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Verantwortung als Chance: das Transformations­thema Sustainability

Vom Nebenschauplatz zum Unternehmensziel: warum nachhaltiges Wirtschaften heute so dringlich ist – und wie die Umsetzung am besten gelingt

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch Lippenbekenntnisse reichen heute nicht mehr. Es ist höchste Zeit, dass auf Worte auch Taten folgen. Allzu oft schmücken sich Unternehmen zwar mit grünen Lorbeeren, betreiben im Alltagsgeschäft aber trotzdem weitgehend „business as usual“. Auch weiterhin gibt es immer wieder Situationen, in denen die Aktivitäten von Firmen mit gesellschaftlichen Wertvorstellungen oder ökologischen Belangen kollidieren. Dabei ist der Bedarf nach echter, transformativer Sustainability akuter denn je. Und zwar nicht nur, weil die ökologischen und sozialen Problemfelder täglich bedrohlicher werden. Darüber hinaus steigt der Handlungsdruck auf Unternehmen heute ganz direkt und von mehreren Seiten zugleich: Regulatoren, Kunden und Investoren fordern überprüfbare Nachhaltigkeit. Darauf nicht einzugehen, stellt ein geschäftliches Risiko dar. Lesen Sie in diesem Artikel von Deloitte, wie Firmen aus der Not eine unternehmerische Tugend machen und den Schritt zur Nachhaltigkeit als Chance nutzen.

Was Sustainability heute so drängend macht?

Dafür genügt ein Blick in die Nachrichten. Klimawandel, Hungersnöte, Flüchtlingsströme, Plastikmüll in den Meeren und Artensterben. Eine Schreckensbotschaft jagt die nächste. Dass etwas geschehen muss, bezweifelt niemand. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit ist zu einer Frage des Überlebens der Menschheit geworden. Was früher oft als Thema für Idealisten galt, wird heute allgemein in seiner Brisanz erkannt – und zwar auf höchster Ebene. Allerspätestens seit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals 2016 durch die UN, kurz: SDGs, gilt ohne Wenn und Aber: Das Thema „Sustainable Future“ geht alle an – Bürger, staatliche Institutionen und insbesondere auch Unternehmen. Diesen letzten Punkt haben die SDGs unterstrichen und damit eine weitreichendere Diskussion über die unternehmerische Verantwortung angestoßen. Die siebzehn beschlossenen Ziele drehen sich um Maßnahmen zur Sicherung von Frieden, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, Sustainable Energy, Bildungschancen und anderem. Die SDGs werden außerdem in einem Katalog von 169 Zielvorgaben für ihre Umsetzung noch präzisiert.

 

Spielregeln für Morgen: Sustainability im regulatorischen Trend

Die hehren UN-Ziele sind überzeugend ¬– doch wie können Unternehmen effektiv zu deren Verwirklichung beitragen? Sollen Unternehmen nun plötzlich die Welt retten? Ein bisschen schon. Das fordern zumindest zunehmend deutlich die Regulatoren und schaffen so unmittelbare Treiber für Veränderung. Vorhaben der internationalen Staatengemeinschaft wie die SDGs sind oft Vorboten nationalstaatlicher Regelungen in Sachen „green policy“. Immer mehr Regierungen konkretisieren die anstehenden Schritte zum Erreichen der SDGs in eigenen Programmen, Vorschriften und Gesetzen, etwa die Bundesregierung mit ihrer überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie. Ähnlich das Gesetz zur Umsetzung der EU-CSR-Direktive (Corporate Social Reponsibility, deutsch: unternehmerische Sozialverantwortung) oder der Nationale Aktionsplan Menschenrechte, der helfen soll, globale Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Ein wichtiger Bereich, da sich Investments in Sozialverträglichkeit oft nicht unmittelbar auszahlen wie etwa Energieeffizienz-Maßnahmen. Angesichts dieser Trends ist es jedenfalls im wohlverstandenen Eigeninteresse der Unternehmen, vorausschauend zu agieren und Regulierung frühzeitig zu antizipieren. Doch die regulatorische Entwicklung ist längst nicht der einzige Treiber für Sustainability. Im Folgenden weitere gute Gründe für Unternehmen, sich auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten.

