Working Capital Entwicklung

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Working Capital

Flüssige Mittel und gebundenes Kapital

Konsequente Optimierung des Working Capitals – dies scheint für viele Unternehmen derzeit nur eine untergeordnete Priorität zu spielen – das zeigt unsere Analyse der letzten Jahre. Allerdings ist die Höhe des Working Capitals und dessen Entwicklung auch jenseits von Liquiditätsaspekten immer ein wertvoller Indikator für die Qualität von finanz- und leistungswirtschaftlichen Prozessen. Es lohnt sich also auch in Zeiten „billigen Geldes“ genau hinzuschauen, häufig schlummern hier erhebliche Potenziale.

Kernergebnisse

  • Auf den ersten Blick scheint sich im Betrachtungszeitrum der C2C-Zyklus (Cash-to-Cash-Zyklus) nur geringfügig zu verändern.
  • So muss die Gesamtheit der untersuchten Unternehmen ihr Working Capital im Durchschnitt auch weiterhin über einen Zeitraum von rund zwei Monaten vorfinanzieren.
  • Auffällig ist weiterhin, dass unabhängig von der Branche erhebliche Unterschiede zwischen minimalem und maximalem C2C-Zyklus in der jeweiligen Branche auftreten. Ganz offensichtlich gibt es also trotz zahlreicher branchenspezifischer Besonderheiten noch erheblichen Spielraum für die individuelle Ausgestaltung und Optimierung des Working Capitals des einzelnen Unternehmens.
  • Unternehmen mit höherem Verschuldungsgrad haben ihre Liquidität im Mittel besser im Griff und einen geringeren C2C-Zyklus, da sie das Thema Working Capital stärker im Fokus haben. Zudem konnten diese Unternehmen die Nettoumlaufvermögensbindung in den letzten Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau halten.
  • Unabhängig vom möglichen Verschuldungsgrad zeigen die Ergebnisse, dass Unternehmen, welche entschlossen Maßnahmen im Working-Capital-Bereich ergreifen, eine substanzielle Liquiditätsverbesserung erreichen können.
  • Dies zeigt auch ein konkretes Fallbeispiel und die Erfahrungen der Prym Group, die wir im Rahmen eines Interviews mit dem CFO des Unternehmens, Stefan Hansen beleuchten.
  • Durch den technologischen Fortschritt werden zudem vermehrt neue, innovative Ansätze zur nachhaltigen Optimierung des Working Capitals in den Werkzeugkasten aufgenommen. Data-Analytics-Verfahren zum Beispiel können komplexe Bestandsinformationen zielführender auswerten, während Process Mining Applikationen eine bisher nicht dagewesene Granularität in betriebliche Abläufe bringen.

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Methodik der Studie

  • Der Analyse lagen die veröffentlichten Geschäftsberichte der umsatzstärksten Unternehmen mit Sitz in Deutschland zugrunde.
  • Die Studie berücksichtigt dabei sämtliche Industriezweige mit Ausnahme der Unternehmen der Finanz- und Versicherungsindustrie sowie Immobilienunternehmen und reine Beteiligungsgesellschaften. Insgesamt wurden die Geschäftszahlen von 213 Unternehmen ausgewertet.
  • Gemessen am Umsatz, reicht die Bandbreite von 170 Mio. € bis 213 Mrd. €, es wird also das gesamte Spektrum vom größeren Mittelstand bis zu Großkonzernen abgedeckt.
  • Die Mehrzahl der dabei analysierten Unternehmen liegt in der Größenordnung 1 Mrd. € bis 5 Mrd. € Umsatz.

Archiv

Working-Capital-Studie 2016

Die vorliegende Studie ist die dritte Studie zur Working-Capital-Entwicklung deutscher Unternehmen. Bezogen auf die Gesamtheit der betrachteten 225 Unternehmen lässt sich in den Jahren seit 2010 insgesamt allenfalls eine leichte Veränderung der Kennzahlen beobachten. Allerdings stieg in den letzten beiden Jahren die Nettoumlaufvermögensbindung an. Bei der Mehrzahl der Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr die Bindungsdauer des Working Capital um wenigstens einen Tag erhöht. Wobei lediglich ein Drittel der Unternehmen ihr Working Capital reduzieren konnte. 

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Working-Capital-Studie 2015

Die Working-Capital-Studie 2015 zeigte, dass sich das Verhältnis Umsatz zu Working Capital in den letzten Jahren kaum verändert hat. Die Unternehmen haben ihre Umlaufvermögensbindung seit 2010 nur vereinzelt verbessern können: Die Nettobindung in Tagen blieb auf unverändertem Niveau, Reichweite der Forderungen und Dauer der durchschnittlichen Lieferantenfinanzierung erhöhten sich.

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