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M&A-Transaktionsversicherungen

Unternehmenstransaktionen erfolgreich versichern

In vielen Unternehmenstransaktionen sind M&A-Versicherungen bereits ein fester Bestandteil. Der Versicherungsmarkt bietet hier verschiedenste Versicherungslösungen an. Ob Warranty & Indemnity Versicherung, Tax Liability Insurance, Title Insurance oder Contingent Risk Policy – die Deloitte Broker Practice hilft Ihnen, den Überblick zu bewahren.

Die Deloitte Broker Practice bieten Ihnen als erste und weltweit größte Professional Service Firm die Dienstleistungen eines großen Maklerhauses an. 
Unser Fokus liegt auf den Themen M&A-Versicherung und Insurance Due Diligence. Darüber hinaus sind wir Ihr Partner für maßgeschneiderter Spezialversicherungslösungen im Industrieversicherungsbereich. 
Durch jahrelange Erfahrungen im Versicherungsmarkt weist unser Haus eine tiefe fachliche Kompetenz im Industrieversicherungssektor sowie für die Erarbeitung von kreativen Versicherungslösungen beim Erwerb und der Veräußerungen von Unternehmensbeteiligungen und anderen Assets auf. Somit bieten wir als Ihr Versicherungsmakler ganzheitliche Lösungen aus einer Hand anbieten.

M&A-Versicherungslösungen

Warranty & Indemnity (W&I) Versicherung

Die W&I-Versicherung (auch bekannt als Reps & Warranty Versicherung oder Transaktionsversicherung) ist eine der beliebtesten Transaktionsversicherungen im M&A-Bereich, da sie dem Verkäufer einen Clean-Exit erlaubt, während sich der Käufer gegen Garantieverletzungen im Kaufvertrag in beliebiger Höhe absichern kann. 

Sie greift im Falle, dass die vom Verkäufer im Unternehmenskaufvertrag abgegebenen Garantieversprechen sich als falsch herausstellen und schützt somit beide Seiten vor unkalkulierbaren Risiken. Zudem ist diese Versicherung eine elegante Möglichkeit, das Interessensdelta zwischen Verkäufer und Käufer zu lösen. Da der Verkäufer einen Clean-Exit ohne Haftungsrücklagen favorisiert, ermöglicht eine W&I-Versicherung ihm, die für seine Investoren notwendige Sicherheit durch eine Versicherungspolice abzudecken, auf welche er im Schadensfall direkt zugreifen kann. 

W&I-Versicherungen

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M&A-Transaktionen: Gegenläufige Interessen von Käufer und Verkäufer

Neben dem Vorteil eines Clean-Exits kann der Verkäufer auch unmittelbar über den vollen Kaufpreis verfügen und muss keinen Teil für eventuelle Ansprüche auf einem Escrow-Account bzw. Treuhandkonto zurückstellen. Der Einsatz   einer M&A Versicherungslösung erlaubt es dem Käufer, die vom  Verkäufer im Kaufvertrag oft geforderte Absenkung der Haftungshöchstgrenze auf nur EUR 1,- abzusenken. Gleichzeitig wird durch den Seitsatz einer W&I Versicherug die Bereitschaft des Verkäufers zur Abgabe von Garantien erhöhlt, was wiederum die Bereitschaft des Käufers zu einem höheren Kaufpreis motiviert. Eine win-win-Situation für alle Parteien. 

Aber auch für den Käufer birgt die W&I-Versicherung viele Vorteile. So kann dieser im Fall des Schadens direkt auf einen solventen Versicherer zurückgreifen, ohne die Beziehung mit dem Verkäufer durch eine eventuelle Schadenersatzforderung zu belasten.  Denn in vielen Fällen ist der Verkäufer und Garantiegeber von einst der Geschäftsführer von heute.

Moderne W&I-Versicherungen haben auch viele „synthetische“ Elemente. Dies sind Bausteine, in denen nicht das Haftungsregime des Kaufvertrages 1:1 übernommen wird (wie es bis vor kurzem noch gängige Praxis war), vielmehr wird in diesen die Absicherung des Käufers um ein Vielfaches, etwa bei folgenden Punkten, erweitert:

  • Laufzeiten der Police sind deutlich länger als Verjährungsfristen im Kaufvertrag.
  • Definitionen von „Schaden“, „Fairly Disclosed“ und „Seller’s Knowledge“ können in der Police viel weiter gefasst werden als im Kaufvertrag.
  • Bagatellgrenzen (DE minimi) können in der Police teilweise ignoriert werden oder niedriger liegen als im Kaufvertrag.
  • Die W&I-Police bietet an vielen Stellen als „Scraps“ den Knowledge– oder Materiality Qualifier an. 
  • Eine Steuerfreistellung kann in den W&I-Policen komplett synthetisch erfolgen, ohne dass eine solche im Kaufvertrag vereinbart ist. 
  • Auch einzelne Garantien können heute in einer W&I-Versicherung unter gewissen Umständen versichert werden, ohne dass diese im Kaufvertrag überhaupt abgegeben werden. 