 

Wandel im Markt: Nachfrage nach Nachhaltigkeit

Öko ist in und Fairtrade ein Verkaufsschlager, auch wenn das Konzept im Detail einige Kritik erfährt. Nur zwei Beispiele, wie stark sich das Konsumentenbewusstsein gewandelt hat. Nachhaltigkeit ist längst aus der früheren Nische in den Mainstream gewandert. Der breite Markt verlangt sie heute – nicht nur die oft zitierten Millennials, sondern auch immer mehr andere Bevölkerungsgruppen interessieren sich für nachhaltige, gesunde, umweltverträgliche Produkte und Ernährung. Unzählige Startups engagierter junger Entrepreneure haben sich genau dieses Themas angenommen, von veganer Nahrung bis zu Recycling. Wer diesen Trend am Markt verschläft, sieht neben der nachhaltigen Konkurrenz schnell ziemlich alt aus.

 

Rendite mit Gewissen: Die Rolle von Institutionellen und Retail Investoren

Investoren wollen Profite – aber nicht mehr um jeden Preis. Immer mehr Anleger möchten nämlich inzwischen genauer wissen, was eigentlich in ihren Sparplänen, Pensionen und ETFs alles an einzelnen Investments enthalten ist. Ökologisch oder sozial fragwürdige Aktien sind bei vielen Privatanlegern verpönt. Aber auch institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Staatsfonds fordern immer häufiger die Einhaltung nachhaltiger Standards. Asset Manager und Anbieter von Finanzdienstleistungen müssen diesen gewandelten Markt bedienen und behelfen sich dafür bei der Bewertung aus einer Vielzahl von Ratings und Benchmarks, die Nachhaltigkeit messbar machen sollen. Indizes wie der Dow Jones Sustainability Index DJSI machen es z.B. möglich, gezielt ETFs oder Fonds zum Thema Sustainable Investing aufzulegen. Research- und Rating-Häuser wie ISS oder MSCI bieten Datenbanken und andere Dienste, die bei der Beurteilung von Nachhaltigkeit Kriterien liefern können. Auch hier ist mit verstärkter staatlicher Regulierung zu rechnen: Gemäß einem aktienrechtlichen Referentenentwurf werden institutionelle Anleger und Vermögensverwalter in naher Zukunft bei der Offenlegung ihrer Anlagestrategie auch ESG-Kriterien (Environmental, Social and Corporate Governance, deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)) berücksichtigen müssen (§ 134c AktG Ref-E).

 

Nachhaltige Zukunft, nachhaltige Gewinne: Sustainability lohnt sich

Es ist offensichtlich: Es gibt neue und zunehmend harte Regeln, die befolgt werden wollen. Wenn Regulierungen eingeführt oder verschärft werden, ist Compliance unabdingbar. Sustainability fordert Unternehmen aber weit über diesen Rahmen hinaus. Nur wer Vorschriften einhält, kann seine operative Lizenz behalten. Doch wer weitergehend auch eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit in Angriff nimmt, sichert sich eine mindestens ebenso wichtige „Lizenz“: die Option zu wachsen. Stärkung der Marke, Aufwertung der Produktpalette, Verringerung intangibler Risiken und neue Business Models mit Sustainability-Aspekt können sich als attraktive Umsatz- und Gewinntreiber erweisen. Außerdem gehen viele ökologische Maßnahmen in der Sustainable Economy auch ganz direkt mit ökonomischem Nutzen einher, drehen sie sich doch oft um Effizienzgewinne (etwa Rohstoff-Recycling). Insgesamt führt nachhaltigeres Wirtschaften zu mehr Resilienz auf allen Ebenen des Business, was für ein Unternehmen natürlich äußerst vorteilhaft ist. Wer weniger Plastik einsetzt, ist Ölpreisschwankungen weniger ausgesetzt; wer faire Löhne zahlt, stabilisiert Belegschaften in Produktionsstätten. Und eine dritte „Lizenz“ winkt Unternehmen, die sich als Pioniere der Nachhaltigkeit positionieren: die zum Mitgestalten. Denn wer als nachhaltiger Player ernstgenommen wird, kann aktiv zum regulatorischen Diskurs beitragen und erhält einen „seat at the table“. Tatsächlich ist es ja auch im Sinne der Regierungen, gerade große Unternehmen ins Projekt Sustainable Future einzubinden. Deren Beitrag zur Umsetzung der SDGs ist dank des massiven Hebels größer als etwa der von kleinen Vorzeige-Start-ups mit perfekt nachhaltigen Geschäftsmodellen, aber vernachlässigbarem Marktanteil.

