fzulg, steuerliche forschungszulage

Article

Forschungszulagengesetz (FZuIG): Hinweise zum Anspruch auf die steuerliche Forschungszulage

Wie profitiert man von der Forschungsförderung?

Am 1. Januar 2020 trat das Forschungszulagengesetz (FZulG) in Kraft. Seit dem 1. April 2021 können forschende Unternehmen in Deutschland beim Finanzamt einen Antrag auf Forschungszulage stellen. Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Unternehmen von der steuerlichen Forschungsförderung profitieren können.

Wie profitiert man von der Forschungsförderung?

Am 1. Januar 2020 trat das Forschungszulagengesetz in Kraft. Durch eine steuerliche Forschungsförderung soll die Innovationskraft und somit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gestärkt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, erhalten Unternehmen unabhängig von ihrer Größe einen Anspruch auf eine Steuergutschrift in Höhe von 25% ihrer personalbezogenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Im Zuge der Corona-Krise wurden die Höchstgrenzen der förderfähigen Kosten zum 1. Juli 2020 auf 4 Mio. Euro verdoppelt, womit die erreichbare Förderung nunmehr 1 Mio. Euro pro Unternehmensgruppe und Jahr beträgt.

Um diese Förderung zu erhalten, müssen sich die FuE-Aktivitäten einem der Bereiche

  • Grundlagenforschung, 
  • angewandte Forschung oder 
  • experimentelle Entwicklung 

zuordnen lassen können. Dabei ist die Förderung ergebnisunabhängig: es ist kein Nachweis der Erreichung des angestrebten Zieles erforderlich.

Die zentrale Anforderung ist vielmehr, dass die FuE-Aktivität durchgeführt wird, um eine signifikante technologische Verbesserung im Vergleich zu bestehenden Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen zu erreichen. Projekte im Kundenauftrag oder eine reine Weiterentwicklung bestehender Produkte sind von der Förderung ausgeschlossen.

Für die steuerliche Forschungszulage können sowohl die eigenen Personalaufwendungen geltend gemacht werden, als auch 60 % der Kosten für Auftragsforschung, sofern der Auftragnehmer seinen Sitz in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum hat. Es handelt sich bei Auftragsforschung um eine gezielte Beauftragung einer anderen Gesellschaft mittels einer speziellen Aufgabenstellung, unter Vereinbarung eines gesonderten Entgelts bzw. festgelegten Budgets. Das Risiko, dass das Projekt nicht erfolgreich ist, muss jedoch vom Auftraggeber getragen werden.

 

Wichtige Kriterien zur FuE-Bescheinigung der Forschungszulage

Für die Beschreibung des Projektes ist die Herausarbeitung der 3 wichtigsten Kriterien für FuE - gemäß des „Frascati Handbuches“ der OECD - unabdingbar:

  1. Neuartigkeit, 
  2. Unsicherheit im Hinblick auf das Ergebnis 
  3. Ein strukturiertes Vorgehen

Sofern diese Kriterien erfüllt sind, kann durch die Bescheinigungsstelle eine FuE-Bescheinigung ausgestellt werden. 

 

Geltendmachung der steuerlichen Forschungsförderung

Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass diese FuE-Bescheinigung in aller Regel nach maximal drei Monaten vorliegt. Wenn das Projekt über den Zeitverlauf keine wesentlichen Änderungen erfährt, muss die Bescheinigung nur einmal beantragt werden, was in den Folgejahren den mit der Forschungszulage einhergehenden Arbeitsaufwand deutlich verringert.

Die Beantragung der Steuergutschrift selbst erfolgt vollkommen digitalisiert und kommt ohne Anlagen aus. Der Antrag wird über das ELSTER-Portal gestellt und ist mit einer guten Vorbereitung relativ schnell ausgefüllt. Die Vorlage von Belegen muss nur auf Nachfrage des zuständigen Finanzamtes oder im Rahmen einer nachgelagerten Betriebsprüfung erfolgen.

Internationale Konzerne können die Forschungszulage ebenfalls geltend machen, sofern sie eine Niederlassung in Deutschland haben. Damit wird für internationale Unternehmen ein Anreiz gesetzt, in hochqualifizierte Mitarbeitende an den deutschen Standorten zu investieren.

 

Vorteile der Forschungszulage

Da die notwendige Innovationshöhe weit geringer ist als bei den klassischen Innovationsförderprogrammen, erhalten im Schnitt über 80% der bei der BSFZ eingereichten Vorhaben in Form der FuE-Bescheinigung einen positiven Bescheid. Somit können viel mehr Unternehmen die Forschungszulage in Anspruch nehmen, als allgemein bekannt zu sein scheint.

Im Vergleich zu anderen Programmen hat die Steuergutschrift weitere Vorteile:
Der Antrag ist kurz, vollkommen digitalisiert, kommt ohne Anlagen aus, und Antragsteller erwirken einen Rechtsanspruch auf die Förderung für die gesamte, bewilligte Projektlaufzeit mit einem einzigen Antrag. Zudem kann für Projekte auch im Nachhinein die Forschungszulage beantragt werden (sofern sie nach dem 1. Januar 2020 begonnen wurden).

Insofern bieten die Vorteile der Forschungszulage ein starkes Potenzial für die Industrie, durch eine sichere Finanzierung bei geringem Aufwand mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung zu tätigen.

 

Beratung zur steuerlichen Forschungszulage

Das Team von Deloitte Global Innovation and Investment Incentives verfügt über große Expertise bei der Forschungszulage und allen Aspekten des FZulG. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch zur Ersteinschätzung der Förderfähigkeit Ihrer FuE-Vorhaben!

Lukas Lechner
Senior Manager - Global Investments & Innovation Incentives
llechner@deloitte.de
+49 40 320804229