All diese Vorteile zeigen, dass eine W&I-Transaktionsversicherung aus dem heutigen Transaktionsumfeld nicht mehr wegzudenken ist. Es gibt kaum mehr einen Deal, bei dem die Parteien nicht zumindest den Einsatz einer W&I Versicherung besprechen. Die W&I-Versicherung hat sich somit zum „Standard Tool“ entwickelt, welche Transaktionen beschleunigt, Deal-Hindernisse überwindet und schwierige Deal-Situationen auflöst (Deal Enabler).  

In der Praxis lassen sich zwei Formen der W&I-Versicherung unterscheiden:

  • Die früher vorherrschende Verkäuferpolice fungiert wie eine Haftpflichtversicherung für den Verkäufer. Die Haftungsansprüche werden auf die Versicherung transferiert und somit das Risiko für bisher unbekannte Garantiverletzungen abgedeckt. 
  • Die heute fast ausschließlich verwendete Käuferpolice schützt den Käufer vor finanziellem Schaden durch Garantieverletzungen. Durch die Versicherung muss sich der Käufer im Schadensfall nicht mehr mit dem Verkäufer auseinandersetzen, sondern kann seine Ansprüche direkt bei dem Versicherer geltend machen. Außerdem sind die Käufer vor einem Betrug des Verkäufers geschützt.

Verkäuferseitige und Käuferseitige W&I Police im Vergleich

W&I-Versicherungen werden individuell und passgenau für die Erfordernisse jeder Transaktion ausgestaltet. Je nach Anforderung und Art der Transaktion bzw. der Zielgesellschaft sind andere Garantien zu versichern, z. B. Rechts-, Steuer- und Umweltgarantien – um nur einige zu nennen. Insgesamt ist eine W&I-Versicherung ein Tool mit einem hohen strategischen Nutzen für Käufer sowie Verkäufer, das Wettbewerbsvorteile und Verhandlungsfreiräume eröffnet. 

Die Kosten einer W&I-Versicherung werden entweder vom Käufer, vom Verkäufer oder von beiden Parteien gemeinsam getragen. Die Prämie für eine klassische W&I-Versicherung beläuft sich auf 0,8 bis 1,8 Prozent der zu versichernden Summe. zzgl. Versicherungssteuer sowie einer Gebühr für die Underwriting-Auslagen des Versicherers. Der Makler hingegen wird durch eine Courtage des Versicherers gezahlt. 

Eine W&I-Versicherung kann innerhalb von zwei Wochen platziert werden. Sehr viel entspannter ist der Prozess jedoch, wenn die Parteien dem Makler und Versicherer etwas mehr Zeit für Ausschreibung und Risikoprüfung lassen.

Prozess zur Platzierung einer W&I-Versicherung

  • In der ersten Phase unterstützen wir unseren Kunden/Mandanten in allen strategischen Fragen zur Integration einer W&I-Policen in den M&A-Prozess. Zudem erfolgt eine auf die Bedürfnisse unseres Kunden/Mandanten abgestimmte Ausschreibung der zu versichernden Risiken; weiter folgt eine Analyse und Ausarbeitung der von den Versicherern abgegebenen Angebote sowie der Beratung zur Auswahl des richtigen Versicherers für Kunden/Mandanten. 
  • Die zweite Phase beinhaltet die Risikoprüfung (das Underwriting) und endet mit der Platzierung einer maßgeschneiderten Versicherungspolice unmittelbar vor dem Signing. 

Tax Liability Insurance

Mit dieser Police können steuerliche Unsicherheiten abgedeckt werden, welche auf einer (steuer)rechtlichen Meinungsverschiedenheit und nicht auf einer faktischen Unsicherheit beruhen.

Im Vergleich zur W&I-Versicherung, welche nur unbekannte Risiken abdeckt, versichert eine Tax Liability Insurance bekannte Steuerrisiken und hilft somit den Parteien einer „M&A-Transaktion oftmals über Differenzen hinweg, da durch die Police das Risiko ein konkret greifbares Preisschild erhält. Die durch unsere Marktanfrage geschaffene Klarheit ermöglicht es entweder dem Verkäufer, sein Risiko abzusichern und somit dem Käufer die von ihm geforderte Freistellung zu gewähren oder auch dem Käufer ein bereits im Kaufpreis einkalkuliertes Steuerrisiko besser greifbar machen zu können und durch eine Police abzusichern.