 

Wo es hakt: Problemfelder und ihre Bewältigung

Nachhaltigkeit ist eine „Win-Win-Proposition“ – genauer genommen sogar ein dreifaches „Win“: Umwelt, Gesellschaft und das Unternehmen selbst profitieren davon. Dies wurde bereits 1994 im „Triple Bottom Line“-Konzept von John Elkington postuliert, einem Drei-Säulen-Modell, das auf die synchrone Umsetzung in allen drei Bereichen abzielt (Environment, Society, Economy). Warum hapert es dann oft immer noch an stringenter Umsetzung? Transparenz zu erzeugen und Einblicke zu gewinnen, was die Ursachen und Quellen von negativen Effekten für Umwelt und Gesellschaft angeht – das ist oft nicht trivial. Auch ist mit den bisher verwendeten Produktionsmethoden und Technologien die nötige Entkoppelung von Wachstum und Ressourceneinsatz nicht ohne weiteres umsetzbar, insbesondere nicht angesichts einer weiter wachsenden Weltbevölkerung, sinkenden Ertragszuwächsen in der Landwirtschaft und gleichzeitiger Verschmutzung der Ökosysteme. Neue, digitale Technologien können hier als ein wirkungsvoller Schmierstoff im „Uhrwerk“ der Zahnräder Umwelt, Gesellschaft und Unternehmen verstanden werden, der bei der effizienten Umsetzung höchst hilfreich sein kann.

Die Experten von Deloitte haben drei Bereiche identifiziert, in denen zielführende Transformation vorrangig ansetzt:

1. Sustainability muss auf der Führungsebene verankert werden

Auch wenn sich diese Einsicht noch nicht überall durchgesetzt hat: Sustainability ist ein wesentlicher Sachbereich für Vorstand und Aufsichtsrat. Natürlich konkurrieren viele Themen um die Aufmerksamkeit des Top-Managements. Doch die nachhaltige Transformation gelingt nur, wenn sie auch von ganz oben gewollt, gestaltet und gesteuert wird. Sustainability ist ein C-Level-Thema quer durch die Management Funktionen und auch für Audit Committee, Risikomanagement und interne Revision. Erneut finden hier ebenfalls regulatorische Verschärfungen statt, die Nachhaltigkeit zu einem zentralen Governance-Aspekt machen. Regelungen wie die EU-Nonfinancial Reporting Direktive schreiben Details zu Berichten zu ESG-Themen vor. Auch die aktuell in Konsultation befindliche Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex weist in der Präambel auf diese erweiterte Verantwortung hin.

2. Sustainability muss systematisch gemessen und erfasst werden

Die Bemühungen um das Ziel „Sustainable Future“ basieren auf Werten, Absichten, ja Idealen. Alles Dinge, deren konkrete Umsetzung im Betrieb schwer einzuschätzen ist. Geeignete Metriken und Reporting-Formate schaffen Abhilfe: Soll der Transformationsprozess in den Wertschöpfungsketten des Unternehmens effizient gestaltet werden, muss man die Beiträge zu den SDGs auch messen. Für die externe Bewertung etwa durch Analysten existieren die erwähnten Sustainability-Benchmarks, Indizes und Datenbanken. Für interne Prozesse entwickelt die Global Reporting Initiative oder das Sustainability Accounting Standards Board international zukunftsweisende Kriterien. Auch wenn es hierbei noch viele miteinander in Konflikt stehende Standards gibt, die den Fortschritt manchmal auch etwas zu bremsen scheinen: Allein die Fülle an Aktivität auf diesem Feld zeigt eine klare Marschrichtung.

