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Robo Advisory: Das Berufsbild des Risikomanagers im Wandel

Sind Algorithmen die besseren Risikomanager?

Wie lege ich Geld mit dem geringsten Zeitaufwand an? Dies ist eine Frage, die sich jüngere Kundengenerationen oftmals stellen. Bedarf es vielleicht neuer Produkte im Anlagegeschäft? Und welche Rolle wird Robo Advisory künftig spielen? Alexander Bommes von Deloitte erläutert seine Sicht auf das Phänomen Robo Advisory.

Der Einfluss von Robo Advisory auf Banken

Banken stehen heute einer neuen Generation von Kunden gegenüber, was völlig andere Erwartungen und Ansprüche an das Anlagegeschäft mit sich bringt. Getrieben wird dieser Generationswandel dadurch, dass sich die Verteilung des Vermögens immer mehr von den älteren Generationen, welche man als Baby Boomer oder Generation X bezeichnet, zu den jüngeren technologieaffinen Generationen verschiebt. Diese ist geprägt durch Unternehmen wie Amazon, Apple, Google oder Facebook. Die vollständige Vernetzung und der Zugang zu digitalen Inhalten hat für diese Generation einen besonders hohen Stellenwert. Bedingt durch das vorherrschende höhere Ausbildungsniveau und den Wunsch nach absoluter Kontrolle, nimmt jedoch zeitgleich das Vertrauen in das klassische Beratungsangebot ab. Stattdessen nutzt die neue Generation eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen zur Beschaffung von Informationen. Für Banken bedeutet diese Veränderung, dass langfristig eine gute Kundenbeziehung alleine nicht mehr ausreichend sein wird. Um gegenüber innovativen und technologieaffinen Fintechs konkurrenzfähig zu bleiben, wird es unabdingbar sein, dass sich die Vertriebswege und Produkte der Banken ebenfalls ändern.

 

Robo Advisory verändert das Berufsbild des Risikomanagers

 

Die Vorteile von Algorithmen als Risikomanager

Die Verwendung von Algorithmen zur vollständigen Automatisierung des Asset-Managements bildet eine Brücke zwischen einem innovativen sowie hochwertigen Serviceangebot und niedrigen Managementgebühren. Die Reduzierung der Kosten, von den üblichen zwei bis drei Prozent im Jahr beim klassischen Asset-Management, auf nur 0,02 bis ein Prozent im Jahr ist eines der stärksten Argumente für den vermehrten Einsatz von Algorithmen. Weitere Faktoren sind die erhöhte Transparenz der ausgeführten Handlungen, einfache Vergleichbarkeit, ständige Verfügbarkeit und eine von Emotionen unabhängige Investment-Taxonomie. In all diesen Punkten sind Algorithmen klassischen Risikomanagern überlegen, was jedoch nicht heißen soll, dass Algorithmen langfristig diese ersetzen werden. Vielmehr wird sich auch das Berufsbild des Risikomanagers dahingehend verändern, dass sie derartige Systeme mit Leben füllen und gezielt zur eigenen Effizienzsteigerung im Asset-Management einsetzen werden. Robo Advisory bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Stärken beider Seiten zu kombinieren und somit einen echten Mehrwert für die Kunden zu schaffen.

Interesse an dem Thema Robo Advisory? Lesen Sie das vollständige Interview von Alexander Bommes im Bankingclub hier.

Alexander Bommes, Partner Risk Advisory

Highlights "Future of Robo-Advisory"

Haben Sie interesse an mehr zum Thema Robo-Advisory? Branchenführende Unternehmen gewährten bei unserem Event im Juni spannende Einblicke in das Trend-Thema. Hier erfahren Sie mehr zu Methoden und Technologie, regulatorischen Anforderungen und Geschäftspotentialen.