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Zuversichtliche Schweizer Uhrenbranche: Mit Digitalisierung neues Wachstum erschliessen

Zürich, 27. September 2017

Gemäss der diesjährigen Ausgabe der Deloitte Swiss Watch Industry Study 2017 steht bei Schweizer Uhrenmacher die Digitalisierung im Mittelpunkt ihrer Geschäftsstrategie. Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte von Uhrenunternehmen blicken für die kommenden 12 Monate optimistisch in die Zukunft der Schweizer Uhrenbranche. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 2%. Der Markt bleibt indes ungewiss, ihre Neuausrichtung nimmt die Branche mit der Digitalisierung, der neuen „Swissness“-Gesetzgebung sowie der Einführung neuer Produkte und Smartwatches in Angriff. 

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Die Schweizer Uhrenindustrie zeigt erste Anzeichen einer Erholung: Nach 20 Monaten negativer Wachstumsraten in Folge stiegen die Uhrenexporte von CHF 4,8 Mrd. im Q2 2016 auf CHF 5,0 Mrd. im zweiten Quartal 2017. Allerdings ist dieses Wachstum relativ und in erster Linie auf die Erholung bei mechanischen Uhren zurückzuführen, während die Zahlen für Quarzuhren weiter rückläufig sind. Insgesamt waren die Umsatzvolumen aus Armbanduhren weiterhin gering.

Abbildung 1 - Schweizer Uhrenexporte (CHF Mrd.)
Abbildung 1 - Schweizer Uhrenexporte (CHF Mrd.)

Rückkehr zum Optimismus

Der wachsende Optimismus über den Ausblick für die Schweizer Uhrenindustrie erreicht mit 52% seinen zweithöchsten Stand, seit die erste Deloitte Uhrenstudie in 2012 veröffentlicht wurde (im Vergleich dazu waren es im Jahr 2016 nur 2%). 61% der Uhrenchefs rechnen bezogen auf die kommenden 12 Monate mit einem positiven Ausblick für die Hauptexportmärkte der Schweizer Uhrenindustrie, darunter China, Hongkong und die USA.

Karine Szegedi, Partnerin und Leiterin Fashion & Luxury bei Deloitte Schweiz, erklärt: «2016 war eines der schwierigsten Jahre, mit denen die Schweizer Uhrenmacher seit der globalen Finanzkrise konfrontiert wurden. Die Exportzahlen fielen aufgrund der nachlassenden Nachfrage vor allem in Asien und den Vereinigten Staaten, den wichtigsten Exportmärkten für Schweizer Uhren, niedriger aus als erwartet». Sie fügt hinzu: «Heute sehen wir vielversprechende Anzeichen dafür, dass die einmalige Positionierung der Branche im Luxussegment, ihre Innovationsfähigkeit und das starke Markenimage ihrer wichtigsten Akteure eine Anpassung an die neuen Marktbedingungen ermöglichen könnten.»

Mit Wachstumsraten in zweistelliger Höhe in den letzten Quartalen kam es in China zur stärksten Erholung der Uhrenexporte, gefolgt von Europa (+9% im zweiten Quartal 2017 verglichen mit demselben Zeitraum im Vorjahr). Nach einem rapiden Abwärtstrend zeigte Hongkong mit einem leichten Anstieg im zweiten Quartal 2017 (+1%) nun Anzeichen für eine Stabilisierung. Diese Zuversicht kommt angesichts der höheren Wachstumserwartungen in fast allen Regionen, vor allem aber in Asien, nicht überraschend. Auf die Frage nach ihren Wachstumserwartungen sehen 71% der Uhrenchefs einen positiven Ausblick für China und das übrige Asien. Eine grosse Mehrheit der Befragten (68%) rechnet nach wie vor damit, dass der US-Markt in den kommenden 12 Monaten wachsen könnte, was ihn auf Rang drei der vielversprechendsten Uhrenmärkte positioniert.

«Zu den Gründen für die höhere Nachfrage nach Luxusgütern, darunter hochwertigen Uhren, zählen der Rückgang der chinesischen Strafverfolgungen in Korruptionsdelikten, die Erhöhung der Importsteuern und die zunehmenden Zollkontrollen in China», kommentiert Karine Szegedi und fügt hinzu: «Unterdessen haben sich die Erwartungen der Uhrenchefs auch in Bezug auf die Verkäufe an ausländische Touristen in Europa und der Schweiz verbessert – ein weiterer wichtiger Exportkanal für Schweizer Uhrenunternehmen, der schätzungsweise 5% der gesamten Uhrenexporte ausmachen dürfte.»