3. Sustainability muss in die Strategie- und Innovationsprozesse integriert werden

Sustainability hat heute strategische Bedeutung erlangt. Wenn das so ist, dann muss sie aber auch in Unternehmensstrategien und sämtliche Strategiebildungsprozesse einfließen. Im Idealfall beginnt das schon bei der Unternehmens-Vision und Mission Statements, die den „Purpose“  der eigenen Organisation beschreiben. Und diese Ausrichtung findet sich dann auch in der Strategie- und Innovationskultur wieder. Jede konkrete Innovation und Prozessoptimierung erhält somit eine zusätzliche Dimension. Sustainability ist heute schlicht ein Teil dessen, was als Qualität verstanden wird. Innovative Business Models, neue Produkte und ein nachhaltigerer Produkt-Mix sind das Ergebnis. Die Methoden der Digitalisierung von Blockchain über des Internet of Things bis hin zu Künstlicher Intelligenz helfen zusätzlich in der Analyse und Steuerung von Sustainability-Anforderungen, bei der Steigerung von Transparenz und der Optimierung von Nachhaltigkeitsleistungen. 

 

Vordenker in Sachen Nachhaltigkeit: Beispiele aus der Praxis

Ökologische und soziale Missstände gibt es viele. Aber ebenso zahlreich sind die Chancen für Unternehmen, bei deren Bewältigung durch ihr Handeln einen echten Unterschied zu machen. Im Folgenden Beispiele für Felder, in denen ein Umdenken heute schon stattfindet – weg von der linearen Ressourcen-Verwendung hin zur zirkulären Rohstoff-Ökonomie, weg von sozial fragwürdigen Lieferketten hin zu neuen und verträglicheren Modellen:

1. Vermeidung von Verschwendung von Lebensmitteln

Die Weltbevölkerung wächst, viele Menschen leiden Hunger. Gleichzeitig gehen Lebensmittel durch ineffiziente Strukturen in der Wertschöpfungskette verloren. Das betrifft ungefähr 40 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion. Mit digitalen Lösungsansätzen können jedoch große Mengen an Lebensmittelabfällen vermieden werden. Der größte Teil der Abfälle fällt bei den Konsumenten an, aber auch im Einzelhandel geht es um signifikante Volumen. Für den Einzelhandel liegen die Ursachen in der Komplexität, mangelnder Transparenz und in der geringen Synchronisation innerhalb der Lebensmittelversorgungskette. Der digitale Lösungsansatz von Deloitte „Future of Fresh“ erhöht nicht nur die Frische der Lebensmittel, sondern reduziert Abfallmengen durch die Vernetzung der Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Deloitte hat diesen neuartigen Approach bereits mehrfach eingesetzt und durch die Generierung neuer Performance Daten mit Hilfe von Sensorik und künstlicher Intelligenz signifikante Einsparungen bei mehreren globalen Einzelhändlern erzielt. Je nach Reifegrad des Partners ergaben sich durch Deloitte-Projekte Einsparungen zwischen 25-50 Prozent.

2. Vermeidung von Plastikmüll

Ein Megaproblem, das derzeit besonders viel Aufmerksamkeit erfährt. Völlig zu Recht, denn Plastikmüll und seine Abbauprodukte bedrohen ganze Ökosysteme, Nahrungskreisläufe und damit unsere Gesundheit. Stellen Unternehmen ihre Wertschöpfungsketten entsprechend um, winken neben ökologischen Benefits auch Differenzierungs- und Einsparungspotenziale. Kosten durch den Einsatz von Plastik werden durch die Verwendung von recyceltem Material verringert, oder auch durch die Einführung völlig neu gestalteter Verpackungen, welche nach ihrer Nutzung leichter recycelt werden können. Plastik ist ein grundsätzlich extrem langlebiges Material und muss auch als solches behandelt werden. Eine rein energetische Verwertung von Plastikmüll oder der Austritt aus dem Wertstoff-Kreislauf in die Natur: das ist zunächst einmal eine unnötige Verschwendung wertvoller Kohlenwasserstoffketten. Zirkuläre Systeme, welche noch effektiver funktionieren, werden nun aber zunehmend von Unternehmen selbst implementiert. Gleichzeitig wird intensiv an alternativen, biobasierten Materialien geforscht, welche helfen sollen, die Abhängigkeit vom fossilen Plastik zu verringern. Deloitte Sustainability unterstützt die Material- und auch Service- Innovation im Bereich Plastikverwendung und Verpackungsdesign.

