Deloitte Studie 2022: M&A-Aktivität der Schweizer KMU

Die M&A-Aktivität von Schweizer KMU erholt sich 2021 und erreicht eine Rekordzahl an Transaktionen

M&A-Aktivität der Schweizer KMU bricht 2021 alle Rekorde – neues Vertrauen in den Markt

Während die M&A-Aktivitäten im Jahr 2020 durch die Verbreitung von COVID-19 eingeschränkt waren, erlebte der Markt im Jahr 2021 weltweit einen starken Aufschwung und erreichte ein rekordverdächtiges Niveau. Getrieben wurde diese Entwicklung durch den Nachholbedarf aus 2020 und ein dynamisches Weltwirtschaftswachstum. Infolgedessen erreichte der weltweite M&A-Markt einen neuen Rekord und überschritt erstmals die Marke von 5 Billionen US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 64% im Transaktionswert gegenüber 2020 (und einer Zunahme um 24% bei der Anzahl Transaktionen). Das gleiche Szenario war auf dem Schweizer Markt zu beobachten, wo die Anzahl der Inbound- und Outbound-Transaktionen von Schweizer KMU sich auf 233 erhöhte, was einem Plus von 25% im Vergleich zu 2020 entspricht.

Dieser Aufwärtstrend bestätigte sich auch in der jüngsten CFO-Umfrage von Deloitte vom Herbst 2021, in der die Schweizer CFOs die wirtschaftliche Erholung des Landes weiterhin auf Kurs sehen: 83% bewerteten die allgemeinen Wirtschaftsaussichten für die nächsten 12 Monate als positiv – die dritthöchste Bewertung seit der ersten CFO-Umfrage im Jahr 2009. Auch die Erwartungen für die meisten Unternehmenskennzahlen haben sich verbessert: 69% der CFOs bewerten die finanziellen Aussichten für ihr Unternehmen in den nächsten 12 Monaten als positiv. 60% geben an, dass sich die Umsätze zumindest auf das Vorkrisenniveau erholt hätten, und 72% erwarten in den nächsten 12 Monaten einen Umsatzanstieg, wenn auch mit geringeren operativen Margen.

Die Erholung dürfte sich 2022 beschleunigen, und wir erwarten eine äusserst lebhafte M&A-Tätigkeit

Im Hinblick auf die Rekordzahlen von 2021 und das Vertrauen der Schweizer Unternehmen – vor dem Hintergrund einer Pandemie – sind dies ermutigende Signale, was die Wirtschaftsaussichten und die aktuelle Stärke des M&A-Marktes betrifft. Die Erholung dürfte sich 2022 beschleunigen, und wir erwarten eine äusserst lebhafte M&A-Tätigkeit. Diese Dynamik unterliegt jedoch dem Risiko des Auftretens neuer Varianten des Coronavirus (wie zum Beispiel die Variante «Omicron» seit Ende 2021) sowie Zinserhöhungen durch die Zentralbanken.

Kernpunkte der Studie

Entwicklung der Anzahl an Transaktionen seit 2013

Die M&A-Aktivitäten mit Beteiligung von Schweizer KMU erreichten 2021 mit 233 Transaktionen ein Rekordniveau, was einen Anstieg von 24,6% gegenüber 2020 und ein höheres Volumen als vor der Pandemie (196 Transaktionen im Jahr 2019) darstellt

Transaktionen in der Schweiz

Schweizer KMU sind sowohl bei lokalen als auch bei internationalen Investoren sehr begehrt. Die Transaktionen stiegen im Jahr 2020 um 23 Prozent und erreichten mit 173 Übernahmen fast ein Allzeithoch

Outbound Transaktionen

Die Zahl dieser Transaktionen stieg mit 60 auf den historisch höchsten Stand (+30% gegenüber 2020)

Private Equity: Allzeitrekord gebrochen

Die M&A-Aktivitäten (Verkäufe und Übernahmen) unter Beteiligung eines Private-Equity-Fonds verzeichneten mit 94 Transaktionen im Jahr 2021 (13% mehr als 2020) einen Rekordwert und machten 40 Prozent aller Transaktionen aus

Ausblick 2022

Das Jahr 2021 wird sowohl weltweit als auch in Bezug auf die Schweiz als Rekordjahr für M&A-Aktivitäten und als Jahr mit einer robusten Erholung gegenüber 2020 in Erinnerung bleiben. Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung des Transaktionsgeschehens, und dank der Aussicht auf ein starkes Wirtschaftswachstum könnte sich die Zahl der Transaktionen auch im Jahr 2022 in gleichem Tempo fortsetzen oder sogar noch beschleunigen. Die hohe Liquidität, die günstigen Finanzierungsbedingungen und die sehr hohen Bewertungen sind Faktoren, die solche Transaktionen begünstigen. Die TMT- und die Gesundheitsbranche standen 2021 ganz oben und sind auch 2022 die Sektoren, die man im Auge behalten sollte, da sie weiterhin dem Trend zur Einführung neuer Technologien folgen, der von der Pandemie befeuert wird. Die Bewertungen erreichten 2021 einen historischen Höchststand und könnten bei einem starken Wettbewerb um Qualitätsanlagen auf hohem Niveau verharren.

Die rasche Verbreitung der Omikron-Variante zeigt jedoch, wie fragil die globale Erholung ist, und Gegenwind wie die drohende Inflation und mehrere Zinserhöhungen könnten, falls sie eintreten, Transaktionen sowohl aus Sicht der Verkäufer als auch der Käufer, scheitern lassen. Höhere Zinsen allein dürften jedoch nicht ausschlaggebend sein, um den Appetit auf M&A-Aktivitäten zu bremsen. Als grösseres Hemmnis könnten sich eher die signifikanten Auswirkungen auf die Unternehmensbewertungen erweisen. Die zentrale Frage bleibt jedoch, wie sich die globale Gesundheitssituation entwickelt und wie es hinsichtlich weiterer staatlicher Restriktionen für die Gesellschaft und die Wirtschaft aussehen wird. Dies wird einen entscheidenden Einfluss auf die Transaktionen sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene haben. Die Intensität des M&A-Marktes könnte auch von den Interventionen der Regierungen und Zentralbanken zur Stützung der Wirtschaft bzw. der Kapitalmärkte sowie von den geopolitischen Risiken in bestimmten Teilen der Welt beeinflusst werden.

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Zur Studie

Dies ist die 16. Ausgabe der Deloitte Studie zu M&A-Aktivitäten von KMU in der Schweiz. Sie erfasst die Transaktionen unter Beteiligung von Schweizer KMU auf der Basis verschiedener Informationsquellen: Deloitte Datenbank, Mergermarket und die Schweizer Wirtschaftspresse. Im Rahmen der Studie wurden Transaktionen aus dem Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021 untersucht.