Abbildung 2 - Wachstumsregionen - Was sind Ihre Wachstums-erwartungen für die Schweizer Uhrenindustrie in den folgenden Regionen in den nächsten 12 Monaten?
Abbildung 2 - Wachstumsregionen - Was sind Ihre Wachstums-erwartungen für die Schweizer Uhrenindustrie in den folgenden Regionen in den nächsten 12 Monaten?

Externe Risikofaktoren bleiben hoch

Mit der Umsetzung der neuen Swissness-Vorschriften Anfang 2017, die vorsehen, dass mindestens 60% der Kosten eines Uhrenherstellers in der Schweiz entstehen müssen, hat ein neuer Faktor seinen Weg in die Liste der fünf grössten Risiken (25%) gefunden. Lediglich 57% der befragten Führungskräfte sehen die schwächere ausländische Nachfrage als erhebliches Risiko für ihr Geschäft an. Im Jahr 2016 waren es dagegen noch 79%. Der starke Schweizer Franken stellt ein weiteres Risiko dar, obwohl dies von den Befragten heute als weniger wichtig erachtet wird als noch im Vorjahr (46% im Jahr 2017 gegenüber 50% im Jahr 2016). Die Konkurrenz durch Smartwatches nennen heute weniger als ein Viertel der Befragten (23%), womit dieser Trend im Vergleich zu 2016 (21%) beinahe unverändert als Risiko angesehen wird.

Abbildung 3 - Top 5 externe Risikofaktoren - Welche der folgenden Faktoren dürften in den nächsten zwölf Monaten ein erhebliches Risiko für Ihr Unternehmen darstellen
Abbildung 3 - Top 5 externe Risikofaktoren - Welche der folgenden Faktoren dürften in den nächsten zwölf Monaten ein erhebliches Risiko für Ihr Unternehmen darstellen

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg

Erstmals seit der ersten Veröffentlichung der Deloitte Uhrenstudie im Jahr 2012 zählte bei den Geschäftsstrategien der «Aufbau von Vertriebskanälen in den Bereichen E-Commerce und Digitalisierung» zu den neuen Antwortoptionen. 55% der Uhrenchefs messen diesem Thema eine hohe strategische Priorität bei und rückt somit auf Anhieb auf den zweiten Platz hinter der Einführung neuer Produkte (mit 64% etwas geringer als der Anteil von 69% im Jahr 2016). Gemäss Befragung geht die Uhrenindustrie davon aus, dass es heute umso wichtiger ist, über eine Digitalisierungsstrategie zu verfügen. In Anbetracht der allgemeinen Veränderung des Markts für Luxusgüter ist dies nicht weiter überraschend. Der Umsatz des Online-Detailhandels steigt sehr viel schneller als der allgemeine Umsatz. Bis vor kurzem waren Schweizer Uhrenmarken Online-Vertriebswegen gegenüber eher skeptisch. Dies scheint jedoch nicht länger der Fall zu sein.

Jules Boudrand, Direktor Watch Industry bei Deloitte Schweiz, meint dazu: «Schweizer Uhren wie Tag Heuer oder Panerai haben in diesem Jahr die ersten Uhren eingeführt, die ausschliesslich online verkauft werden sollen. Im Rahmen von Partnerschaften zwischen Luxusuhrenmarken und Blogs wurden für manche Marken limitierte Serien entwickelt. Diese Massnahmen werden zusätzlich zu der von zahlreichen Schweizer Uhrenmarken vorangetriebenen Entwicklung von Monomarken-E-Boutiquen durchgeführt.»

Allerdings umfasst die Digitalisierung heutzutage weitaus mehr als nur den Online-Detailhandel. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Kunden weitet sich der digitale Einfluss auf den Offline-Detailhandel aus. Gemäss der Online-Konsumentenumfrage von Deloitte unter 4‘500 Personen in sechs Ländern bevorzugt eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer nach wie vor den Kauf von Uhren in Geschäften, auch wenn in Deutschland bereits die Hälfte der Befragten erwägt, dies online zu tätigen. Die Nutzung digitaler Vertriebswege ist auch für die Marketingstrategien der Schweizer Uhrenunternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden. 2017 bleiben soziale Medien der wichtigste Marketingkanal, gefolgt von der Notwendigkeit, über ein Social-Community-Managementteam zu verfügen. Blogger werden als etwas weniger wichtig angesehen; sie sind auf den dritten Platz abgerutscht.

