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Eine Cloud-Strategie etablieren

Die Cloud als Schlüsselfaktor der Unternehmensstrategie

Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, eine Cloud-Strategie zu definieren oder diese mit ihrer allgemeinen Geschäftsstrategie zu verknüpfen. Folglich fällt es ihnen schwer, aus dieser Art der digitalen Transformation echten Mehrwert zu generieren. Wer leitet also in der Regel den Wechsel in die Cloud ein?

Die Transformation kann aus einem oder mehreren Bereichen getrieben werden: zum Beispiel der IT, dem Risikomanagement, aus den Bereichen Finanzen, Recht und Compliance, einer Geschäftssparte, vom Chief Information Security Officer (CISO) oder einer Kombination aus allem. Unabhängig davon, welche Abteilung die Transformation ursprünglich anstößt, die Entscheider müssen sich zunächst den gewünschten Vorteilen einer Cloud-Strategie bewusst werden. Diese sind dementsprechend zu definieren – seien es höhere betriebliche Effizienz, Flexibilität, Agilität, höhere Umsatzgenerierung, reduzierte IT-Kosten, verbesserte Sicherheit, ein effizienteres Risikomanagement oder ein erhöhter Return on Investment.

Die Wahl der Cloud-Strategie

Viele große Organisationen verfolgen mittlerweile eine "Cloud-First"-Strategie: Das bedeutet, dass sie immer dann, wenn sie eine neue Infrastruktur, Plattformen oder Anwendungen benötigen, vorzugsweise auf Cloud-Lösungen zurückgreifen. Cloud-First gilt seit geraumer Zeit als Norm für Start-ups, mittlerweile haben auch große Unternehmen die Vorteile der Cloud erkannt und folgen diesem Beispiel.

Die Public Cloud hat sich besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufgrund der zahlreichen Vorteile als beliebt erwiesen. Hingegen bevorzugen viele Großunternehmen, insbesondere jene, für die Sicherheit besonders wichtig ist, wie beispielsweise Banken, die Private Cloud oder eine Public/Private Hybrid-Lösung. Diese Zurückhaltung der Großunternehmen gegenüber der Public Cloud schwindet zunehmend und Unternehmen gehen vermehrt dazu über, Public statt Private Cloud-Lösungen einzusetzen. Mittlerweile übersteigt das Angebot sogar die Nachfrage. Das Leistungsspektrum ist so stark angewachsen, dass bestehende und potenzielle Kunden nicht immer genau wissen, was ihnen tatsächlich angeboten wird. Sobald sich Kunden von Cloud-Lösungen Wissen darüber aneignen, welche Formen und Ausprägungen der Cloud verfügbar sind, werden sich Angebot und Nachfrage auf lange Sicht angleichen.

Leistungsmodelle und Vorteile

Public, Private und Hybrid Clouds bieten flexible, skalierbare "as-a-service"-Modelle:

  • Software-as-a-Service (SaaS)
  • Platform-as-a-Service (PaaS) 
  • Infrastructure-as-a-Service (IaaS)

Die Einstiegskosten sowie das technische Know-how für die interne IT-Architektur und die Wartung von Codes halten sich dabei in Grenzen. Cloud als Enabler für Unternehmen unterscheidet sich dabei radikal von herkömmlichen IT-Outsourcing-Lösungen. Langfristig etablierte IT-Outsourcing-Dienstleister (Outsourcing Service Provider - OSPs) haben dies unlängst erkannt und ihr Angebot um Cloud-Services entsprechend erweitert, um im Wettbewerb mit den größten Anbietern weiter zu bestehen. 

Unternehmen mit einer Cloud-First-Strategie entscheiden sich in der Regel für SaaS (Software-as-a-Service). Hierbei entfällt die Notwendigkeit, eigene Apps zu entwickeln, eigene Plattformen zu warten oder eine eigene Infrastruktur aufzubauen. 

Sofern ein Unternehmen eigene Apps entwickeln möchte, kann es sich für das PaaS-Modell entscheiden, bei dem der Cloud Service Provider (CSP) nur die Plattformen und die Infrastruktur bereitstellt. Möchten Unternehmen eigene Apps entwickeln und Plattformen warten, wählen sie in der Regel IaaS, bei dem der CSP ausschließlich die Infrastruktur bereitstellt. 

Die Wahl des richtigen Cloud Service Providers ist entscheidend. Deshalb sollte eine sorgfältige Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass das Angebot den gewünschten Anforderungen des Unternehmens entspricht. Einige CSPs beispielsweise sind eher auf Privatpersonen oder kleine Geschäftskunden als auf Großunternehmen ausgerichtet.

Technologische Vielfalt

Die Cloud-Technologie ist heute viel ausgereifter als bei ihrer Einführung. Es gibt eine Vielzahl von Funktionen, die zum Webbrowser des Kunden hinzugefügt werden können. Künstliche Intelligenz (Artificial intelligence - AI) wird beispielsweise häufig eingesetzt. Ein Cloud-Dienst kann aber auch eine automatische Spracherkennung (Automatic Speech Recognition - ASR) zum Umwandeln der Sprache einer Person in Text oder eine natürliche Sprachinterpretation (Natural Language Interpretation - NLI) umfassen, um Computern die menschliche Sprache und Texte im Gegensatz zu Befehlen formalisierter Computersprachen verständlich zu machen. Der Computer kann so über die „menschliche“ Sprache mit Personen kommunizieren. Diese Form der KI ist als Konversationsschnittstelle bekannt und hat einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von Gesprächsrobotern oder "Chatbots" geleistet.

Wesentliche Handlungsempfehlungen

  1. Es sollte geklärt werden, wer in der Organisation den Wechsel in die Cloud initiiert und die Unterstützung der Geschäftsleitung und des Vorstands in Anspruch nimmt.
  2. Wichtige Entscheidungsträger müssen sich über die gewünschten Vorteile einer Cloud-Strategie im Klaren sein und die unterschiedlichen Cloud Modelle - Public, Private oder Hybrid - evaluieren.
  3. Zudem muss der richtige Cloud Service Provider (CSP) ausgewählt und über das benötigte Service-Modell entschieden werden: Software-as-a-Service (SaaS), Plattform-as-a-Service (PaaS) oder Infrastruktur-as-a-Service (IaaS).
  4. Das Verständnis und die Akzeptanz für die Cloud sollte in der Unternehmenskultur verankert werden.
  5. Sicherheitsrisiken- und Compliance-Fragen sollten berücksichtigt werden.

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