3. Transparenz in der Lieferkette: Fischereiindustrie

Die Fischereiwirtschaft ist enormen Herausforderungen ausgesetzt. Problemfelder sind die Überfischung von Beständen und Fütterungspraktiken, die für Menschen und Umwelt schädlich sind. Ob beim Fischfang oder der Aquakultur, die Herkunft, die Qualität des Fisches sowie Arbeitsstandards werden durch unterschiedliche Industriestandards beeinflusst. Jedoch ist deren Einhaltung und Glaubwürdigkeit teilweise fragwürdig. Als Akteure im Umgang mit einem der wertvollsten Lebensmittel (nach dem Wertanteil des weltweiten Handels an Lebensmitteln) versuchen Regulierer und das Management von verantwortungsvollen Fischereibetrieben zunehmend mithilfe von Digitalisierung Licht in das Dunkel der Lieferketten zu bringen. Deloitte Sustainability initiierte und begleitet einen umfassenden Dialog mit Akteuren, von Fischfutterherstellern bis zu Handelsunternehmen, um mehr Transparenz in der Fischereiindustrie zu schaffen. Hierbei kann beispielsweise die Blockchain Technologie einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von Vertrauen leisten.

4. Blockchain – Zukunftstechnologie mit nachhaltigen Use Cases

Neue Technologien wie z.B. Blockchain, ein dezentrales Register von Transaktionen, können bei der Realisierung von Infrastrukturprojekten zur Bekämpfung des Klimawandels helfen. Beispielsweise bei der Finanzierung, der Projektumsetzung und beim Monitoring bzw. der Mitigation von Aktivitäten. Große Infrastrukturanlagen werden etwa von unterschiedlichen Investorengruppen finanziert, um eine annehmbare Risikoverteilung realistisch abbilden zu können. Mithilfe von Krypto-Tokens kann ein größerer Kreis an Investoren mit festgeschriebenem Anreizsystem und Verantwortlichkeiten konform mit regulatorischen Anforderungen in eine komplexe, dezentrale Finanzierung eingebunden werden. Auch der Handel mit CO2-Zertifikaten kann über eine solche Plattform effizient und günstig abgewickelt werden. Je mehr Zertifikate und Infrastrukturprojekte mit der Basistechnologie Blockchain umgesetzt werden, desto transparenter und steuerbarer werden globale Aktivitäten zur Bekämpfung des Klimawandels.

5. Bezahlsysteme in benachteiligten Gesellschaften

Ein Hinderungsgrund für Entwicklung und Wohlstand ist, dass in vielen armen Regionen kein funktionierendes Finanzsystem existiert. Etwa aufgrund einer mangelnden Verfügbarkeit von Konten und Kreditkarten. Die Vodafone-Tochter safaricom hat in Kenia das mobile Bezahlsystem M-Pesa geschaffen, mit dem dieses Problem gelöst wird. Die rapide Verbreitung führte zu effizienteren Transaktionen, fördert so Handel und Wirtschaft. 25 Prozent des BIP werden heute über den Dienst abgewickelt. Nebenbei machte M-Pesa die kenianischen Konsumenten zu globalen Vorreitern in Sachen Mobile Payment. Ganz zu schweigen von dem neuen Geschäftsmodell, das der Konzern auf diesem Weg erschlossen hat – und das inzwischen auf andere Märkte ausgeweitet wurde.

 

Nachhaltige Unterstützung: Das Sustainability Team von Deloitte

Sustainability – letztlich ein Thema für das gesamte Unternehmen, quer durch sämtliche Bereiche. Wie setzt man eine Transformation mit derart weitreichenden Implikationen effizient um? Wesentlich ist dabei nicht nur Exzellenz in Sustainability-Aspekten, sondern fundierte Expertise in den einzelnen Funktionen und geographischen Regionen. Auf beides kann das deutsche Sustainability-Team von Deloitte zurückgreifen, auch weil seine Fachleute Zugang zum großen Erfahrungspool des globalen Deloitte-Netzwerks haben. Sie werden aktiv, wenn es um die Unterstützung der Kollegen aus Prüfung, Strategieentwicklung oder Operations geht. Und sie erarbeiten Einzellösungen für Kunden, von der Überprüfung der Wirksamkeit von sozialen Audits über die Schaffung von IT-Strukturen für Nachhaltigkeits-Reporting bis hin zur Entwicklung ganzer Sustainability-Konzepte. So helfen sie Unternehmen, die Transformation als nachhaltigen Erfolg zu gestalten.

 

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