Solutions

Nachhaltigkeit im Krankenhaus

Sustainability@Healthcare: Die richtigen Weichen für die Zukunft stellen 

Nachhaltigkeit ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit und mittlerweile auch für Krankenhäuser ein höchst relevantes Thema. Insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Energiekosten und der spätestens ab 2025 einsetzenden Berichtspflicht für alle Krankenhäuser mit über 250 Beschäftigten und 40 Mio. € Umsatz gewinnt die Definition einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie und ihrer Verankerung in der Organisation an Bedeutung. Was können Krankenhäuser also tun, um sich im Spannungsfeld zwischen Medizin, Patientenwohl, Ökonomie und Ökologie nachhaltig aufzustellen?

Gesundheitsunternehmen als Verursacher und Betroffene zugleich

Der Gesundheitssektor trägt maßgeblich zum weltweiten Klimawandel bei. So verursacht er mit 4,4 Prozent einen erheblichen Teil der globalen jährlichen Treibhausgasemissionen, wobei der Anteil in Deutschland sogar bei rund 5 Prozent liegt.[1] Insbesondere der laufende Krankenhausbetrieb benötigt sehr viel Energie für die Beleuchtung, IT, Heizung, Kühl- bzw. Belüftungssysteme sowie den Betrieb der geräteintensiven Bereiche (OP-Säle und Intensivstationen). Laut der Viamedica Stiftung entfällt auf ein Krankenhausbett jährlich ein Verbrauch von rund 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme  –  das entspricht dem Bedarf von zwei modernen Einfamilienhäusern.[2] Zudem fallen in Krankenhäusern sehr große Mengen Abfall an: Mit rund acht Tonnen Abfall pro Tag sind Kliniken der fünftgrößte Müllproduzent in Deutschland.[3]

Ökologie, Digitalisierung und Ökonomie gehen Hand in Hand

Der finanzielle Druck auf die Krankenhäuser ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die COVID-19-Pandemie, die Energiekrise sowie die steigende Inflation sorgen für eine Zuspitzung der Lage und setzen Kliniken unter enormen Handlungsdruck. Während sich Gesundheitsunternehmen noch mit den Lehren aus der Pandemie beschäftigen, stehen die nächsten Herausforderungen längst vor der Tür und erfordern zügiges Handeln. Klimaschutz und Nachhaltigkeit können sich jedoch, wenn sie richtig gedacht und umgesetzt werden, auch ökonomisch bezahlt machen. Insbesondere die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann hier als Katalysator neue Chancen für Nachhaltigkeit eröffnen – für stärkeres Wachstum, effizientere und klimaschonendere Prozesse und eine höhere Profitabilität der Kliniken. 

Ähnlich wie bei der Digitalisierung vor einigen Jahren besteht auch beim Thema Nachhaltigkeit eine verzögerte Handlungsmotivation, die akuten Herausforderungen im Gesundheitswesen anzugehen. Doch erste Tendenzen sind bereits erkennbar: wo bis vor kurzem noch Posten für Chief Digital Officers geschaffen und besetzt wurden, setzen erste Kliniken nun Chief Sustainability Officers oder Stabsstellen zur Nachhaltigkeit direkt unterhalb des Vorstands ein, um das Sustainability-Thema voranzutreiben und in allen Unternehmensbereichen zu verankern. Investitionen in nachhaltige Projekte führen, analog zu Digitalisierungsprojekten, im ersten Moment zwar zu finanziellen und ressourcentechnischen Aufwänden. Auf lange Sicht können sie jedoch zu erheblichen Einsparungspotenzialen führen und unterstützen die gezielte Allokation der knappen Krankenhausmittel entlang der Patientenversorgung. Die Krankenhäuser der Zukunft müssen folglich beides sein: sowohl digital als auch nachhaltig. 

Vielfältige Hebel und Handlungsfelder – wir unterstützen Sie bei der Umsetzung

Die Möglichkeiten zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Krankenhaus sind vielfältig. Vom Aufbau eines nachhaltigen und ausgewogenen Energiemix über eine nachhaltige Personalpolitik bis hin zur Etablierung einer sinnvollen und nachhaltigen Versorgungskette und Kreislaufwirtschaft. Sei es bei der Erstellung des CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) Nachhaltigkeitsberichts, bei der Umsetzung des Lieferkettengesetztes oder bei der strategischen Entwicklung und der operativen Begleitung von Maßnahmen zur Erhöhung der Nachhaltigkeit und Einsparung von Energie: Wir von Deloitte stehen Ihnen bei der Transformation zum nachhaltigen Gesundheitsunternehmen gerne beratend zur Seite. 

[1] Health Care Without Harm (HCWH): „Health care climate footprint report“, unter: https://noharm-global.org/sites/default/files/documents-files/5961/HealthCaresClimateFootprint_092319.pdf (abgerufen am 14.09.2022).

[2] Viamedica Stiftung: „Klinergie 2020 – Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in deutschen Kliniken“, unter: https://www.viamedica-stiftung.de/fileadmin/user_upload/Materialien/klinergie2020_prospekt10_final.pdf (abgerufen am 14.09.2022).

[3] Deutsches Ärzteblatt:
„Medizinische Abfallentsorgung: Wenn Abfall nicht einfach Müll ist“, unter:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/204540/Medizinische-Abfallentsorgung-Wenn-Abfall-nicht-einfach-Muell-ist (abgerufen am
15.09.2022).

Ihre Ansprechpartner

Michael Dohrmann

Michael Dohrmann

Industry Lead Life Sciences & Health Care

Michael Dohrmann ist Partner bei Monitor Deloitte Deutschland und Industry Lead für Life Sciences und Health Care. Herr Dohrmann leitet darüber hinaus unsere MedTech Practice in der Region EMEA. Seine... Mehr

Prof. Dr. Udo Janßen

Prof. Dr. Udo Janßen

Partner | Life Sciences and Healthcare

Prof. Dr. Udo Janßen ist Partner im Bereich Healthcare und Arzt sowie diplomierter Betriebswirt, Wirtschaftsjurist, und Arbeits- und Organisationspsychologe. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrun... Mehr