Eine Tax Liability Police ist auch eine willkommene und preisgünstige Alternative zur „Verbindlichen Auskunft“, da sie folgende Vorteile vereint:

  • Vertraulichkeit: Eine Tax Liability Insurance unterliegt den Vertraulichkeitsanforderungen des Mandanten, wohingegen bei einer verbindlichen Auskunft stets das Risiko besteht, die Finanzbehörden mit der Nase auf ein Steuerrisiko zu stoßen, das andernfalls vielleicht verborgen geblieben wäre. Mandanten. 
  • Geschwindigkeit: Eine Tax Liability Insurance kann in nur wenigen Tagen angefragt und abgeschlossen werden, wohingegen die Antwort des Finanzamtes Monate dauern kann. 
  • Wirtschaftlichkeit: Die Anfrage bezüglich der Versicherbarkeit eines Steuerrisikos ist nach wie vor kostenlos. Die Prämie einer Tax Liability Versicherung liegt ca. zwischen 1.7 und 6.5 Prozent des zu versichernden Risikos zzgl. Versicherungssteuer und der Underwriting-Auslagen des Versicherers. Auch hier trägt die Versicherung die Kosten des Maklers. Dies ist in vielen Fällen deutlich günstiger als eine verbindliche Auskunft.
  • Flexibilität: Eine Tax Liability Insurance kann so gut wie zu jedem Zeitpunkt – von der Identifikation des Risikos bis zur laufenden Betriebsprüfung - abgeschlossen werden –. Die verbindliche Auskunft muss hingegen vor Beginn einer etwaigen Umstrukturierung erfolgt sein. Mit dieser Versicherung können auch Steuerrisiken aus historischen Transaktionen oder auch die Risiken einer geplanten Umstrukturierung versichert werden.  

Title Insurance

Mit einer Title-Versicherung können bekannte Risiken im Hinblick auf das Eigentumsrecht sowie Besitz und Nutzung bez. der Anteile (Shares), die der Zielgesellschaft und den Immobilien gegenüber Schadensersatzansprüche und eine Anfechtungen Dritter, versichert werden.

Während die Register in Deutschland bzw. Westeuropa den Käufern ausreichend Sicherheit geben, gibt es zahlreiche Jurisdiktionen z. B. in Osteuropa, in welchen Eigentumsrechte nicht sicher hergeleitet werden können (Chain of Title). In solchen Fällen empfiehlt sich eine separate Title-Versicherung, die deutlich günstiger als eine W&I-Versicherung ist und somit auch über 100 Prozent des Transaktionswertes abgeschlossen werden kann. 

Contingent Risk Policy

Ähnlich wie bei der Tax Liability Insurance bietet der M&A-Versicherungsmarkt auch Versicherungslösungen für Risiken an, die auf einer juristischen Meinungsverschiedenheit beruhen.

Hier ist wichtig, dass ein solches Risiko nicht auf eine faktische Unsicherheit, sondern auf eine rein juristische Meinungsverschiedenheit zurückzuführen ist. Solche Policen werden auf dem Versicherungsmarkt in der Regel dann angefragt, wenn es sich um hohe Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit handelt.

Anders als bei den klassischen M&A-Versicherungen werden für die Platzierung einer solchen Contingent Risk Versicherung mehrere Wochen für das Underwriting veranschlagt, da die Versicherer sich hier eine zweite Rechtsmeinung einholen müssen. Die Kosten liegen zwischen zwei und sieben Prozent des zu versichernden Risikos zzgl. Versicherungssteuer sowie den Auslagen der Versicherung für den Underwriting-Prozess.

Insurance Due Diligence

Mit unserer Insurance Due Diligence helfen wir unserem Mandanten bzw. den Parteien einer M&A-Transaktion, sich einen umfassenden Überblick über den bestehenden Versicherungsschutz seines Targets zu verschaffen sowie die mit der anstehenden Transaktion verbundenen Konsequenzen für den bestehenden Versicherungsschutz analysieren und beurteilen zu können. 

Dabei prüfen wir für Sie u.a. die Qualität und Marktüblichkeit der betrieblichen Versicherungsverträge, das Risikomanagement, die Schadensituation, Langläuferrisiken, nicht versicherte Risiken sowie die Kosten im Markt-Benchmark. 

Die Ergebnisse der Analyse werden in einem professionellen Insurance Due Diligence Bericht zusammengefasst. Für die Analyse greifen wir auf ein erfahrenes Team aus deutschen Industrie-Versicherungsspezialisten zurück. Für internationale Projekte steht Ihnen der Input von weiteren Spezialisten in über 140 Ländern weltweit zur Verfügung, koordiniert von einem deutschen Projektmanagement. 

Somit sind wir für Sie auch bei komplexen Projekten der richtige Partner.
In einer Carve-out Situation werden zudem die Kosten nach Closing definiert und bei Bedarf das Versicherungsprogramm im Markt platziert sowie langfristig betreut. 

Zuletzt bieten wir diesen Service auch als Vendor Due Diligence für den Verkäufer an. 

Prüfpunkte einer professionellen Insurance Due Diligence

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und stehen Ihnen für Rückfragen jederzeit gern zur Verfügung.

Ihr Kontakt

Nikola Marie-Sophie Pamler

Nikola Marie-Sophie Pamler

Managing Director | Attorney at law | Financial Advisory | Deloitte Broker

Nikola Pamler leitet als Managing Director die neu bei Deloitte etablierte Broker Practice. Mit diesem Geschäftsfeld bietet Deloitte seinen Kunden die Dienstleistungen eines M&A spezialisierten Makler... Mehr