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MINT-Talent Monitor 2018

Was zählt für die Tech-Talente der Zukunft bei der Arbeitsplatzwahl?

Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen, brauchen Unternehmen die richtigen Mitarbeiter. Besonders im Fokus stehen dabei die MINT-Talente: Die Studenten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer sind die Leistungsträger der digitalen Workforce von morgen. Deloitte untersucht deshalb im neuen MINT-Talent Monitor 2018, was diese von Ihrem künftigen Arbeitgeber erwarten.

Ob KI-Entwickler, Cybersecurity-Spezialisten oder Datenanalysten – hochqualifizierte Fachkräfte für die digitale Zukunft sind dringend gesucht. Und die Nachfrage übersteigt das Angebot auf dem Arbeitsmarkt bereits jetzt massiv. Für C-Level-Entscheider heißt das, vorrangig und frühzeitig jene Talente für ihr Unternehmen zu gewinnen, die dank ihrer Ausbildung als digitale Experten die Transformation kreativ mitgestalten: Die Absolventen der unter dem Oberbegriff MINT zusammengefassten Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Doch was sind für MINT-Talente, die demnächst in den Arbeitsmarkt eintreten, die entscheidenden Faktoren bei Wahl ihres Jobs? Worauf müssen sich die Unternehmen einstellen, um sich als attraktiver Arbeitgeber für die klügsten Köpfe der Generation Z zu positionieren? Diese Fragen beantwortet die repräsentative Studie „MINT-Talent Monitor“, für die Deloitte im März 2018 in Zusammenarbeit mit ResearchNow mehr als 850 deutsche Studenten der oben genannten Fachrichtungen befragt hat.

Die Top-Faktoren für MINT-Talente bei der Wahl des Arbeitsplatzes

Ein auffälliges Ergebnis der Studie ist, dass für künftige Arbeitnehmer der Generation Z die „weichen“ Faktoren, die noch für die Generation Y bestimmend waren, offenbar an Bedeutung eingebüßt haben. So ist die Work-Life-Balance nur für gut ein Drittel der befragten Studenten noch ein Hauptkriterium, wenn sie sich für einen Job entscheiden. Unternehmenskultur und Arbeitsklima (17 Prozent) sind ebenso wie die Freiheit, eigene Projekte entwickeln zu können (11 Prozent Nennungen), nur für eine Minderheit im MINT-Bereich Prioritäten bei der Arbeitsplatzwahl.

Ein gutes Gehalt ist 65 Prozent der Befragten eindeutig am wichtigsten in ihrem künftigen Job. Das ist wenig überraschend, spannender sind die zweithöchsten Nennungen mit jeweils 40 Prozent: Die Befragten legen besonders darauf Wert, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist und dass die Arbeit inhaltlich interessant ist. Auch gute Aufstiegsmöglichkeiten stehen bei den MINT-Studenten mit 39 Prozent der Nennungen weit oben auf der Agenda.

Festanstellung, Vollzeit und Büroarbeitsplatz: Traditionelle Arbeitsmodelle bevorzugt

Hier sind die Präferenzen ganz klar: eine überwältigende Mehrheit von 82 Prozent bevorzugt die Festanstellung, am liebsten in Verbindung mit einem festen Büroarbeitsplatz. Alle anderen Arbeitsmodelle sind weit abgeschlagen: Die in der internationale IT-Branche weitverbreitete Projektarbeit der sogenannten „Gig Economy“ ist für die deutschen MINT-Talente kein Thema. Nur 8 Prozent wollen als Freelancer auf Projektbasis arbeiten und Teilzeitarbeit streben sogar nur 2 Prozent der Befragten an. Auch das in der öffentlichen Diskussion zur Zukunft der Arbeit vielbeschworene Home-Office ist bei diesen Talenten kaum gefragt, denn nur 15 Prozent wollen überwiegend von zu Hause arbeiten. Eine hohe Flexibilität zeigen die MINT-Studenten hingegen beim Thema Arbeitszeiten: 41 Prozent bevorzugen individuelle Kernarbeitszeiten von montags bis freitags, aber erstaunliche 29 Prozent sprechen sich für völlig flexible Arbeitszeiten aus, die Arbeit an allen sieben Tagen der Woche zu unterschiedlichen Tageszeiten möglich macht.

Die bei MINT-Studenten beliebtesten Unternehmen

Geht es darum, in welcher Art von Unternehmen die Talente künftig arbeiten wollen, bevorzugen 35 Prozent der MINT-Studenten mittelständische Unternehmen, dicht gefolgt von Konzernen und Großunternehmen, die für 28 Prozent erste Wahl sind. Für den starken Mittelstand in Deutschland ist das eine erfreuliche Nachricht und verspricht gute Voraussetzungen, eine bestens qualifizierte Workforce für die digitale Zukunft anziehen zu können. Schwieriger wird dies hingegen für andere Bereiche: Nur 6 Prozent der befragten Studenten halten die Arbeit (als Angestellter) in einem Start-up für attraktiv. Dieses Resultat ist insofern auffällig, weil sich 43 Prozent der Befragten vorstellen können, selbst ein Start-up zu gründen und ein Drittel sogar schon eine entsprechende Geschäftsidee hat. Auch öffentliche Behörden sind als Arbeitgeber unter MINT-Talenten wenig beliebt – lediglich 7 Prozent der Studenten sehen hier ihre berufliche Zukunft.

In diesen Branchen wollen die meisten Tech-Talents arbeiten

Beim Blick auf die bevorzugten Branchen erweist sich der IT- und Technologiesektor für 33 Prozent der Befragungsteilnehmer als die Nummer 1 – eine naheliegende Wahl für Studierende der Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaften. Dicht dahinter folgt aber mit 30 Prozent der Nennungen bereits die Automobilindustrie. Platz 3 teilen sich der Energiesektor und die Chemieindustrie mit jeweils 23 Prozent. Für all diese Branchen als wichtige Industrien der deutschen Wirtschaft ist das ein positives Signal, denn sie erwarten jetzt und in den kommenden Jahren durch Digitalisierung, IoT und Industrie 4.0 einen hohen Bedarf an Digital-Talents. Bedenklicher ist die Bestandsaufnahme für den Bankensektor und die Versicherungsbranche, wo besonders Big Data Analysten gesucht sind. Denn für MINT-Studenten sind diese Branchen kaum attraktiv: Nur 6 beziehungsweise 5 Prozent wollen in diesen Bereichen arbeiten.

Mehr aus dem MINT-Talent Monitor 2018: Mobilität und Start-Ups

Laden Sie hier kostenlos den kompletten Deloitte MINT-Talent Monitor 2018 herunter und erfahren Sie, welche weiteren Faktoren den Studenten der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer bei der Wahl ihres Arbeitgebers noch wichtig sind. Zusätzlich untersucht die Studie auch die Einstellung der Tech-Talente zu den Themen berufliche Mobilität und Start-up-Gründung mit vielen weiteren spannenden Ergebnissen. 

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