Smartwatches werden nicht als Bedrohung wahrgenommen

Selbst wenn Apple sein Angebot weiter ausbaut und andere Marktteilnehmer Partnerschaften mit grossen Sportmarken ankündigen, um Marktanteile zu gewinnen, sehen Schweizer Uhrenchefs Smartwatches nicht als Bedrohung für ihr Geschäft an. Eine grosse Mehrheit (72%) geht nicht davon aus, dass sie sich auf ihre Umsätze auswirken, und 14% betrachten Smartwatches als Chance.

«Der Ausbau der Marktführung von Apple wird nach wie vor von Gesundheits- und Fitnessaspekten vorangetrieben. Er bleibt jedoch selbst für Technologieunternehmen schwierig, was durch die jüngsten Ausstiege aus dieser Kategorie belegt wird. Da die neuesten von Tag Heuer, Montblanc und Louis Vuitton eingeführten Smartwatches allesamt mit Android Wear ausgestattet sind und ähnliche Spezifikationen besitzen, werden Markenattraktivität, Preispositionierung und Differenzierungsfaktoren für einen potenziellen Erfolg entscheidend sein», so Jules Boudrand.

Millennials stimmen Branche zuversichtlich

Millennials stellen bereits einen einflussreichen und zunehmenden Bestandteil des Premium-Verbrauchermarkts dar und werden gemäss einer aktuellen Studie von Deloitte bald sogar das dominierende Segment sein . Laut Befragung würden die meisten von ihnen lieber eine Luxusuhr im Wert von CHF 5‘000 kaufen statt jährlich in den nächsten zehn Jahren eine neue Smartwatch für CHF 500, wenn sie ein Budget von CHF 5‘000 zur Verfügung hätten. Ein weiterer Indikator, dass die Schweizer Luxusuhrenbranche eine positive Zukunft vor sich hat – auch unter den kommenden jüngeren Generationen.

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Für weitere Informationen zur Schweizer Uhrenindustrie lesen Sie bitte unsere «Deloitte Swiss Watch Industry Study» und/oder wenden Sie sich an einen unserer Branchenexperten.

Über die «Deloitte Swiss Watch Industry Study»

Die diesjährige Ausgabe der Studie von Deloitte zur Schweizer Uhrenindustrie ist die fünfte ihrer Art. Sie basiert auf einer Online-Umfrage mit mehr als 60 Führungskräften aus der Schweizer Uhrenindustrie zwischen Mai und Juli 2017 und auf persönlichen Gesprächen über die letzten Monate hinweg sowie auf einer Konsumentenbefragung bei 4’500 Personen in China, Deutschland, Italien, Japan, der Schweiz und den USA (durchgeführt vom Datenerhebungsunternehmen Research Now). Die Studie dient als Indikator für die aktuelle Stimmung im Schweizer Uhrenmarkt.

Unsere Deloitte Swiss Watch Industry Study 2017 kann online abgerufen werden.

Über Deloitte Schweiz

Deloitte ist ein führendes Prüfungs- und Beratungsunternehmen in der Schweiz und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Audit & Assurance, Consulting, Financial Advisory, Risk Advisory sowie Tax & Legal. Mit über 1‘800 Mitarbeitenden an den sechs Standorten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich (Hauptsitz) betreut Deloitte Unternehmen und Organisationen jeder Rechtsform und Grösse aus allen Wirtschaftszweigen.

Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte North West Europe, einem Mitgliedsunternehmen der Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL) mit über 245‘000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Ländern.

Anmerkung für die Redaktion

In dieser Medienmitteilung bezieht sich Deloitte auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“) eine "UK private company limited by guarantee" (eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht) und ihren Mitgliedsunternehmen, die rechtlich selbstständig und unabhängig sind.

Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte NWE LLP, einem Mitgliedsunternehmen von DTTL. DTTL und Deloitte NWE LLP erbringen selbst keine Dienstleistungen gegenüber Kunden. Deloitte AG ist eine von der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA zugelassene und beaufsichtigte Revisionsgesellschaft.

Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur finden Sie auf unserer Webseite unter www.deloitte.com/ch/about

© 2017 Deloitte AG. Alle Rechte vorbehalten.

1 Umfrage von Research Now in China, Deutschland, Italien, Japan, der Schweiz und den USA; Mai und Juli 2017.

2 Deloitte «Bling it on – Was bringt Millennials dazu, mehr auszugeben?», Juli 2017.

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