Perspektiven

Risiken und Chancen grenzüberschreitender M&A-Transaktionen

Umfrageergebnisse: Wie globale Führungskräfte Auslandsinvestitionen beurteilen

Unternehmen setzen zunehmend auf grenzüberschreitende Fusionen und Übernahmen (M&A), um sich raschen Zugang zu neuen Märkten und Kunden zu verschaffen. Das spiegelt sich in weltweit ansteigenden Trends bei den Transaktionsvolumen wider. Allerdings sollten sich Unternehmen umfassend mit den Risiken und Chancen grenzüberschreitender M&A-Transaktionen auseinandersetzen und abwägen, ob eine Greenfield-Investition, also der Neuaufbau eines Standorts im Ausland, möglicherweise besser geeignet ist.

Grenzüberschreitende M&A-Transaktionen

Um sich ein genaueres Bild über die Risiken und Chancen grenzüberschreitender M&A-Transaktionen zu machen, führte Deloitte eine Umfrage unter seinen Kunden durch, an der über 500 Führungskräfte teilnahmen. Die Teilnehmer verfügen über Erfahrung mit M&A-Transaktionen über Regionen, Branchen und Funktionen hinweg. Wir befragten Führungskräfte aus den USA und Kanada sowie aus den Regionen APAC, EMEA und Lateinamerika.

Die Umfrage zeigt, dass Unternehmen bei grenzüberschreitenden Übernahmen zunehmend versierter und erfahrener werden. Dabei ist ihnen bewusst, wie wichtig eine umfassende Planung, die Unterstützung durch externe Experten und eine gründliche Due Diligence sind. So gelingen ihnen erfolgreiche Transaktionen. Allerdings lassen die Führungskräfte derzeit angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit Vorsicht walten.

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Risiken und Chancen grenzüberschreitender M&A-Transaktionen

Starkes Interesse an grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen

Aus der Umfrage geht hervor, welches die wichtigsten geschäftlichen Argumente für grenzüberschreitende M&A-Transaktionen sind. Dazu zählen eine Sättigung oder eine Abkühlung am Kernmarkt und Diversifizierungsbedarf, regulatorische Unsicherheit in den Heimatmärkten und hohe Kosten für die Rückführung ausländischer Gewinne sowie Synergien zur Verbesserung von Technologie und Produktivität.

Die wichtigsten strategischen Transaktionsziele

Quelle: Deloitte, Analyse der Umfrageergebnisse.
Die Summe ergibt möglicherweise nicht 100%, da die Teilnehmer mehrere Antworten auswählen konnten.

Der Trend hin zu grossen Transaktionen setzte sich 2016 fort. Die meisten Investitionen wurden 2016 von China, Kanada und den USA aus getätigt. Die drei Hauptziele für Investitionen waren die USA, die Schweiz und Grossbritannien.

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Spezielle Due-Diligence-Prüfungen

Übernehmende Unternehmen müssen ihre Risikoeinschätzung und ihren traditionellen Due-Diligence-Prozess möglicherweise überdenken, um den Risikofaktoren grenzüberschreitender M&A-Transaktionen Rechnung zu tragen. Das Transaktionsteam sollte sich vor allem auf folgende Risikofaktoren konzentrieren: nationale und regionale Steuervorschriften; die Verfügbarkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzdaten des Zielunternehmens; die politische Stabilität im Zielland; und die Einhaltung von Vorschriften zur Bekämpfung von Korruption und Geldwäscherei durch das Zielunternehmen, wie z. B. des US Foreign Corrupt Practices Act.

Die grössten Risikofaktoren bei grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen

Quelle: Deloitte, Analyse der Umfrageergebnisse.
Die Summe ergibt möglicherweise nicht 100%, da die Teilnehmer mehrere Antworten auswählen konnten.

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Achtung: Auf die Integrationsplanung kommt es an

Auf die Frage, was sie aus vergangenen Transaktionen gelernt haben und wo sie Verbesserungspotenzial sehen, antworteten 33% der Führungskräfte, dass sie sich stärker einer umfassenden Planung für die Zeit vor und nach der Transaktion widmen wollen. Zudem möchten 32% bei künftigen Verhandlungen aggressiver vorgehen und 31% würden ausführlichere Recherchen zum Marktpotenzial und der Unternehmenskultur der Zielgesellschaft durchführen. Dabei gelangten die Umfrageteilnehmer aus Lateinamerika und dem Asien-Pazifik-Raum zu ähnlichen Schlussfolgerungen in Bezug auf Verbesserungspotenzial bei Integrationen und der Recherche zu Zielunternehmen.

Verbesserungspotenzial bei künftigen grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen

Quelle: Deloitte, Analyse der Umfrageergebnisse.

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Was Führungskräfte bei potenziellen grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen beachten sollten

Unternehmen können durch grenzüberschreitende M&A-Transaktionen ihren Finanz- und Marktwert sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit erheblich verbessern. Dabei kommt es darauf an, dass Führungskräfte vorausschauend planen, gründliche Due-Diligence-Prüfungen durchführen und die Phasen vor und nach der Transaktion umfassend betreuen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Führungskräfte und Beteiligte von M&A-Transaktionen insbesondere Folgendes beachten sollten:
  • Ausrichtung sämtlicher Phasen des M&A-Zyklus an der Transaktionsthese und den Transaktionszielen.
  • Anpassung der Vorgehensweise an die spezifischen Umstände der einzelnen Transaktionen, um den Schwierigkeiten bei globalen M&A-Transaktionen vorzugreifen.
  • Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen und gründliche Planung von Aktivitäten im Vorfeld der Transaktion, um Versäumnisse bei der Übergabe zu vermeiden.
  • Strukturierung der Transaktion, um die Chancen auf Erfüllung der Ziele zu maximieren.
  • Bestimmung des Integrationsumfangs und -ansatzes und Planung zur Erreichung der Zielsetzung von Tag 1 bis zum Abschluss der Integration.
  • Erstellung eines globalen Integrationsprogramms, das auf die wichtigsten Arbeitsabläufe und Regionen/Länder zugeschnitten ist und bei dem sowohl die Übernahmeseite als auch das Zielunternehmen eingebunden sind.
  • Effektive und genaue Planung der Integrationsphasen vor und nach Transaktionsabschluss mit klarer Darlegung von Abhängigkeiten und kritischen Schritten.

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