Interview mit Andreas Gentner

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Kurz und knapp: Die Smartphone Trends 2018

Welche Themen treiben den Mobilfunkmarkt zum MWC?

Unser Experte Dr. Andreas Gentner im Interview

Das Smartphone ist immer und überall dabei, es bestimmt unseren Alltag und die klassische Telefonie verliert zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die neue Deloitte-Studie „Im Smartphone-Rausch: Deutsche Mobilfunknutzer im Profil“.

Zu den Ergebnissen der Studie hat Dr. Andreas Gentner, Leiter von TMT EMEA, fünf Fragen beantwortet.

  1. Welche Trends bestimmen den diesjährigen Mobile World Congress (MWC)?

    Wie üblich zeigen die Gerätehersteller in Barcelona neue Smartphone-Modelle, die künftig noch leistungsfähiger, intelligenter und universeller sein werden. Ein weiterer Trend sind in diesem Jahr smarte Sprachassistenten. Diese arbeiten nicht zuletzt dank künstlicher Intelligenz immer eindrucksvoller. Augmented Reality (AR) ist ebenfalls ein großes Thema. Den Mobile World Congress werden zahlreiche Unternehmen und Entwickler als Bühne für die Präsentation neuer AR-Apps nutzen. Zudem rückt der kommerzielle Start der neuen 5G-Netze immer näher, sodass Hersteller von Netzinfrastrukturen in Barcelona den Stand der neuen Mobilfunktechnik zeigen können.
  2. Augmented Reality (AR) wurde anfangs belächelt, gilt heute jedoch als Mega-Trend. Welche Use Cases stechen besonders hervor/haben einen besonderen Mehrwert?

    Spannend bei der Augmented Reality ist besonders die Verknüpfung von Online und realer Welt. So werden via AR auf dem Smartphone-Display Informationen zu Objekten angezeigt, die gerade von der Kamera aufgenommenen werden. Dies eröffnet neuen Möglichkeiten beispielsweise im Bereich Shopping. Kunden können über gezielt eingeblendete Rabattcoupons in Geschäfte geleitet werden, die sich gerade in der unmittelbaren Umgebung befinden. Ein Beispiel für eine sinnvolle AR-Lösung ist auch eine App von Ikea, die ausgewählte Möbel per Augmented Reality direkt in die eigene Wohnung projiziert.
  3. Neben AR ist Virtual Reality (VR) die zweite große Zukunftstechnik. Welche Entwicklungen lassen sich hier erwarten?

    Bislang hat sich VR noch nicht wie erhofft durchsetzen können. Erst etwa 3 Prozent der Deutschen besitzen eine Virtual-Reality-Brille. Die meisten davon verwenden Lösungen, bei denen ein Smartphone in ein entsprechendes Headset eingelegt wird. Die User Experience dieser Angebote ist verglichen mit High-End-Brillen jedoch limitiert. Dies wird sich in absehbarer Zeit ändern, denn mit noch höher auflösenden Smartphone-Displays steigt die Darstellungsqualität spürbar. Zudem steht mit der Oculus Go ein ganz neuer Brillentyp in den Startlöchern, der kein Smartphone mehr erfordert und eine beachtliche Performance bei hohem Tragekomfort verspricht. Diese Stand-Alone-Brillen könnten dem gesamten VR-Markt neuen Schwung verleihen.
  4. Zur Nutzung neuester Technologien muss die Bandbreite stimmen. Wann können wir mit dem Mobilfunkstandard 5G rechnen und welche Vorteile bringt er?

    Mit einem kommerziellen Start der neuen 5G-Netze ist um das Jahr 2020 zu rechnen. Genau lassen sich die Netzbetreiber aber noch nicht in die Karten schauen. Konsumenten können sich dann über mindestens zehnmal höhere Geschwindigkeiten freuen als bei den derzeit schnellsten LTE-Netzen. Zudem versprechen die neuen Infrastrukturen deutlich geringere Latenzzeiten und eine höhere Zuverlässigkeit bei geringeren Kosten des Netzbetriebs. Damit schafft 5G wichtige Grundlagen für das weitere Wachstum im Bereich des Internet der Dinge (IoT) sowie für den nachhaltig steigenden Datenbedarf durch anspruchsvolle Media-Anwendungen wie z.B. hochauflösende Videodienste.
  5. Der MWC dient auch als Plattform zur Vorstellung neuer Smartphones. Sorgen neue Geräte dafür, dass die Abhängigkeit vom Smartphone weiter steigt oder gibt es hier auch Tendenzen in die andere Richtung?

    Das Smartphone ist ja schon heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Neue Anwendungen haben die Nutzungsintensität zuletzt immer weiter erhöht, denken Sie nur an den Erfolg von WhatsApp. Allerdings zeigen die Ergebnisse unseres Mobile Consumer Survey, dass es durchaus auch einen entgegengesetzten Trend gibt. Die zum Mobile World Congress erscheinende Deloitte-Kurzstudie „Im Smartphone-Rausch“ zeigt, dass fast die Hälfte der Konsumenten hierzulande die Verwendung ihres Smartphones gerne einschränken würde. Ins Unermessliche steigern lässt sich die Smartphone-Nutzung also scheinbar nicht. Künftig werden Anbieter stärker darauf achten müssen, dass ihre Dienste den Mobilfunknutzern einen klaren Mehr- oder Unterhaltungswert bieten.
Global Mobile Consumer Survey 2017
Im Smartphone-Rausch: Deutsche Mobilfunknutzer im Profil
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