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Digital Consumer Trends Survey 2022

Studie: Verbraucher planen in der Krise mit stabilen Ausgaben für Hardware, Connectivity und Medien

Sind Konsumenten bereit für nachhaltige Consumer Hardware? Welches Potenzial hat werbebasiertes Video-Streaming? Steigt das Interesse an 5G? Wer spielt welche Games, und wer bezahlt sogar dafür? Und wie steht es um die Ausgabenbereitschaft für Hardware, Medien-Abos und Telekommunikationsdienste? Die neue Deloitte-Studie gibt Antworten auf diese und weitere Fragen. Im Rahmen des jährlichen „Digital Consumer Trends Survey“ hat Deloitte 2.000 Konsumenten in Deutschland und rund 38.000 Verbraucher weltweit befragt.

Die aktuellen Ergebnisse verdeutlichen: Auch ohne die ganz großen technischen Neuerungen verändern sich Nutzung und Anforderungen der digitalen Konsumenten kontinuierlich. Die Folge ist eine konsequente Weiterentwicklung zahlreicher Trends der vergangenen Jahre. Dies verdeutlicht der Blick auf ausgewählte Studienergebnisse für den deutschen Markt:

  • Nachhaltigkeit (noch) wenig gefragt 
    92 Prozent der Befragten ab 18 Jahre besitzen ein Smartphone. Fast alle davon nutzen es täglich. Damit ist und bleibt das Smartphone hierzulande das wichtigste Endgerät der Digital Consumer. Jedoch spielen Nachhaltigkeitsaspekte beim Kauf eines neuen Smartphones noch kaum eine Rolle. So ist nur für 12 Prozent der Befragten dessen erwartete Lebensdauer ein wesentliches Auswahlkriterium. Zum Vergleich: Eine lange Akkulaufzeit ist 40 Prozent der Befragten wichtig. Immerhin ein Drittel der Befragten gibt an, grundsätzlich mehr für ein Smartphone mit besserer CO2-Bilanz bezahlen zu wollen.

 

Nachhaltigkeit ist beim Smartphone-Kauf noch kein relevanter Faktor. Soll sich dies ändern, so muss die Anbieterseite den Digital Consumern gute Produkte und Argumente liefern.

Dr. Tim Bottke, Sector Lead Telecommunication, Media & Entertainment

  • Potenzial bei werbebasiertem Video-Streaming
    Der Nutzeranteil kostenpflichtiger Video-Streaming-Dienste ist von 61 Prozent im Jahr 2021 auf 65 Prozent gestiegen. Die Zuwächse fallen geringer aus als in den Vorjahren, sind aber – anders als beispielsweise in Großbritannien – noch vorhanden. Eine zunehmend wichtige Rolle könnten künftig werbebasierte Video-Streaming-Dienste spielen. 31 Prozent der Befragten sind daran interessiert, in den jüngeren Altersgruppen liegt der Anteil sogar bei 44 Prozent.
  • Consumer-5G mit Luft nach oben
    24 Prozent der Befragten verwenden ein 5G-Smartphone mit passendem Tarif. Knapp die Hälfte davon hat nach eigenen Angaben aber kaum 5G-Netzabdeckung. Gleichzeitig nehmen mehr als ein Drittel der 5G-Nutzer gegenüber 4G-Netzen keine Performance-Verbesserung wahr. Weiterhin fehlende Consumer-Use-Cases machen vorhandene Fortschritte in der Leistungsfähigkeit kaum erkennbar. Im Vergleich zum Vorjahr werden die neuen Netze von ihren Nutzern jedoch positiver bewertet. Dennoch bleibt fast die Hälfte der Digital Consumer hinsichtlich 5G weiterhin uninteressiert oder uninformiert.
  • Männer zahlen für Games
    Zwei Drittel der Mediennutzer in Deutschland vertreiben sich regelmäßig Zeit mit elektronischen Spielen. Während der Anteil männlicher und weiblicher Gamer insgesamt annähernd ausgeglichen ist, unterscheiden sich die Geschlechter erheblich in ihrer Zahlungsbereitschaft: Deutlich mehr Männer als Frauen geben Geld für Gaming-Abos oder digitale Inhalte wie Season-Pässe oder Spielerweiterungen aus. In Deutschland wird auf diversen Plattformen gespielt. Auch hier zeigt sich die exponierte Rolle des Smartphones, das mit Abstand die Rangliste der populärsten Endgeräte für Games anführt.
  • Konsumentenausgaben in der Krise stabil
    Trotz unsicherer Zeiten und steigender Preise wollen Konsumenten in Deutschland ihre Ausgaben für Endgeräte, Medien und Telekommunikationsdienste nach eigenen Angaben eher erhöhen als reduzieren. Insbesondere Hardware bleibt weiterhin gefragt, hier planen 36 Prozent mit höheren Ausgaben. Auch für die anderen Marktsegmente lassen die Rückmeldungen keinen Rückgang der Umsätze erwarten. 

Die weiterhin hohe Ausgabenbereitschaft der Digital Consumer verdeutlicht den enorm hohen Stellenwert von Hardware, Connectivity und Inhalten. Gleichzeitig belegen die Studienergebnisse das Potenzial neuer Entwicklungen, beispielsweise von werbebasierten Video-Streamingdiensten. Auf der anderen Seite benötigen viele Trends Zeit sowie überzeugende Argumente und Anwendungen, um bei den Verbrauchern tatsächlich anzukommen. Das gilt für nachhaltige Smartphones ebenso wie für 5G, denn auch im Jahr 2022 fehlen die passenden Consumer-Anwendungen. Wie lang, aber schlussendlich erfolgreich der Weg zum Konsumentenerfolg sein kann, verdeutlicht die aktuelle Entwicklung bei Smartwatches: Nach jahrelanger Kaufzurückhaltung waren die intelligenten Uhren im letzten Jahr der große Hardware-Trend. Diese Erfolgsgeschichte setzt sich 2022 fort. Lag die Verbreitung im Vorjahr noch bei 20 Prozent, so besitzt inzwischen jeder Vierte eine Smartwatch. Das Beispiel zeigt: Trotz der vorhandenen Marktdynamik braucht es auf Anbieterseite mitunter einen langen Atem, um die Digital Consumer an neue Produkte und Dienste heranzuführen.

 

Die Ausgabenbereitschaft der Digital Consumer bleibt in der Krise absehbar stabil. Dies zeigt den hohen Stellenwert von Consumer Hardware, Telekommunikationsdiensten und Medieninhalten.

Dr. Andreas Gentner, Industry Lead Technology, Media & Telecommunications

Laden Sie die Infografik zum Digital Consumer Trends Survey 2022 herunter und lesen Sie alle Ergebnisse im Detail.