gemeinsame Plattform für den sicheren Austausch von Informationen schaffen.

 

Über Deloitte Sustainability Services

Im heutigen Geschäftsumfeld, in dem Unternehmen allmählich erkennen, wie wichtig es ist, finanzielle, soziale und ökologische Prioritäten in Einklang zu bringen, ist eine sorgfältig abgestimmte Nachhaltigkeitsstrategie, das Management von Risiken und die Gestaltung nachhaltiger Lieferketten entscheidend für den langfristigen Erfolg. Die globalen Teams von Sustainability Services bei Deloitte verfügen über die Erfahrung und das Fachwissen in verschiedenen Branchen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die sozialen und ökologischen Auswirkungen und Abhängigkeiten ihrer Geschäftsaktivitäten effektiv zu managen, unabhängig davon, wo sie tätig sind.

 

Über DNV GL - Business Assurance

DNV GL ist ein weltweit führendes Zertifizierungsunternehmen. Es hilft Unternehmen, die Leistung ihrer Organisationen, Produkte, Menschen, Einrichtungen und Lieferketten durch Zertifizierungen, Verifizierungen, Bewertung und Training sicherzustellen. In Zusammenarbeit mit seinen Kunden ermöglicht es langfristige Wirtschaftsleistung und schafft Stakeholder-Vertrauen in allen Branchen.

 

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Inhaltlicher Ansprechpartner

Bei inhaltlichen Fragen wenden SIe sich gerne an unseren Autor Dr. Julian Blohmke.

Dr. Julian Blohmke
Manager, Deloitte Sustainability Services,
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Mail: jblohmke@deloitte.de